Aktualisiert 09.06.2015 13:27

Schlieren ZH«Ich sah das viele Wasser in der Unterführung nicht»

Qemajl Kryezius Auto bleibt in einer überschwemmten Unterführung stecken – er und seine Frau können nur noch übers Fenster fliehen.

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fro
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Für Qemajl Kryeziu begann die neue Woche alles andere als gut: Sein Skoda Octavia konnte selbst am Montagmittag, 8. Juni 2015, noch nicht aus der Goldschlägi-Unterführung in Schlieren ZH geborgen werden.

Für Qemajl Kryeziu begann die neue Woche alles andere als gut: Sein Skoda Octavia konnte selbst am Montagmittag, 8. Juni 2015, noch nicht aus der Goldschlägi-Unterführung in Schlieren ZH geborgen werden.

fro
Er und seine Ehefrau waren am Sonntagabend auf dem Heimweg, als enorme Regenfälle über Schlieren niedergingen. Dabei blieben sie mit dem Auto in der Unterführung stecken. Besonders bitter: Sie wohnen gleich um die Ecke.

Er und seine Ehefrau waren am Sonntagabend auf dem Heimweg, als enorme Regenfälle über Schlieren niedergingen. Dabei blieben sie mit dem Auto in der Unterführung stecken. Besonders bitter: Sie wohnen gleich um die Ecke.

fro
Einige Stunden zuvor war diese gar randvoll gewesen - der Skoda ist rechts kaum noch zu sehen.

Einige Stunden zuvor war diese gar randvoll gewesen - der Skoda ist rechts kaum noch zu sehen.

Leser-Reporter

Qemajl Kryeziu ist sprachlos und traurig beim Anblick seines Skoda Octavia. Sein neues Auto konnte am Montagmittag immer noch nicht aus der Goldschlägi-Unterführung in Schlieren geborgen werden. «Es tut sehr weh, das Auto unter Wasser zu sehen», sagt Kryeziu, Mitbesitzer einer Plattenlegerfirma. «Der Wagen hatte erst 12'000 Kilometer auf dem Zähler und ich bin sehr gerne damit gefahren.»

Das Unglück geschieht am Sonntagabend. Er und seine Frau sind mit ihrem Skoda auf dem Heimweg. «Wegen des starken Regens fuhr ich sehr langsam – trotzdem konnte ich das viele Wasser in der Unterführung nicht sehen», so Kryeziu. Als er es bemerkt, ist es bereits zu spät. «Das Auto steckte fest und ich hatte keine Kontrolle darüber mehr», so Kryeziu. Dabei hätten sie nur noch einmal abbiegen müssen und wären zu Hause gewesen.

«Ich habe kaum geschlafen»

Um nicht im Wasser zu ertrinken, bleibt nur noch der Ausstieg übers Beifahrerfenster. «Zuerst half ich meiner Frau. Sie hielt sich am Geländer der Unterführung fest und zog sich hinaus», so Kryeziu. Als sie in Sicherheit ist, klettert er aus dem Fenster. «Ich musste ein paar Firmenunterlagen, ihr Handy und ein paar weitere Sachen zurücklassen», sagt Kryeziu. «Doch wir waren einfach nur froh, heil da rausgekommen zu sein.»

Danach teilt ihnen die Feuerwehr mit, dass man im Moment nichts mehr tun könne. Kryeziu und seine Frau entfernen sich schweren Herzens von ihrem Auto. Er sagt: «Ich habe diese Nacht kaum geschlafen.»

Ist ein solches Schadensereignis von der Versicherung gedeckt? Zum konkreten Fall kann Mirjam Eberhard, Sprecherin von Axa Winterthur, keine Aussage machen: «Die Umstände müssen genau geprüft werden, bevor über eine Deckung des Schadens entschieden wird.» Nur so viel: Grundsätzlich komme die Kaskoversicherung dafür auf, «sofern der Fahrer im guten Treuen annehmen konnte, dass das Wasser durchfahrbar sei und nicht bewusst in Wasser fährt, dessen Tiefe er nicht abschätzen kann.»

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