Carlos Bernegger: «Ich muss mir noch sehr viele Gedanken machen»
Aktualisiert

Carlos Bernegger«Ich muss mir noch sehr viele Gedanken machen»

Der Einstand in Luzern ist Carlos Bernegger gelungen. Der FCL gewinnt das 6-Punkte-Spiel gegen Lausanne und kann den Abstand zum Tabellenletzten Servette Genf auf fünf Punkte vergrössern.

von
Eva Tedesco

Carlos Bernegger feiert bei seinem Einstand als FCL-Trainer einen Sieg. Luzern gewinnt gegen Lausanne 1:0. (Video: 20 Minuten)

«Es ist nicht alles optimal gelaufen, aber ich freue mich über den ersten Sieg», sagt Carlos Bernegger nach dem 1:0-Sieg der Luzerner gegen Lausanne, das mit dieser Niederlage tiefer in den Abstiegssumpf rutscht. Den einzigen Treffer der Partie erzielte Florian Stahel. Es war sein zweiter Saisontreffer. Das erste Mal hat der ehemalige FCZ-ler im letzten August getroffen – beim Debüt von Ex-Trainer Ryszard Komornicki.

Bernegger blieb trotz Sieg und drei Punkten realistisch. «Das ist nur der Anfang und der Sieg gibt noch keine Garantie. Wir müssen weiter arbeiten, denn es sind noch viele Sachen zu verbessern». Und er tut gut daran. Denn das Beste an der Partie am Samstagabend war aus Luzerner Sicht das Resultat. Der Rest - ein schwaches Spiel.

Bernegger bestimmt neuen Captain

Die Waadtländer hatten vor dem eigenen Tor den Bus parkiert und konzentrierten sich einzig aufs Verteidigen. Der Gastgeber tat sich schwer, den Riegel zu durchbrechen. «Wir müssen mehr Initiative übernehmen, die Kreativität in der Offensive verbessern und noch mehr Druck hinter den Ball bringen», zählt Bernegger die Mankos seiner Mannschaft auf. «Ich muss mir noch sehr viele Gedanken machen, wie ich der Mannschaft helfen und Lösungen zur Verbesserung bieten kann.»

Leichte Retuschen hat der ehemalige U21-Trainer des FC Basel in seiner ersten Arbeitswoche schon vorgenommen. Mit Xavier Hochstrasser, Stephan Andrist und Jérôme Thiesson hat er gegen Lausanne Spieler in die Startelf genommen, die unter seinem Vorgänger kaum mehr zum Zug gekommen waren. Und der FCL-Coach hat einen neuen Captain bestimmt. Statt wie bisher Claudio Lustenberger trägt Michel Renggli neu die Captain-Binde.

Ein Tag zum Geniessen

«Nach einigen Spielanalysen und Beobachtungen im Training hatte ich das Gefühl, dass die Captain-Binde mehr Last, als zusätzliche Motivation für Claudio war.» Für Renggli habe gesprochen, dass er den Mittelfeldspieler aus seiner Zeit bei GC (2000 bis 2008) kannte und als defensiver Mittelfeldspieler eine zentrale Position im Spiel einnimmt. Auf die Frage, wie Lustenberger auf seine Degradierung reagierte, antwortet der schweizerisch-argentinische Doppelbürger: «Ich habe meine Entscheidung gemacht, sie am Freitag kommuniziert und nicht gefragt, wie man sich fühlt.»

«Nach einer so intensiven Woche, wo sehr viele Sachen neu waren, so viele Gespräche stattgefunden haben und wir uns gegenseitig kennenlernen mussten, war die Erleichterung nach dem Sieg gross. Der Erfolg ist hilfreich für die Dinge, die ich unter der Woche verlangt habe. Am Sonntag können sie den Sieg geniessen, aber ab Montag wird der Fokus auf das nächste Spiel gerichtet, die Kräfte wieder gebündelt, damit wir auch die Aufgabe gegen GC packen können.»

Ein Geschenk für Alex Frei

Ab Montag erhält der 44-Jährige in der Person von Alex Frei Unterstützung, der dann offiziell seinen Job als FCL-Sportchef antreten wird. Carlos Bernegger schmunzelt und sagt: «Ein besseres Geschenk kann man dem neuen Chef nicht machen. Jetzt kann er unbeschwerter kommen und uns zusätzlich unterstützen, frische Kräfte mitbringen und mit dieser neuen Kraft können wir uns dann darauf konzentrieren, dass der FC Luzern immer besser wird.»

Diese Kräfte kann der FCL für die letzten neun Spieltage im Kampf gegen den Abstieg dringend brauchen, denn der Auftritt am Samstag war ausser dem Resultat wenig optimistisch, erkennbare Fortschritte verschwindend klein und die Innerschweizer treffen auch nicht in jeder Runde auf einen derart harmlosen Gegner. Auf Bernegger und Frei wartet ein Berg an Aufgaben, der so hoch ist wie der Pilatus.

Lausanne-Trainer Roussey stinksauer

Laurent Roussey ist kein Mann der lauten Töne. Nach der 0:1-Niederlage in Luzern hatte der Lausanne-Trainer aber einen dicken Hals. «Wir haben gegen Luzern nicht so schlecht begonnen, aber dann haben wir uns beim Gegentor - ich kann es nicht anders sagen - idiotisch verhalten. Die Einwechselspieler kamen ohne Spirit ins Spiel. Das macht mich richtig sauer! Mit so einer Einstellung der Wechselspieler darf man überhaupt nichts erwarten.» Die Waadtländer stecken wieder mitten im Abstiegskampf. Der Vorsprung auf Luzern beträgt noch einen Punkt. Der Abstand auf Schlusslicht Servette sechs Zähler. (ete)

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