Aktualisiert 20.08.2013 18:30

Schiri angegriffen«Ich steche dich nieder, du ...»

Nachdem der Schiedsrichter in der Drittligapartie zwischen Italgrenchen und Subingen einen Spieler mit Rot vom Platz schickte, rastete dieser aus und sprang dem Unparteiischen an die Gurgel. Das Spiel wurde abgebrochen.

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ame/bat

Erst seit einigen Wochen rollt in den Schweizer Amateurligen der Ball und bereits musste wieder ein Spiel abgebrochen werden. Am Samstag attackierte ein Spieler des GS Italgrenchen in der Partie gegen den FC Subingen den Schiedsrichter tätlich. Nachdem der Spieler mit Gelb verwarnt wurde, beleidigte er den Schiedsrichter und sah daraufhin Rot – im wahrsten Sinne des Wortes.

Wutentbrannt ging der Grenchner auf den Schiri los, packte ihn an der Gurgel und schlug ihm die Pfeife aus dem Mund. Zusätzlich soll er ihn mit den Worten «Ich steche dich nieder, du ...» bedroht haben. Der Unparteiische brach die Partie beim Stand von 2:0 für den FC Subingen umgehend ab. Laut der «Solothurner Zeitung» dürfte der Fall von der Wettspiel-Kommission des Solothurner Verbandes untersucht und dann vom nationalen Verband sanktioniert werden.

Sperre und Busse

Dabei sei mit einem 3:0 Forfait-Sieg für Subingen sowie mit einer längeren Sperre und höheren Busse für den Spieler zu rechnen. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) kennt dabei kein Pardon. 12, 24, 36 Monate oder gar lebenslänglich werden Spieler bestraft, die sich auf dem Platz wie Hooligans aufführen.

Beispiele von Gewalt gegen den Schiedsrichter lassen sich in allen Alterskategorien finden. 2012 wurde ein Senior des FC Oetwil-Geroldswil für sechs Monate gesperrt, nachdem er den Schiedsrichter nach einem Penaltypfiff weggestossen hatte. Ebenfalls Sorgen bereitet dem SFV, dass bereits C-Junioren (13 bis 15 Jahre) hart bestraft werden müssen. So sperrte der Verband einen Spieler für 36 Monate, nachdem dieser dem Schiedsrichter die Faust ins Gesicht geschlagen hatte.

Hohe Gewaltbereitschaft

Auch das Ausmass der Gewaltanwendung ist zuweilen enorm. Im Jahr 2012 kommt es im Spiel zwischen dem FC Ebikon und dem SC Emmen zu massiven Ausschreitungen und Handgreiflichkeiten. Ein Emmener versuchte dabei, den Schiedsrichter gegen den Kopf zu treten. Er wurde vom SFV für 30 Monate gesperrt und mit 300 Franken gebüsst. Im selben Jahr verpasste ein Kicker des SC Regio Balsthal dem Schiedsrichter nach einem Platzverweis einen Faustschlag. Seine Sperre wurde auf 24 Monate festgesetzt.

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