Aktualisiert 27.12.2016 15:26

Steckborn TG«Ich sah sie im Wasser – es sah aus wie ein Kampf»

Eine Frau kenterte an Weihnachten mit ihrem Kajak auf dem Bodensee und kämpfte um ihr Leben. Dass sie gerettet wurde, verdankt sie Michael Meni.

von
nab

Michael Meni hat einer gekenterten Kajak-Fahrerin das Leben gerettet. (Quelle: TVO)

Michael Meni geht jeden Sonntag mit seinem Hund am Steckborner Seeufer spazieren – so auch an Weihnachten. Als er und ein Freund auf den See blickten, sahen sie dort etwas treiben. Bei genauerem Hinsehen hätten sie dann erkannt, dass es sich um einen Menschen handelte. «Es sah aus wie ein Kampf», so der Steckborner zu TVO.

Und das war es auch: Die Frau war mit ihrem Kajak aus noch ungeklärten Gründen gekentert und 150 Meter vom Ufer entfernt ins Wasser gefallen. Sie kämpfte rund eine Stunde ums Überleben. Meni sagt, er habe nur Sekunden überlegt und dann sofort den Notruf gewählt. Wenige Minuten später traf die Seepolizei Thurgau am Unfallort ein. Erst als er gesehen habe, wie schnell die Polizei der Frau zur Hilfe geeilt sei, sei ihm richtig bewusst geworden, wie ernst die Lage tatsächlich gewesen sei. Die stark unterkühlte Frau wurde dann aus dem Wasser gezogen.

«Man merkt sofort, wenn etwas nicht stimmt»

Obwohl Meni der 51-jährigen Frau wohl das Leben gerettet hat, sieht er sich nicht als Helden: «Ich habe einfach das gemacht, was man machen sollte.» Er habe ja nicht gewusst, wie lange die Frau schon auf dem See getrieben sei. Vom Ufer aus habe es aber nicht gut ausgesehen. Und: «Wer weiss, wie lange sie das noch durchgehalten hätte?»

Es ist nicht das erste Mal, dass Meni zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Vor Jahren habe er schon einmal einen Surfer in Seenot entdeckt und darauf die Seepolizei alarmiert, so der Steckborner. «Besser man wählt die Nummer 117 einmal zu viel als zu wenig.» Auch habe er schon mal den Rettungsring ausgeworfen, weil einem Segelschiff der Mast abgebrochen war. Als Einheimischer schaue man halt auf den See, so Meni. «Und darum merkt man sofort, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte.»

Wie es der geretteten Frau momentan geht, kann die Kantonspolizei Thurgau nicht sagen. Laut Polizeisprecher Matthias Graf hat Meni genau richtig gehandelt: «Zum Glück war er dort unterwegs und hat sofort die Kantonspolizei Thurgau verständigt.»

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