Grosse Ehre: «Ich schüttelte Paul McCartney die Hand»
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Grosse Ehre«Ich schüttelte Paul McCartney die Hand»

Der Thurgauer Andreas Häberlin hat sein Musikstudium an Paul McCartneys Universität in Liverpool abgeschlossen. Bei der Diplomverleihung hat er Sir Paul gar persönlich getroffen.

von
qll

«Ich war ziemlich aufgeregt, als ich ihm begegnen konnte. Für mich ist Paul McCartney der erfolgreichste lebende Künstler», so der 27-jährige Andreas Häberlin.

Häberlin hat diesen Sommer sein Musikstudium an Sir Paul McCartney's Universität, dem Liverpool Institute for Performing Arts in Liverpool, mit der Höchstnote abgeschlossen. Im Rahmen seiner Diplomverleihung Ende Juli diesen Jahres hat der Berlinger den Gründer der Universität, Sir Paul McCartney, persönlich getroffen und mit ihm einige Worte gewechselt. Danach durfte er auch ein Foto mit dem Ex-Beatle machen.

Zudem wurde Häberlin die Ehre zuteil, die Zeremoniemusik zu komponieren, zu der Sir Paul McCartney das grosse Auditorium betrat und verliess und zu der zahlreiche Ehrungen und Preisverleihungen an seiner Universität stattfanden.

Absolutes Gehör

Durch seine Eltern, die beide Akkordeon spielen, kam Häberlin sehr früh in Berührung mit der Musik. Seine ersten musikalischen Gehversuche machte er am Klavier. «Mein Vater hat ein gutes Ohr, meine Mutter schaut eher auf die Noten. Schlussendlich musste ich aber alles selber erlernen», erzählt der Thurgauer. «Jedoch haben mein Bruder und ich das absolute Gehör. Vererbt oder nicht, es ist ein Segen, denn dadurch konnte ich Musikstücke schneller erlernen.»

Bereits während seiner Mittelschulzeit machte Häberlin erste Erfahrungen mit Bands, Ensembles und Blasorchestern. Er nahm dann auch Unterricht im Kirchenorgel-Spielen und durfte etwa den Gottesdienst in Berlingen begleiten.

Später besuchte er die Kantonsschule in Kreuzlingen und belegte dort Wirtschaft und Recht als Schwerpunktfach. «Ich wollte verstehen, wie die Wirtschaft funktioniert. Dadurch verstehe ich auch besser, wie die Musikbranche funktioniert», so Häberlin. Mit der Musik hörte er nie.

Nach der Matura schloss er im Jahr 2010 ein Kompositionsstudium an der Zürcher Hochschule der Künste ab und arbeitete nebenbei an verschiedenen Werken mit. Nach dem Abschluss machte der damals 23-Jährige unter anderem an Werken wie «Die Schweizermacher» oder «Ich war noch niemals in New York» mit.

Dann kam der Wendepunkt

Mit gerade einmal 25 Jahren entschied sich der Berlinger, sein bisheriges Leben völlig umzukrempeln. «Ich wollte einfach mehr. Mehr Leute kennenlernen, mehr von der Welt sehen und mehr ausprobieren», so Häberlin.

Deshalb bewarb er sich an einigen Universitäten, nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Das Liverpool Institute for Performing Arts habe als Erstes zugesagt. Da die Kosten an der Elite-Universität sehr hoch sind, erhielt Häberlin ein Stipendium von der Zürcher Lyra Stiftung, die junge, hochbegabte Musiker unterstützt. «Ich hätte mir das nie leisten können», sagt er. Ein Studienjahr kostet immerhin rund 20'000 Franken.

Insgesamt dauerte die Ausbildung drei Jahre, Häberlin hat allerdings ein Studienjahr übersprungen. Während des Studiums wurde er mit zwei Preisen ausgezeichnet: dem Jazz-Preis für ausserordentliche Jazzstudien und Performance und dem Philip-Holt-Preis für ausserordentliche Leistungen an die Community.

Momentan arbeitet Häberlin als Pianist am Liverpool Institute for Performing Arts. Zudem versucht er die Weichen für eine noch grössere Musikerkarriere zu stellen. «International würde ich gerne mit Justin Timberlake oder Beyoncé auftreten. In der Schweiz aber würde ich mich sofort mit Baschi oder Bligg zusammentun», so Häberlin.

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