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LovestormIch und mein Ausländer

Wie viele Ausländer verträgt die Schweiz? Befürworter und Gegner der Ecopop-Initiative sind sich darüber uneinig. Eine Website bläst nun zur Charme-Offensive.

von
tbi
Im Internet hat man genug von der emotionalen Ecopop-Debatte. Auf einer Website zeigen Ausländer und Schweizer, weshalb sie sich gegenseitig schätzen. (Quelle: Screenshot mit-dir.ch)

Im Internet hat man genug von der emotionalen Ecopop-Debatte. Auf einer Website zeigen Ausländer und Schweizer, weshalb sie sich gegenseitig schätzen. (Quelle: Screenshot mit-dir.ch)

Nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative wurde die Schweiz im Ausland zum Teil heftig kritisiert. Der deutsche «Focus» sprach gar von einer «Chronologie des Rassismus» und titelte: «So fremdenfeindlich ist die Schweiz». Eine Gruppe von Web-Aktivisten wollte diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen und lancierte jetzt eine Mitmach-Plattform, auf der Schweizer und Ausländer zeigen können, wie gern sie sich haben.

Für Schweizer und Nichtschweizer

Seit Sonntag können Schweizer und Nichtschweizer auf «Mit-dir.ch» Statements und Fotos teilen. Ziel der Website: Gute Stimmung verbreiten und einen fröhlicheren Blick auf die Thematik werfen. «Schliesslich hatte die Schweiz genug Negativschlagzeilen», argumentieren die Initiatoren des Projekts.

«Mit dir lach ich gern!», scherzt zum Beispiel der Schweizer André mit seiner deutschen Oma, Schweizerin Julie gesteht, dass es sich mit Zejnep und Turgut «gut kochen lässt». Mit Maya aus Israel kann Silvan nicht nur Pferde, sondern auch Kürbisse stehlen. Selbst Kinder schwärmen für ihre ausländischen Gspänli: «Mit dir will ich eine Band gründen», meint der kleine Leif zu seiner Freundin.

«Wir wollen die Fremden-Freundlichkeit fördern»

Silvan Groher ist der Mann, der hinter dem Projekt steht. Für ihn ist die Aktion ein grosser Erfolg. «Neben der ganzen Angstmacherei der Befürworter und Gegner der Ecopop-Initiative, wollten wir ein positives Zeichen setzen», so Groher. Dabei verzichten die Macher hinter «Mit-dir.ch» auch ganz bewusst auf Parolen: «Wir wollen den Leuten nicht sagen, wie sie stimmen sollen.»

Die Idee hinter der Plattform ist nicht neu. Nach der Masseneinwanderungsinitaitive startete Groher zusammen mit zwei weiteren Freunden eine ähnliche Website, die innerhalb von nur wenigen Stunden international bekannt wurde. Mittlerweile gibt es mit «Ohnedich», «Nous sommes ici» und «Utandig» auch Ableger in Österreich, Frankreich und Schweden.

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