Strengeres Gepäck-Regime : «Ich setz mich einfach auf die Tasche»
Aktualisiert

Strengeres Gepäck-Regime «Ich setz mich einfach auf die Tasche»

Wer in vollen Zügen Sitzplätze mit Gepäck besetzt, muss ein Billett lösen: Die neue SBB-Hausordnung sorgt in den Kommentarspalten für teils hitzige Diskussionen.

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Die Mehrheit der Leser von 20 Minuten Online unterstützen die SBB in ihrem Vorhaben, mehr Sitzplätze in vollen Zügen zu schaffen: Rund 70 Prozent von gut 4000 Umfrageteilnehmern finden es «super», dass die SBB gegen Sitzplatz-Blockierer vorgehen. «Ich hoffe, dass die SBB diese Regel mit der nötigen Konsequenz durchziehen und die Reisenden den Mut haben, das Bahnpersonal dabei zu unterstützen. Solche Egoisten gehen jedem auf die Nerven», sagt Leser Bojan exemplarisch.

Wie sehr das Thema die Bahnfahrer bewegt, zeigt die Diskussion um den Beitrag von Sarina Heller. «Ich bekomme schon jetzt einen Ausschlag ob dieser Regel.» Sie werde auch künftig den Koffer mit ins Abteil nehmen. «Wenn es den Kondukteur stört, kann er den Koffer selbst auf die Gepäckablage hieven.» Darauf schreiben über 50 teils empörte Leser: «Genau wegen solch rücksichtslosen Gesellinnen werden diese Massnahmen ergriffen. Schade, dass der gesunde Menschenverstand bei manchen Personen nicht mehr vorhanden ist», entgegnet Hilde Rechsteiner.

Leser Christian hat seinen ganz persönlichen Tipp, um in mit Gepäck überfüllten Zugabteilen einen Sitzplatz zu ergattern: «Ich setz mich einfach auf die Tasche. Man bringt sein Hinterteil in den allermeisten Fällen nicht ganz runter, bevor das Gepäck mit phänomenaler Geschwindigkeit verschwindet, gefolgt vom obligaten bösen Blick, den man am besten mit einem charmanten Lächeln quittiert.»

Kein Anstand, keine Eigenverantwortung

Phillip Betschard sieht im Gepäck-Chaos ein gesellschaftliches Problem: «Dass man überhaupt eine Regel aufstellen muss, zeigt, wohin unsere Gesellschaft driftet. Teilweise ist keine Eigenverantwortung und kein Anstand mehr vorhanden. Früher war es etwa noch ganz normal, den Platz für betagte Menschen freizumachen. Heute nicht mehr.»

Nicht nur Sitzplatz-Blockierer, auch die SBB bekommen ihr Fett weg: Die Leser kritisieren insbesondere fehlende Ablageflächen in Doppelstock-Zügen: «Auf dem Weg zum Flughafen benötige ich immer zwei Sitzplätze, weil die Wagen über zu wenig Stauraum verfügen», kritisiert Ulrich Schläfli.

Leser Dominik glaubt, dass die SBB so nur neue Geldquellen erschliessen wollen: «Ich habe Bedenken, dass die Zugbegleiter auf Druck der Geschäftsleitung anfangen, Passagiere zur Kasse zu bitten - auch wenn kein eindeutiger Verstoss vorliegt.»

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