«Ich stand hinter dem Tresen und schrie um Hilfe»
Aktualisiert

«Ich stand hinter dem Tresen und schrie um Hilfe»

Ein linkes Überfallkommando hat am Samstagabend die Freiburger
Bar Elvis et moi gestürmt. Dies, um einen Auftritt der angeblich rechtsextremen Band Camerata Mediolanense zu verhindern.

von
Patrick Marbach

«Ich stand hinter dem Tresen und schrie um Hilfe», sagt Valentine Jaquier. In ihrer Bar haben rund 30 schwarz gekleidete Vermummte alles kurz und klein geschlagen. Mit Baseballschlägern zertrümmerten sie zuerst die Scheiben, dann warfen sie eine Tränengaspetarde ins Lokal, das sie anschlies­send stürmten. «Der Überfall lief kommandoartig ab», erklärt Benoît Dumas von der Kapo Freiburg, «die Täter waren bestens organisiert und gingen äusserst brutal vor.» Gezielt haben sie zwei Polizisten, die neben der Bar auf Verstärkung warteten, durch die Lüftungsschlitze des Dienstwagens mit ­Tränengas eingenebelt. Die Beamten mussten Pfefferspray einsetzen und ihre Schusswaffen ziehen. In der Folge wurden in Freiburg Strassen gesperrt sowie sämtliche Züge gestoppt.

Am Sonntag Abend ging ein Bekennerschreiben ein, indem das Antifa-Komitee seine Aktion rechtfertigte: «Wir haben einen Auftritt der rechtsextremen Dark-Wave-Band Camerata Mediolanense verhindert.» Und: Man werde Neonazis, egal welcher Subkultur, immer und überall bekämpfen.

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