Aktualisiert 16.04.2018 19:25

Basler Influencerin«Ich poste erst, wenn Mama grünes Licht gibt»

Über 65'000 Follower bringen Claudia Markovic neben Aufmerksamkeit auch Geld und Werbedeals ein. Das sei aber auch ein Knochenjob, so die Studentin.

von
sis

Was auf ihren Instagram-Posts so einfach und spontan aussehen, sei laut Markovic mit viel Aufwand verbunden. (Video: 20 Minuten / sis)

Ihre Leidenschaft für das Posen und Fotografieren ist für Claudia Markovic mittlerweile zu einem lukrativen Nebenjob geworden: «Manchmal bekommt man Geld, manchmal nur die Produkte wie Klamotten oder Taschen», sagt sie. Die 21-jährige Wirtschaftsstudentin postet bereits seit 2015 fleissig auf Instagram und zählt aktuell mehr als 65'000 Anhänger, die täglich versorgt werden wollen.

Werbedeals mit Kunden wie Female Plus, Zebra Fashion, Gym Killer oder Daniel Wellington konnte sie bereits an Land ziehen. Der höchste Betrag, den sie bisher für einen Post bekommen hat, waren 300 Euro. «Davon kann man nicht leben, aber es ist ein guter Nebenverdienst», freut sie sich.

«Manchmal bin ich mit den Nerven ziemlich am Ende»

Die massenhafte Produktion der Bilder sei aber auch aufwendig: «Meistens ziehe ich am Wochenende los, nehme eine grosse Tasche mit den verschiedenen Looks mit und mache gleich mehrere Fotos für die ganze Woche», sagt Markovic.

Für die Shootings ziehe sie sich ungesehen vor Ort um: «Mit der Zeit wurden wir ziemlich erfinderisch», sagt sie mit einem Schmunzeln. Wir – das ist sie mit ihren beiden Schwestern Marinela (29) und Laura (26). Die beiden sind Fotografen, Manager, Stylisten und «Mädchen für alles» in einem.

Auch die Vorbereitung und Organisation brauche sehr viel Zeit. Klamotten müssen ausgewählt, Locations ausgesucht und die Bilder hinterher teilweise bearbeitet werden. «Manchmal bin ich mit den Nerven ziemlich am Ende, es ist schon ein Knochenjob», so die Studentin.

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Die 21-jährige Claudia Markovic ist erfolgreiche Influencerin auf Instagram und konnte schon mehrere Werbedeals ergattern.

Die 21-jährige Claudia Markovic ist erfolgreiche Influencerin auf Instagram und konnte schon mehrere Werbedeals ergattern.

20 Minuten/sis
Bevor ein Bild veröffentlicht wird, fragt sie erst ihre Mutter um Rat. «Erst wenn sie grünes Licht gibt, wird gepostet», erklärt Markovic.

Bevor ein Bild veröffentlicht wird, fragt sie erst ihre Mutter um Rat. «Erst wenn sie grünes Licht gibt, wird gepostet», erklärt Markovic.

20 Minuten/sis
Weil sie sich der Schnelllebigkeit und harten Konkurrenz in diesem Business bewusst ist, studiert sie Wirtschaft: «Ausbildung ist etwas, das bleibt – eine Sicherheit fürs Leben», sagt sie.

Weil sie sich der Schnelllebigkeit und harten Konkurrenz in diesem Business bewusst ist, studiert sie Wirtschaft: «Ausbildung ist etwas, das bleibt – eine Sicherheit fürs Leben», sagt sie.

20 Minuten/sis

«Werbung mit Flyern ist Geldverschwendung»

Schwester Marinela kümmert sich vor allem um das Geschäftliche. Ihrer Meinung nach liege die Zukunft der Werbung im Online-Bereich. «Viele Leute werben noch immer mit Flyern für ihre Unternehmen – so eine Geldverschwendung. Man hat viel mehr Reichweite mit Instagram und anderen Social Media», erklärt die Büroangestellte.

Für die Coiffeuse der Schwestern hätten sie auch schon erfolgreich gepostet: «Sie hatte danach viel mehr Kunden.»

Wirtschaftsstudium ist ihr wichtiger

Die 65'000 Follower lösen jedoch nicht nur Glücksgefühle aus: «Es ist schon ein tolles Gefühl zu wissen, dass man gut ankommt. Andererseits setzt es mich auch unter Druck, alles perfekt machen zu wollen», sagt Markovic. Ihre Familie sei ihr dann eine grosse Stütze. Allen voran Mama Markovic: «Sie ist wie eine Freundin für mich und gibt mir viele Ratschläge. Erst wenn sie grünes Licht gibt, wird gepostet.»

Weil sie sich der Konkurrenz und Schnelllebigkeit ihrer Tätigkeit bewusst ist, widmet sich Markovic seit dem vergangenen Jahr hauptsächlich dem Wirtschaftsstudium. Das ist ihr auch wichtiger als Instagram: «Ausbildung ist etwas, das bleibt – eine Sicherheit fürs Leben.»

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