Urnersee: «Ich sprang aufs Boot und stellte den Motor ab»

Aktualisiert

Urnersee«Ich sprang aufs Boot und stellte den Motor ab»

Bei einem Schlauchbootunfall am Sonntag stürzten zwei Männer ins Wasser. Seepolizist Michael Bretscher sprang aufs führerlose Boot und stoppte die Fahrt.

von
Nicole Agostini

Michael Bretscher, Leiter Seepolizei Uri, erzählt vom Polizei-Einsatz auf dem Urnersee. (Video: na)

Zwei Männer zogen am Sonntag auf dem Urnersee mit ihrem in Luzern eingelösten Schlauchboot mit Motor einen dritten auf einem Kiteboard nach. Durch einen Fahrfehler stürzten die zwei Männer an Bord ins Wasser (20 Minuten berichtete). Einer der drei wurde dabei von der Schiffsschraube erfasst und verletzt.

In Kurve vom Boot gefallen

«Wegen einer abrupten Kurve kam das Boot in Schräglage und die zwei Männer, die sich auf dem Boot befanden, fielen ins Wasser», erzählt Michael Bretscher, Leiter der Seepolizei Uri. «Nicht eben ideal» sei auch gewesen, dass die beiden Männer auf der selben Seite gesessen haben: So konnte das Boot in die Höhe kippen.

Für den Bootsführer sei es das erste Mal gewesen, dass er diesen Schlauchboot-Typ mit Motor fuhr. Bretscher: «Für diese Art von Boot und diesen Motor mit 8 PS ist keine Prüfung notwendig.» Die zwischen 35 und 40 Jahre alten Männer seien aber alle mit einer Kite-Ausrüstung ausgestattet gewesen.

Von Schiffsschraube erfasst

Der Vorfall wurde von einem anderen Bootsführer beobachtet, der die drei Männer rettete und an Land brachte. «Eine weitere Person sah, wie sich das Schlauchboot im Kreis drehte, ohne dass Leute auf dem Boot waren. Daraufhin alarmierte sie die Polizei», so Bretscher weiter.

Der Verletzte wurde sofort ins Spital gebracht. Bretscher spricht von grossem Glück: «Der Beifahrer ist mit einer Schnittwunde am Arm davon gekommen, obwohl er von der Schiffsschraube getroffen wurde.»

Seepolizei Uri stoppt führerloses Boot

Nachdem sich die drei Männer in Sicherheit befanden, kreiste das führerlose Boot mit laufendem Motor auf dem See herum. Die ausgerückte Patrouille der Seepolizei Uri konnte das Schlauchboot stoppen. Bretscher: «Wir mussten das Schlauchboot rammen. So konnten wir die Drehbewegung auffangen und etwas Schwung abfedern. Dann war das Boot neben unserem Patrouillenboot und ich konnte hinüberspringen und den Motor abstellen.» Er habe so eine Situation noch nie erlebt, aber bei der Ausbildung geübt.

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