Swiss Football Awards: «Ich sehe mich nicht als Spinner»
Aktualisiert

Swiss Football Awards«Ich sehe mich nicht als Spinner»

Yann Sommer ist alles, nur kein typischer Goalie. Am Montag wurde die Nummer 1 der Nati zum Fussballer des Jahres ausgezeichnet.

von
E. Tedesco & A. Stäuble

Yann Sommer in seinem ersten Interview als Fussballer des Jahres 2016. (Video: 20 Minuten)

Yann Sommer ist Torhüter bei Gladbach in der Bundesliga. Er ist seit 2014 auch die Nummer 1 der Nati. Er ist aber auch Gitarrist. Sommer liebt Bücher und er kocht leidenschaftlich gerne – dem Vernehmen nach ausnehmend gut. Er betreibt einen Food-Blog namens «Sommer kocht». Am liebsten kocht er Gemüse in allen Varianten, Fleisch und Fisch. Er isst weder Zucker noch Milchprodukte. «Ich koche alles auf der gesunden Schiene», so der 27-Jährige. Doch vor allem ist er Torhüter – und einer der besten.

Weil er mit unglaublichen Paraden ziemlich oft Tore verhindert, dabei der Traum aller Schwiegermütter und ein toller Mensch ist, sehen das auch die Fans gleich und haben ihn am Montagabend zum Fussballer des Jahres gewählt. Dabei hat der Goalie mit Granit Xhaka und Valon Behrami namhafte Kollegen aus der Nati abgewehrt.

«Das ist eine grosse Ehre und bedeutet mir sehr viel», sagt Sommer bei der Verleihung in Lachen (SZ). «Die Auszeichnung hat einen sehr grossen Stellenwert für mich und ich bedanke mich bei allen, die mich gewählt haben. Aber ohne Mannschaft wäre das nicht möglich und darum gebührt die Auszeichnung allen.»

Erst zum dritten Mal ein Goalie

Erst zum dritten Mal wurde ein Torhüter zum Fussballer des Jahres gewählt. Vor Sommer hatte Diego Benaglio, sein Vorgänger in der Nati, 2009 und 2013 die Ehre. Für Sommer ging es schnell aufwärts und das gibt dem Keeper Recht, vieles richtig gemacht zu haben. Seit Februar 2012 gehört er der A-Nati an. Sein Debüt gab er am 30. Mai des gleichen Jahres im Testspiel gegen Rumänen, das die Schweiz in Luzern 0:1 verlor. Im Herbst 2014 übernahm er die Nachfolge von Benaglio, der nach der WM in Brasilien seinen Nati-Rücktritt gab.

Als Intellektueller sieht sich Sommer indes nicht, auch nicht als Spinner, wie viele erfolgreiche Keeper auf dieser Welt dieses Image pflegen oder pflegten. «Das sind einfach Hobbies, wie sie Millionen Menschen auch haben. Es sind Dinge, die ich neben meinem Job, den ich sehr liebe, brauche, um ausgeglichen zu sein. Aber ich sehe mich nicht als Intellektueller. Ich bin kein Spinner, sehe mich neben dem Platz eher relaxt. Ich bin ein ganz normaler Fussballer.» Seit Montag ein ganz normaler Fussballer des Jahres.

Petkovic zum Start in die WM-Quali

«Neue Kampagne - neue Herausforderung», sagt Nati-Coach Vladimir Petkovic zum Start in die Qualifikation für die WM 2018 in Russland. (29.8.2016)

Nati-Trainer Vladimir Petkovic äussert sich zum Start der WM-Kampagne. (Video: 20 Minuten)

Petkovic ist Trainer des Jahres

Neben der Auszeichnung als Fussballer des Jahres erhielt er einen Preis für die beste Parade des Jahres. Eine Fachjury wählte den Big Save im EM-Auftaktspiel gegen Albanien (1:0). Sommer entschärfte in der 85. Minute mirakulös einen Schuss von Shkelzen Gashi. Ausgerechnet gegen einen ehemaligen Mannschaftskollegen aus Basler Zeiten. «Es war definitiv eine wichtige Parade, weil wir so das erste Spiel gewinnen konnten. Aber es ist nicht so, dass ich dauernd daran denke.»

Ausgezeichnet wurde auch Vladimir Petkovic, zum Trainer des Jahres. «Das ist nicht allein mein Preis, da stecken ganz viele Mitarbeiter dahinter, die das möglich gemacht haben», sagt der Nati-Trainer. Aber es war wohl sein grösster persönlicher Sieg, den er als Nati-Trainer bisher errungen hat: die Sympathien der Fans, die ihn gewählt haben. Kommunikativ, offen und volksnah; so präsentierte sich Petkovic in der Vorbereitung und während der EM-Endrunde.

Claudio Sulser ist der neue Chef vom Chef

Claudio Sulser ist der neue Delegierte der Nationalmannschaft und Nachfolger von Peter Stadelmann. Der ehemalige Nati-Stürmer spricht über seine Ziele und Vorhaben. (29.8.2016)

Claudio Sulser ist der neue Delegierte der Nationalmannschaft und Nachfolger von Peter Stadelmann. (Video: 20 Minuten)

Alle Kategorien und SiegerInnen im Überblick:

Fussballer des Jahres: Yann Sommer

Fussballerin des Jahres: Lara Dickenmann

Trainer des Jahres: Vladimir Petkovic

Rookie: Nico Elvedi

Wichtigstes Tor: Xherdan Shaqiri (EM-Achtelfinale gegen Polen)

Parade: Yann Sommer

Cup-Team: FC Lugano

Fairplay Award Frauen: FC Attiswil, Männer: FC Donneloye

Schiedsrichter des Jahres: Yves Dégallier

Coolstes Tor: Patricia Willi (FC Zürich Frauen)

Ehrenamtlicher des Jahres: Philipp Jurt (FC Lachen/Altendorf)

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