Bagdad: «Ich sah, wie Autos in die Luft geschleudert wurden»

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Bagdad«Ich sah, wie Autos in die Luft geschleudert wurden»

Auf einem Markt im Sadr-Viertel in Bagdad ist eine Bombe explodiert. Der IS hat sich zum Anschlag bekannt.

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woz
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Massiver Sprengsatz in LKW versteckt: Auf einem Markt in Bagdad ist eine Bombe explodiert. (13. August 2015)

Massiver Sprengsatz in LKW versteckt: Auf einem Markt in Bagdad ist eine Bombe explodiert. (13. August 2015)

kein Anbieter/AP/Karim Kadim
Dutzende Personen sind beim Anschlag umgekommen. Über Hundert wurden verletzt.

Dutzende Personen sind beim Anschlag umgekommen. Über Hundert wurden verletzt.

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«Donnerstags ist der Markt besonders voll, weil Menschen aus den anderen Provinzen kommen, um sich für das Wochenende mit Essen einzudecken», sagte ein Polizeibeamter.

«Donnerstags ist der Markt besonders voll, weil Menschen aus den anderen Provinzen kommen, um sich für das Wochenende mit Essen einzudecken», sagte ein Polizeibeamter.

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Bei der Explosion einer massiven Lkw-Bombe auf einem beliebten Lebensmittelmarkt in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind nach Polizeiangaben mindestens 62 Menschen getötet worden. Mindestens 89 weitere seien bei der Detonation am Donnerstagmorgen in dem Stadtviertel Sadr City verletzt worden. Krankenhausbeamte bestätigten die Opferzahlen.

Minibus-Fahrer Hassan Hamid sagte der Nachrichtenagentur AP, sein Wagen sei von der Wucht der Detonation zehn Meter weit auf einen Gehweg geschleudert worden. «Das war die stärkste Explosion, die ich je in meinem Leben gesehen habe», sagte der 37-Jährige, als er im Krankenhaus wegen seiner Verletzungen behandelt wurde. «Ich sah, wie einige Autos in die Luft geschleudert wurden und überall Feuer ausbrach.»

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich zum massiven Bombenanschlag bekannt. Die Tat habe Schiiten gegolten, erklärte der IS in einer Nachricht auf einem seiner Twitter-Konten. Sie sollten das gleiche Leid erfahren wie die Sunniten durch schiitische Bombardements. Der IS drohte zudem mit weiteren Anschlägen.

«Markt war voll»

«Donnerstags ist der Markt besonders voll, weil Menschen aus den anderen Provinzen kommen, um sich für das Wochenende mit Essen einzudecken», sagte ein Polizeibeamter. Bei dem Lkw, auf den die Explosion zurückging, habe es sich um einen Kühlwagen gehandelt. Daher sei es unmöglich gewesen, ihn von anderen Lastwagen zu unterscheiden, die Erzeugnisse zum Markt lieferten.

Bewohner eilten zum Markt, um den Opfern zu helfen. Sie trugen Leichen in Müllsäcken und schickten die Verletzten in Rettungswagen oder Privatautos in örtliche Krankenhäuser. Durch die Explosion wurde ein Grossteil des Marks eingeäschert. Noch lange nach der Detonation löschten Feuerwehrleute den noch schwelenden Komplex mit Wasser.

In Bagdad kommt es fast täglich zu Bombenanschlägen, doch so viele Opfer bei einem einzelnen Attentat gibt es nur selten. Im Juli waren bei einem Angriff auf einen Markt in der ostirakischen Provinz Dijala mehr als 115 Menschen ums Leben gekommen. Es war der schwerste Anschlag im Irak seit fast einem Jahrzehnt.

(woz/sda)

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