Aktualisiert 23.07.2019 09:55

Vorwürfe gegen Polizei

«Ich musste mich ohne Begründung ausziehen»

Einige Klimaaktivisten, die an der Blockade der Credit Suisse teilnahmen, erheben schwere Vorwürfe gegen die Zürcher Polizei. Sie sagen, sie seien grob angefasst und beleidigt worden.

von
mon
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Klimaaktivisten erheben schwere Vorwürfe gegen die Zürcher Polizei.

Klimaaktivisten erheben schwere Vorwürfe gegen die Zürcher Polizei.

Keystone/Ennio Leanza
Am 8. Juli hatten Klimaaktivisten des Collective Climate Justice die Eingänge der Hauptsitze der Grossbanken UBS in Basel und der Credit Suisse in Zürich besetzt.

Am 8. Juli hatten Klimaaktivisten des Collective Climate Justice die Eingänge der Hauptsitze der Grossbanken UBS in Basel und der Credit Suisse in Zürich besetzt.

Flickr Collective Climate Justice
Die Polizei musste eingreifen, 64 Personen wurden verhaftet. Einige behaupten nun, sie seien grob angefasst und beleidigt worden.

Die Polizei musste eingreifen, 64 Personen wurden verhaftet. Einige behaupten nun, sie seien grob angefasst und beleidigt worden.

Keystone/Ennio Leanza

Klimaaktivisten des Collective Climate Justice hatten am 8. Juli die Eingänge der Hauptsitze der Grossbanken Credit Suisse in Zürich und UBS in Basel besetzt. Die Polizei musste eingreifen, 64 Personen wurden verhaftet. Der Straftatbestand lautete bei den meisten Verhafteten Nötigung. Die Mehrheit erhielt eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 30 Franken, umgerechnet 1800 Franken.

Das wollen einige an der Blockade der Credit Suisse beteiligten Klimaaktivisten aber so nicht hinnehmen. Sie haben gegen ihren Strafbefehl Einsprache erhoben. Zudem erheben sie schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

«Du hast hier keine Rechte»

So erzählt eine 25-Jährige dem «Tages-Anzeiger»: «Ich musste mich ohne richtige Begründung zur Körperkontrolle ausziehen. Mehrmals wurde ich mit Schmerzgriffen zu Boden oder gegen die Wand gedrückt.»

Immer wieder sei sie grob angefasst und beleidigt worden. Einen Anruf habe sie erst tätigen dürfen, nachdem sie darauf beharrte. «‹Du hast hier keine Rechte›, sagten sie, und immer wieder wurde mir erklärt, wie dumm ich sei und dass ich wohl als Kind auf den Kopf gefallen sei.» Sie habe nur noch geweint, so die 25-Jährige.

«Räumung verhältnismässig erfolgt»

Auch eine andere Klimaaktivistin (20) kritisiert das Vorgehen der Polizei scharf. Für sie sei das Schlimmste gewesen, dass sie in der Zeit, als sie im Gefängnis sass, überhaupt keine Informationen erhielt. Wie sie sagt, soll ihr sogar ein Telefonanruf verwehrt worden sein. Zudem sei sie von einer Polizistin als «Mannsweib» bezeichnet worden.

Die Stadtpolizei Zürich weist die Vorwürfe klar zurück: «Die Aktivistinnen und Aktivisten leisteten teilweise passiven Widerstand und mussten weggetragen werden. Falls sich Personen nicht korrekt behandelt fühlen, können sie sich auf dem offiziellen Weg beschweren», sagt Sprecherin Judith Hödl. Die Räumung sei aber erst nach Ablauf von mehreren Abmahnungen und laut Hödl verhältnismässig erfolgt.

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