Biels Stapi nimmt Stellung: «Ich montiere eine Freisprechanlage aufs Velo»
Aktualisiert

Biels Stapi nimmt Stellung«Ich montiere eine Freisprechanlage aufs Velo»

Die Auto-Partei hat den Bieler Stapi Hans Stöckli angezeigt, weil er in einem TV-Beitrag auf dem Velo telefonierte. Mit 20 Minuten Online hat er über die Folgen und seinen «Racheplan» gesprochen.

von
amc

Willi Frommenwiler, Präsident der Auto-Partei des Kantons Bern, hat bei der Kantonspolizei in Langenthal eine Anzeige gegen den Bieler Stadtpräsidenten Hans Stöckli eingereicht. Frommenwiler sah Stöckli in einer Sendung des Westschweizer Fernsehens telefonierend auf dem Velo fahren und hatte die Nase voll, wie er 20 Minuten Online gestand. «Die Polizei macht Jagd nach fehlbaren Autofahrern auf Videoportalen, aber solche Velofahrer werden nie gebüsst.» Er wolle deshalb an Hans Stöckli so etwas wie ein Exempel statuieren. «Schliesslich habe dieser eine Vorbildfunktion, diese sollte er auch wahrnehmen», begründete Frommenwiler.

Der Bieler Stadtpräsident hat sich bisher nicht zum Vorfall geäussert: «Ich weiss offiziell noch gar nichts von der Anzeige», sagt Stöckli gegenüber 20 Minuten Online. Er habe erst am Dienstagmorgen aus dem Radio davon erfahren und sei etwas überrascht. Er bestreitet nicht, dass er manchmal zum Telefon greife, wenn es klinge und er auf dem Fahrrad unterwegs sei. «Schliesslich lege ich 5000 Kilometer pro Jahr auf dem Velo zurück», so Stöckli. Normalerweise steige er aber anschliessend vom Fahrrad ab. Was er auch im kritisierten Fall getan habe, wie die Filmaufnahmen zeigten.

Inszeniert für das Fernsehen?

«Es war nicht besonders clever, sich so filmen zu lassen», gibt Hans Stöckli zu. Er wisse aber nicht einmal, ob er tatsächlich telefoniert habe, als die Aufnahmen entstanden. «Der Beitrag ist im Februar 2009 aufgenommen worden und ich kann mich wirklich nicht erinnern.» Der Redaktor vom Westschweizer Fernsehen hat die Bilder für den aktuellen Beitrag über Ricardo Lumengo aber aus dem Archiv geholt und damit Stöckli eine Anzeige eingebracht. «Der Journalist will die Busse für mich bezahlen», sagt Stöckli.

Der Stapi will trotzdem die nötigen Schritte aus der Anzeige ziehen: «Ich montiere mir nun auch auf dem Fahrrad eine Freisprechanlage, wie ich sie im Auto habe.» Für die Auto-Partei könnte die Anzeige nach hinten losgehen. Denn: Er freue sich, dass die Auto-Partei sich nun für die Verkehrsregeln stark mache, sagt Stöckli. «Ich gehe davon aus, dass wir nun einen Deal haben, dass auch bei fehlbaren Autofahrern systematisch Anzeige erhoben wird.» Kaum vorstellbar, dass die Stimme der Autofahrer sich die Sache so vorgestellt hat.

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