Roger Federer: «Ich muss es nun erzwingen»
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Roger Federer«Ich muss es nun erzwingen»

Roger Federer zeigte sich nach seiner Niederlage gegen Ernest Gulbis schwer enttäuscht. Grund für Beunruhigung sieht er aber nicht, denn die Einstellung stimmt.

von
tog

«Er [Gulbis] dominierte die Partie definitiv. Dass ich bei 4:5 zurück ins Match fand, war Glück. Mein Spiel hatte keinen Druck. Auch bei 5:5 fühlte ich mich nicht gut. Mein Aufschlag funktionierte überhaupt nicht mehr. Ich produzierte zwar keine Doppelfehler, aber mein erster Service kam nicht mehr. Von der Grundlinie aus konnte ich das Tempo nicht diktieren», so die schonungslose Analyse von Roger Federer nach der Zweitrunden-Niederlage gegen Ernest Gulbis am ATP-Turnier von Rom.

Wie gegen Marcos Baghdatis in Indian Wells und Tomas Berdych in Miami schied der Schweizer nach einer knappen Entscheidung im dritten Satz aus: «Es war ein sehr frustrierendes Ende der Partie. Es ist das dritte Mal, dass ich auf eine solche Art verliere. Das tut auf eine Art weh. So geht das manchmal, man muss einfach dafür sorgen, dass man zurückkommt».

Wie immer, wenn Roger Federer verliert oder mehrere Turniere in Serie nicht gewinnt, muss er sich Fragen zu seinem Gemütszustand anhören – wie er denn damit umgehe. Dazu antwortet der Schweizer mit dem gewohnten Selbstbewusstsein: «Es ist einfacher, die Niederlagen hinzunehmen, weil ich gewohnt bin, so viel zu gewinnen. Es passiert. Man kann nicht alle Partien einer Saison gewinnen. Manchmal braucht es eine Niederlage, um aufzuwachen, den Geist wieder wachzurütteln. Dann denkt man wieder darüber nach, wie man nächste Woche auftreten will. Wenn man gewinnt, erscheinen die Dinge einfach – die Siege zu einfach. Wenn man verliert, dann begreift man erst, wie schwer es ist, diese Tour zu dominieren. Das K.o.-System im Tennis ist brutal. Eine Woche ist man grossartig, eine Woche ist man schrecklich. Deshalb wird mich diese Niederlage nicht erschüttern.»

Und dass er zurückkommt, daran zweifelt die Weltnummer 1 nicht:«Ich bin nicht beunruhigt, sondern eher gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden. Es ist immer so, wenn man den Belag wechselt, die erste Partie spielt und früh verliert – dann kann man das nächste Turnier kaum erwarten. So fühle ich. Es ist frustrierend, dreimal auf diese Art zu verlieren, weil ich glaube, gegen Ende der Turniere gutes Tennis zeigen zu können. Aber ich kriegte nicht die Chance, das zu zeigen und Vertrauen aufzubauen. Ich muss es nun auf die harte Tour erzwingen, mich durch ein paar hässliche Matches arbeiten und dann in die Halbfinals und Finals vorarbeiten, wo ich üblicherweise mein bestes Tennis zeige. Hoffentlich schon nächste Woche in Estoril».

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