Delinquent-Habits-Rapper: «Ich muss hier nie Angst haben»
Aktualisiert

Delinquent-Habits-Rapper«Ich muss hier nie Angst haben»

Die Hip-Hop-Combo Delinquente Habits hat den Rapper Ives gross gemacht. 20 Minuten Online sprach mit dem Amerikaner über frühere Aggressionen, heutige Ängste, seine Schweizer Frau und deren Heimat.

von
Stefan Sprenger

20 Minuten Online: Hallo Ives! Du bist wieder einmal in der Schweiz und gibst mehrere Konzerte. Wieso bist du so oft hier anzutreffen? Gefällt dir die Schweiz so sehr?

Ives: Die Schweiz gefällt mir, ja! Noch mehr gefällt mir aber meine Frau Elena (lacht). Sie ist Schweizerin und kommt aus Untersiggenthal. Das ist auch der Hauptgrund, dass ich so oft hier zu Besuch bin.

Wo habt ihr euch kennengelernt?

In Aarburg an einem Konzert. Sie stand an diesem Abend auf dem Balkon im Club. Immer wenn ich nach oben sah, war sie voll im orangefarbenen Schweinwerferlicht. Es war Schicksal. Nach dem Konzert haben wir uns dann Unterhalten und es hat gleich gefunkt.

Was hat sie denn, was andere nicht haben?

Sie ist sehr ehrlich. Sie sagt mir was ich brauche, und nicht was ich hören möchte. Ausserdem haben mich ihre Augen und ihr lachen verzaubert. Oh Mann, ich möchte nie mehr eine andere Frau.

Was magst du ausser deiner Frau Elena sonst noch an der Schweiz?

Hier hat es sehr gute Tätowierer. Die Landschaft ist schön und die Menschen freundlich. Und was ganz wichtig ist: Ich muss hier nie Angst haben und kann mich sicher fühlen.

Wieso? Ist das nicht überall so?

Nein. In Amerika laufen Jugendliche auf der Strasse mit Knarren herum. An Hip-Hop Konzerten wird herumgeballert. Völlig bescheuert. Deswegen treten wir in den USA auch nicht mehr auf, es ist uns zu gefährlich.

Dafür haben wir Europäer umso mehr von den Delinquente Habits...

Genau. Wir sind dafür viel in Europa unterwegs. Mazedonien, Türkei, Spanien, Schweiz und so weiter. Wir lieben Europa. Hier mögen uns die Leute für das, was wir in der Vergangenheit erreicht haben und wissen es zu schätzen. In den USA sind die Leute diesbezüglich ignorant.

Wenn wir schon beim Thema Gewalt sind: Hast du da eine weisse Weste?

Nein, nein (lacht). Ich war früher oft aggressiv und habe Mist gebaut. Ich war manchmal zur falschen Zeit am falschen Ort. Durch die Geburt meiner beiden Kinder vor elf Jahren bin ich aber sehr ruhig geworden und habe mehr Verantwortungsbewusstsein. Ich sehe die Welt mit anderen Augen. Mir liegt es sehr am Herzen, dass meine Kinder nicht denselben Mist durchmachen müssen wie ich.

Also sind deine «wilden Zeiten» vorbei?

Ich lebe mit meiner Frau in einem Vorort von Los Angeles und habe einen Chihuaha und einen Dackel. Den Rest kannst du selbst beurteilen.

Euer neuestes Album, das seit Oktober 2009 auf dem Markt ist, heisst «The Common Man» (zu Deutsch: der einfache Mann). Würdest du dich auch als einfachen Mann bezeichnen?

Schon ja. Materielles ist mir nicht so wichtig. Ich lebe nach dem Motto «Back to Nature».

Wie lange wirst du noch Musik machen?

Keine Ahnung, ich bin ja erst 30 und irgendwas (lacht laut). Ich denke, ich mache weiter so lange wie mich die Leute mögen. Ich sage mir immer: Mach was du liebst und alles wird gut. Und ich liebe die Musik.

Zum Schluss noch: Wie teuer waren all die Tatoos auf deinem Körper?

Ich schätze so 30'000 Dollar. Ich weiss es aber nicht, da ich fast keines bezahlen musste.

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