Nazi-Symbole: «Ich trug selbst schon schlimmere T-Shirts»
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Nazi-Symbole«Ich trug selbst schon schlimmere T-Shirts»

Wie Valentin Landmann einen Unternehmer verteidigt, der mit Nazi-Symbolen posiert, stösst auf Kritik. Der Anwalt hält an seinen umstrittenen Aussagen fest.

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rol
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Peter Patrik Roth posiert auf Instafotos mit Sportbekleidung, auf der Nazisymbole zu sehen sind. Wie beispielsweise das Sonnenkreuz bei seinem linken Ellbogen.

Peter Patrik Roth posiert auf Instafotos mit Sportbekleidung, auf der Nazisymbole zu sehen sind. Wie beispielsweise das Sonnenkreuz bei seinem linken Ellbogen.

Rechtsanwalt Valentin Landmann vertritt den Unternehmer. Er sagt: «Mein Klient hat einfach Freude an historischen Signeten und Symbolen von Kampfsportarten. Das ist kein politisches Statement.»

Rechtsanwalt Valentin Landmann vertritt den Unternehmer. Er sagt: «Mein Klient hat einfach Freude an historischen Signeten und Symbolen von Kampfsportarten. Das ist kein politisches Statement.»

Keystone/Walter Bieri
Am Ellbogen des Unternehmers ist die schwarze Sonne zu sehen - ein Erkennungsmerkmal in der rechtsextremen Szene.

Am Ellbogen des Unternehmers ist die schwarze Sonne zu sehen - ein Erkennungsmerkmal in der rechtsextremen Szene.

Instagram

Der Schweizer Unternehmer Peter Patrik Roth (48) sorgt mit Insta-Posts für Aufsehen. Der Inhaber einer Matratzenfirma posierte in T-Shirts, die Nazi-Symbole zeigen – meist vom rechtsextremistischen Mode-Label White Rex. Roth gründete im Kanton Bern eine AG, welche die Produkte von White Rex in der Schweiz vertreibt. Zudem ist er der wichtigste Geldgeber der AG. Das deckten «Tages-Anzeiger» und die SRF-«Rundschau» auf.

Roth liess sich am Mittwoch in der «Rundschau» durch Anwalt Valentin Landmann vertreten. Dieser sagte: «Mein Klient hat einfach Freude an historischen Signeten und Symbolen von Kampfsportarten. Das ist kein politisches Statement.» Diese Aussage stösst Twitter-Usern sauer auf. Das sei eine Verharmlosung, schreibt einer. Wer solche Sujets trage, suggeriere Zugehörigkeit. Ein anderer zieht folgenden Vergleich:

«Solche Muster sind dekorativ»

Landmann hält an seinen Aussagen fest: «Mein Klient ist ein bürgerlicher Unternehmer mit einem Spleen für Martial-Arts-Symbole, die er gerne auf T-Shirts trägt.» Auf einem ist ein schwarzes Sonnenrad mit zwölf Speichen abgebildet: ein Erkennungsmerkmal in der rechtsextremen Szene – es sind drei übereinandergelegte Hakenkreuze.

Davon wollte Landmann im TV-Interview nichts gewusst haben. Auch jetzt, nachdem ihm die Bedeutung bewusst ist, sagt er: «Solche Mäander-Muster sind dekorativ, gefragt und en vogue. Ich würde selbst auch ein solches T-Shirt beim Sport tragen, da ich das Sujet als sehr dekorativ empfinde. Das ist keine Gewaltverherrlichung.»

Zudem verglich er das schwarze Sonnenrad mit dem Versace-Logo. Dort ist allerdings nur der äussere Rand mit einem ähnlichen Muster versehen – von Hakenkreuzen keine Spur. Trotzdem sagt Landmann: «Die Ähnlichkeit ist da. Das zeigt, wie verbreitet diese alten Ornamente sind.» Ein anderer Twitterer hofft auf eine Retourkutsche von Versace.

Tragen solcher Shirts ist erlaubt

Landmann betont, er unterstelle Versace natürlich keine Verbindung zum Nationalsozialismus. Zudem verstosse das Tragen solcher Symbole in der Schweiz gegen kein Strafrecht. «Das ist auch richtig so. Ich selbst habe in der Biker-Szene schon T-Shirts getragen, die gewaltverherrlichender sind als diese White-Rex-Shirts.»

Weiter sagt Landmann, Roth habe nie an einer rechtsextremen Aktivität teilgenommen, er sei kein Mitglied einer solchen Gruppierung und habe nie antisemitische Äusserungen gemacht. Sein Klient habe den Versandhandel von White Rex in der Schweiz zwar mitfinanziert, aber: «Er unterstützte in keiner Weise eine mögliche Gesinnung dahinter.»

Er könne in dessen Posts weder eine strafbare Handlung noch eine politische Haltung erkennen, so Landmann weiter. Eine rassistische Handlung habe Roth nie begangen: «Und rechtlich entscheidend ist, was jemand macht – aber nicht, was er für Kleider trägt.»

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