26.06.2020 09:36

Aufruf auf Tutti.ch

«Ich tausche ein Kindervelo gegen Essen»

Eine junge Familie ist verzweifelt, nachdem durch Corona das Geld knapp wird. Sie will deshalb ein Velo oder einen Tisch gegen Essen tauschen.

von
Thomas Mathis
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Die Familie aus dem Aargau hat auf Tutti.ch eine Tauschaktion lanciert.

Die Familie aus dem Aargau hat auf Tutti.ch eine Tauschaktion lanciert.

ZVG
«Meine Frau arbeitet als Putzfrau und hatte einen starken Arbeitsrückgang. Wir machen uns Sorgen, dass wir zu wenig Geld für Essen haben», so der Familienvater aus Brasilien.

«Meine Frau arbeitet als Putzfrau und hatte einen starken Arbeitsrückgang. Wir machen uns Sorgen, dass wir zu wenig Geld für Essen haben», so der Familienvater aus Brasilien.

Tutti
Aufgrund der Bitte hätten bereits einige Familien geholfen, den Zeitraum bis zum Juni zu überwinden.

Aufgrund der Bitte hätten bereits einige Familien geholfen, den Zeitraum bis zum Juni zu überwinden.

Tutti.ch

«Ich tausche Kindervelo gegen Essen» – so heisst ein Inserat, das derzeit auf Tutti.ch aufgeschaltet ist. Im Bild ist ein weisses Kindervelo mit der Aufschrift «Kawasaki» zu sehen. Im Text steht in etwas holprigem Deutsch: «Ich bitte nur darum, dass Sie etwas spenden können, mit dem wir essen können.»

Das Inserat stammt von einer Familie aus dem Kanton Aargau. Es ist nicht das einzige Inserat, wie der Vater R.* zu 20 Minuten sagt. Die Familie hat auch einen Tisch und einen Fernseher ausgeschrieben. Der Brasilianer erklärt: «Meine Frau arbeitet als Putzfrau und hatte einen starken Arbeitsrückgang. Wir machen uns Sorgen, dass wir zu wenig Geld für unser Essen haben.»

«Wollen keine Sozialleistungen»

Aufgrund der Bitte hätten einige Familien geholfen, den Zeitraum bis zum Juni zu überwinden. «Es haben uns drei Spenden erreicht, und die Spender verzichteten sogar auf einen Tausch», freut sich der Vater. Die Helfer hätten direkt per Post eine Schachtel mit Essen geschickt. «Dies hat uns sehr geholfen und zeigt, wie viele Schweizer ein gutes Herz haben. Wir sind sehr dankbar.»

Bei der Gemeinde habe die Familie nicht um Hilfe gebeten: «Wir sind hier mit der Absicht, unserer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen und keine staatlichen Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen.»

Für Aufsehen sorgte jüngst ein ähnlicher Fall: Alex fragte in einem verzweifelten Facebook-Post nach Essen. Sie sei beim RAV angemeldet, doch dieses sei hart im Verzug mit der Überweisung. Daraufhin erhielt sie Hunderte positive Feedbacks. Ihr wurden etwa eine Einladung zum Nachtessen, neue Schuhe oder ein Gratishaarschnitt angeboten.

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170 Kommentare
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Helfe sehr gerne

27.06.2020, 12:01

Ich würde ein Frässpäckli schicken mit Nötigsten nur damit die Tochter das Velo behalten kann. Geld schicke ich nicht gern. Adresse wäre von Vorteil.

Reto

27.06.2020, 09:56

Mann müsste auch die person kennen lernen! Gebe nicht etwas dabei ist sie nebenbei reich

Bekind

27.06.2020, 08:37

Ich würde gerne für Päckli schicken. Bräuchte dafür die Adresse..Danke