FCZ-Trainer Massimo Rizzo über die Angst vor dem Barrage-Platz
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FCZ-Trainer Massimo Rizzo«Ich schätze die aktuelle Situation nicht als dramatisch ein»

Dem FC Zürich droht nach einer katastrophalen Rückrunde der Absturz auf den Barrage-Platz. Trainer Massimo Rizzo sieht aber keine Parallelen zum Abstieg 2016.

von
Lucas Werder
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Massimo Rizzo ist seit Oktober 2020 Trainer beim FC Zürich.

Massimo Rizzo ist seit Oktober 2020 Trainer beim FC Zürich.

Marc Schumacher/freshfocus
Nur einen Sieg konnte der FCZ in den letzten elf Spielen einfahren.

Nur einen Sieg konnte der FCZ in den letzten elf Spielen einfahren.

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Zuletzt gab es eine 1:3-Pleite gegen den FC Luzern.

Zuletzt gab es eine 1:3-Pleite gegen den FC Luzern.

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Darum gehts

  • Der FC Zürich ist die schlechteste Super-League-Mannschaft der Rückrunde.

  • Am kommenden Spieltag könnte der FCZ auf den Barrage-Platz abrutschen.

  • Trainer Massimo Rizzo zeigt sich im Interview mit 20 Minuten aber weiterhin zuversichtlich.

Massimo Rizzo, spielt der FC Zürich in der kommenden Saison noch in der Super League?

Ich konzentriere mich nur auf die nächsten Aufgaben. Und das ist in diesem Fall das Spiel gegen Lugano.

Mit einer Niederlage gegen Lugano könnte der FCZ auf den Barrage-Platz abrutschen. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein?

Ich schätze die Situation realistisch, aber nicht dramatisch ein. Die Tabelle sieht nun mal so aus. Wir müssen diese Situation akzeptieren und alles dafür tun, so schnell wie möglich aus dem Keller zu kommen.

Sie waren schon in der Abstiegssaison 2015/2016 dabei. Sehen Sie Parallelen zu jetzt?

Ich möchte das nicht vergleichen. Es ist jetzt eine andere Situation mit einem anderen Team.

Was läuft falsch beim FC Zürich?

Die Überzeugung ist da. Aber wir müssen möglichst schnell lernen, mit gewissen Spielsituationen umzugehen. Ein gutes Beispiel ist für mich Varol Tasar vom FC Luzern, der im letzten Spiel gegen uns immer wieder Willen und Entschlossenheit gezeigt hat, gewisse Situationen zu seinen Gunsten zu erzwingen. Das müssen wir auch auf den Platz bringen.

Und dieser Wille fehlt Ihrem Team aktuell?

Der Wille ist schon da. Aber gewisse Kleinigkeiten fehlen mir, die am Schluss entscheidend sind. Vor allem im gegnerischen Strafraum agieren wir zurzeit zu wenig konsequent.

Wie wollen Sie das ändern? Setzen Sie nochmals neue Reize im Training?

Wir haben es in den letzten drei bis vier Wochen schon immer wieder im Training angesprochen. Aber wir sind jetzt noch einmal mehr in die Details und haben versucht, den Spielern aufzuzeigen, um was es genau geht und auf was wir schauen müssen. Das gilt es nun, gegen Lugano umzusetzen.

Als Sie im Oktober beim FC Zürich übernommen haben, lief es zunächst prächtig. Jetzt sieht es ganz anders aus. Hat sich die Stimmung im Training verändert?

Die Stimmung im Training ist immer noch gut, die Spieler geben Vollgas. So sind zumindest meine Eindrücke. Klar, es ist eine andere Situation und das Bewusstsein darüber ist da. Nun müssen wir das aber auch im Spiel zeigen.

Können Sie sich erklären, wie der FCZ überhaupt so abrutschen konnte?

Es ist viel passiert seit Januar. Aber jetzt hier eine Erklärung zu finden, ist schwierig. Wir stehen in der Tabelle nun mal jetzt da, wo wir stehen. Zurückzuschauen bringt jetzt nichts. Wir müssen uns auf die nächste Aufgabe fokussieren. Wir haben immer noch alles in der eigenen Hand. Das hilft.

Erreichen Sie die Mannschaft noch?

Absolut.

Ist es möglich, dass das Spiel gegen Lugano Ihr letztes als FCZ-Trainer ist?

Es geht nicht um meine Person. Es geht einzig und allein um den FC Zürich. Der Club ist das Einzige, was zählt.

Ist es daher möglich, dass Sie von sich aus zurücktreten?

Ich sehe, dass ich der Mannschaft immer noch Impulse gebe. Ich bin überzeugt, dass ich an den richtigen Hebeln ziehe. Die Spieler geben mir positive Zeichen.

Wie kommt der FC Zürich aus dieser Negativspirale raus?

Ich bin überzeugt, dass sich die Arbeit über kurz oder lang auszahlt. Wir müssen vor dem Tor noch mehr Willen zeigen. Das Verhalten der Mannschaft im Training stimmt mich positiv. Aber wir müssen das Glück auch in den Spielen erzwingen. Zudem müssen wir hinten unsere Fehler abstellen und in einer Drucksituation auch mal einen Ball einfach auf die Tribüne hauen.

Dieses Interview wurde im Rahmen einer Medienrunde vor dem Spiel gegen Lugano aufgezeichnet.

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