Brian Havarie über Corona-Rassismus: «Ich sei als Asiate schuld, dass die Fasnacht gestrichen wird»
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Brian Havarie über Corona-Rassismus«Ich sei als Asiate schuld, dass die Fasnacht gestrichen wird»

Rund ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie erklärt Beauty-Guru Brian Havarie gegenüber 20 Minuten, wie sich der Rassismus in der Schweiz verändert hat.

von
Stephanie Vinzens

Der Berner Influencer Brian Havarie klärt auf Instagram über anti-asiatischen Rassismus auf.

Instagram/briann

Darum gehts

  • Beauty-Influencer Brian Havarie hat auf Instagram einen Clip über anti-asiatischen Rassismus im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie veröffentlicht.

  • Gegenüber 20 Minuten erklärt der Berner mit vietnamesischen Wurzeln, wie sich die Situation in der Schweiz ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie verändert hat.

  • Er selbst ist vor wenigen Tagen in der Basler Altstadt von Fastnächtlern rassistisch beleidigt worden.

Schon zu Beginn der Covid-19-Pandemie rechnete der Berner Influencer Brian Havarie (20) auf Instagram mit Leuten ab, die ihn mit rassistischen Ausdrücken wie etwa «Corona-Boy» beleidigten. Jetzt nutzt der Schweizer mit vietnamesischen Wurzeln die Plattform erneut, um auf Corona-Rassismus aufmerksam zu machen – denn davon kriegt er auch ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie noch zu spüren.

In einem Instagram-Video (siehe Video oben) spricht Brian über seine Erfahrungen mit Rassismus und verweist dabei auf eine Statistik des New Yorker Polizeidepartements, die angibt, dass anti-asiatische Hassverbrechen vergangenes Jahr im Vergleich zum Vorjahr um ganze 1900 Prozent zugenommen haben. Gegenüber 20 Minuten erklärt der Beauty-Guru, wie sich die Situation seiner Erfahrung nach in der Schweiz verändert hat.

«Damals boten asiatische Personen eine Projektionsfläche für die Verunsicherung über ein unbekanntes Virus», so Brian. Dies habe sich mittlerweile geändert: «Asiatisch aussende Menschen werden nicht mehr zwingend als potentielle Seuchenherde wahrgenommen und die Leute machen keinen grösseren Bogen mehr um mich, jedoch merke ich, wie sie einen Sündenbock suchen – und in Personen wie mir finden.»

«Ich wurde von Fasnächtlern angepöbelt»

Brian führt aus: «Die Schweizer Bevölkerung muss momentan auf vieles verzichten. Weswegen vermutlich eine Frustration herrscht, für die manche Menschen ein Ventil brauchen.» Diesen Frust kriegte er erst vor wenigen Tagen in der Fastnachtsstadt Basel am eigenen Leibe zu spüren. Er schildert: «Als ich mich in der Altstadt aufhielt, wurde ich von einer Gruppe Fasnächtler angepöbelt. Sie sagten im Vorbeilaufen, dass ich als Asiate schuld sei, dass dieses Jahr die Fastnacht gestrichen wird.»

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Tel. 147

Dass die Feierlichkeiten den Covid-19-Massnahmen des Bundes zum Opfer fallen, kann Brian selbst wohl gut verkraften. Ihm sei die Freude am Fest ohnehin schon vor zwei Jahren vergangen – ebenfalls wegen eines rassistischen Zwischenfalls. «In einem Fasnachtskeller wurde ich als Schlitzaugen-Tourist betitelt – und nicht eine einzige Person zeigte daraufhin Zivilcourage. Stattdessen wurde von mir nur noch mehr Verständnis für Beleidigungen eingefordert.»

In seinem Insta-Clip erklärt Brian: «Meistens schweigen Betroffene, weil Asiaten gerade in der Gesellschaft als unterwürfig angesehen werden.» Er appelliert deshalb an seine Follower*innen: «Schweigen bringt nichts. Falls du davon betroffen bist oder siehst, dass eine asiatische Person verbal oder physisch angegriffen wird, dann sag etwas! Nur so können wir uns gemeinsam als Gesellschaft weiterentwickeln.»

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