Aktualisiert 29.06.2016 16:17

Schweizer in Istanbul«Ich meide jetzt alle Menschenmassen»

Ein 20-jähriger Schweizer besucht Verwandte in Istanbul, als die Anschläge geschehen. Er berichtet von verunsicherten und wütenden Einwohnern.

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num
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Er soll nach Angaben des US-Abgeordneten Michael McCaul hinter dem Terroranschlag stecken: Achmed Tschatajew gibt nach seiner Haftentlassung in Georgien 2012 ein Interview. (Screenshot RegTV/Youtube)

Er soll nach Angaben des US-Abgeordneten Michael McCaul hinter dem Terroranschlag stecken: Achmed Tschatajew gibt nach seiner Haftentlassung in Georgien 2012 ein Interview. (Screenshot RegTV/Youtube)

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Die Familie Amiri hat bei dem Anschlag vier Mitglieder verloren: Angehörige tragen einen der Särge bei der Beerdigung in Istanbul. (30. April 2016)

Die Familie Amiri hat bei dem Anschlag vier Mitglieder verloren: Angehörige tragen einen der Särge bei der Beerdigung in Istanbul. (30. April 2016)

Keystone/EPA/Sedat Suna
Angespannte Stimmung in Istanbul: Sicherheitsleute patrouillieren vor dem Flughafen Atatürk. (29. Juni 2016)

Angespannte Stimmung in Istanbul: Sicherheitsleute patrouillieren vor dem Flughafen Atatürk. (29. Juni 2016)

Keystone

Ein Basler (20) mit türkischen Wurzeln besucht derzeit seine Verwandten in Istanbul. Er sass gerade beim Abendessen, als die Terroristen zuschlugen. «Wir sind fassungslos, haben uns dann die ganze Nacht informiert.» In den Strassen seien immer wieder Krankenwagen und Polizeiautos durchgerast.

Unter den Bewohnern in Istanbul herrsche eine angespannte Stimmung und ein grosser Mix von Emotionen. «Fassungslosigkeit, Trauer, Ratlosigkeit – aber auch Wut, dass die Täter mit den Bomben in den Flughafen gelangen konnten.»

Kontrollen an Bushaltestellen

Der junge Mann war am Tag nach den Anschlägen in Istanbul unterwegs. «Die Leute fragen sich schon, wie es mit der Sicherheit im Land weitergehen soll.» Diese wurde in den Stunden nach den Anschlägen hochgefahren. Er erzählt: «An Bushaltestellen gibt es plötzlich Kontrollen von Taschen und Ausweisen.»

Eigentlich sollte er am Freitag zurück nach Basel fliegen, ist sich nun aber nicht mehr sicher, ob das gelingen wird. «Bis dahin meide ich alle grossen Menschenmassen. Eigentlich wollte ich noch auf den grossen Basar gehen, aber davon wird derzeit sowieso abgeraten.»

Soziale Netze gesperrt

In der Türkei sei derzeit Facebook, Instagram und Twitter lahmgelegt, sagt er weiter. Die Regierung habe eine Nachrichtensperre verhängt.

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