Pajtim Kasami: «Ich möchte zurück ins Schaufenster»

Aktualisiert

Pajtim Kasami«Ich möchte zurück ins Schaufenster»

Pajtim Kasami verrät im Interview mit 20 Minuten, warum er von Meister Olympiakos Piräus ausgerechnet zu Nottingham Forest in Englands 2. Liga wechselt.

von
E. Tedesco
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Die Karriere des Pajtim KasamiDie nächste Destination auf der Insel führt Pajtim Kasami in die zweithöchste englische Liga. Der Offensivspieler wechselt leihweise für ein Jahr zu Nottingham Forest.

Die Karriere des Pajtim KasamiDie nächste Destination auf der Insel führt Pajtim Kasami in die zweithöchste englische Liga. Der Offensivspieler wechselt leihweise für ein Jahr zu Nottingham Forest.

Keystone/Steffen Schmidt
Mit zwei Meistertiteln und einem Cupsieg mit Olympiakos im Gepäck bricht Kasami im August 2016 seine Zelte in Griechenland ab und kehrt nach England zurück.

Mit zwei Meistertiteln und einem Cupsieg mit Olympiakos im Gepäck bricht Kasami im August 2016 seine Zelte in Griechenland ab und kehrt nach England zurück.

Markos Chouzouris
Der Mittelfeldspieler ist seit Sommer 2014 in Griechenland bei Olympiakos Piräus engagiert.

Der Mittelfeldspieler ist seit Sommer 2014 in Griechenland bei Olympiakos Piräus engagiert.

Imago Sportfotodienst

Bei Olympiakos Piräus drohte Pajtim Kasamis Karriere ins Stocken zu geraten. Als dann die Anfrage von Nottingham Forest aus der Football League Championship kam, musste der Offensivspieler nicht lange überlegen – auch wenn viele den Wechsel als Rückschritt ansehen mögen. Warum der zwölffache Schweizer Internationale seinen Arbeitsplatz beim griechischen Spitzenclub, mit dem er zweimal Meister und einmal Cupsieger wurde, gegen einen bei einem englischen Zweitligisten eintauschte, erklärt Kasami im Interview mit 20 Minuten.

Pajtim Kasami, Nottingham Forest war 1874 der erste Verein überhaupt, der Schienbeinschoner verwendete. Haben Sie die englische Härte so sehr vermisst, dass Sie ein Angebot aus der Championship annehmen?

(lacht) Sieht so aus. Aber ich weiss, worauf Sie hinauswollen ...

Das wäre?

Sie denken wie so viele andere, dass der Wechsel in die zweithöchste englische Liga ein Rückschritt ist und ich keine andere Option hatte. Stimmts?

Dieser Gedanke kann einem schon kommen.

Tatsächlich hatte ich auch die Möglichkeit, in die Premier League, die Serie A und auch in die Bundesliga zu wechseln – auch wenn Sie vielleicht an meinen Worten zweifeln. Aber kein Angebot war so konkret und kein Gesamtpaket so überzeugend wie jenes aus Nottingham.

Was hat den Ausschlag für die «Tricky Trees» gegeben?

Forest ist ein Traditionsclub, gut organisiert und sehr ambitioniert. Der Club ist durchgehend seit 2008 in der Championship vertreten und will dieses Jahr den Aufstieg schaffen. Ein wichtiger Faktor ist für mich auch der Trainer. Philippe Montanier ist ein Supertyp, er wollte mich schon vor zwei Jahren zu Rennes holen, ehe ich mich dann für Griechenland entschieden habe. Ich habe auch mit Gelson Fernandes gesprochen, der Montanier in Rennes als Trainer hatte und er hat mir nur Gutes berichtet. Und er hat auch schon Haris Seferovic bei San Sebastian trainiert. Auch Sportdirektor Pedro Pereira ist für mich kein Unbekannter. Wir hatten letzte Saison Kontakt, als Fiorentina an mir interessiert war. Entscheidend war auch, dass ich einmal nach England zurückwollte. Das habe ich immer gesagt.

In welchem Masse haben die Ausschreitungen, Aggressionen und Spielbetrieb-Unterbrüche in Griechenland Ihre Entscheidung beeinflusst?

Die Entscheidung war kein Schnellschuss. Ich habe mir das gut überlegt, auch wenn es schnell gegangen ist. Meine Erfahrungen und Titel aus Griechenland kann mir keiner nehmen, aber es ist schon so, dass die Liga kaum beachtet wird. Ich wollte zurück ins Schaufenster. Die Championship zählt zu den besten Ligen in Europa, mit vielen Traditionsclubs und Vereinen, die Ambitionen haben. Olympiakos-Präsident Evangelos Marinakis hat 80 Prozent von Nottingham übernommen. Er hat grosse Pläne und will, dass ich dem Club dabei helfe, den Aufstieg in die Premier League zu schaffen. Zudem bin ich wieder in der Nähe von meinen Kollegen aus der Nati. Xherdan Shaqiri ist nicht weit weg von mir. Ich werde sicher auch Granit Xhaka sehen und Timm Klose. Da sind in der nächsten Saison einige Schweizer in England.

Bleibt die Nati ein Ziel?

Ich will nicht gross planen. Mein Ziel ist, so viele Spiele wie möglich zu machen und Leistung zu zeigen. Fleiss wird belohnt. Man kennt mich in England noch aus meiner Zeit bei Fulham und ich kenne den Fussball in England. Ich spüre Vertrauen und der Trainer hat mir gesagt, dass er mich weiterbringen will. Ich werde mein Bestes geben.

Und es geht ja schon am Samstag los.

Genau, deshalb habe ich mich auch bemüht, so schnell wie möglich alles zu erledigen, denn allein im August warten sechs Spiele auf uns. Wir starten am Samstag gegen Aufsteiger Burton Albion, am Dienstag spielen wir im Liga-Cup gegen Doncaster und danach geht es in der Meisterschaft Schlag auf Schlag weiter: am Freitag gegen Brighton, Dienstag gegen Brentford, am darauffolgenden Samstag gegen Wigan und zum Monats-Abschluss spielen wir am 27. August gegen Leeds United.

Sind Sie bereit für so einen Rhythmus?

Ja, ich bin voller Tatendrang und freue mich riesig, dass ich die Chance erhalten habe. Dann geht alles viel einfacher.

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