Roger Federer: «Ich verfalle nicht in Panik»
Aktualisiert

Roger Federer«Ich verfalle nicht in Panik»

Roger Federer scheitert in Wimbledon als Titelverteidiger bereits in der 2. Runde. Nach der Viersatz-Niederlage gegen Sergej Stachowski zeigt sich der Maestro bereits wieder kämpferisch.

von
heg

Roger Federer, können Sie sagen, welche Gefühle Sie beim Verlassen des Platzes hatten?

Roger Federer: Es ist natürlich überall auf der Welt enttäuschend, einen Match zu verlieren und speziell hier. Ich hatte viele grossartige Momente hier, aber auch einige schwierige. Man kann nicht alle haben. Es war eine harte Niederlage heute. Die Standing Ovation der Fans habe ich aber sehr geschätzt.

Hatten Sie das Gefühl, es sei ein tückischer Match mit zunehmender Dauer?

Nicht wirklich. Ich fühlte mich in den letzten Wochen jeden Tag okay. Heute hatte ich kein anderes Gefühl, nicht wie wenn etwas kommen würde. das funktioniert nicht so. Es war ein normaler Tag, normales Aufwärmen, normales Spiel. Natürlich hoffte ich, den Match zu gewinnen, habe es aber nicht geschafft. Das ist sehr enttäuschend.

Was ist nun die Herausforderung, wieder die Standards zu erreichen, die Sie aufgestellt haben?

Was macht man nach so einer Niederlage? Ich verfalle nicht in Panik, das ist klar. Ich werde zurück an die Arbeit gehen und hoffentlich stärker zurückkommen. Eigentlich einfach, aber manchmal schwer umzusetzen. Aber mir gelingen solche Wenden normalerweise gut. Ich freue mich auf die nächsten Turniere. Hoffentlich kann ich einen guten Sommer spielen und die Saison gut beenden. Leider passiert so etwas wie heute. Ich freue mich darauf, es hier nächstes Jahr besser zu machen.

Beim Verlassen des Platzes hörten wir einige Fans sagen, es fühle sich an wie das Ende einer Ära. Können Sie diese Ansicht verstehen und fühlt es sich für Sie auch so an?

Nein, ich will ja immer noch viele Jahre spielen. Es ist normal, dass die Leute das Gefühl haben, es sei anders, wenn ich plötzlich so früh verliere, nachdem ich 36 Mal in Serie im Viertelfinal war. Ihr Journalisten habt so einen Hype um das mögliche Duell zwischen Rafa und mir gemacht und jetzt sind wir beide out. Das ist natürlich eine Enttäuschung. Vielleicht ist es aber auch ein wenig respektlos den anderen gegenüber, die noch im Feld sind. Das ist hoffentlich auch eine Message an Euch, dass Ihr dies das nächste Mal vielleicht nicht so machen solltet.

Anders als Federer, war Stachowski nach dem Spiel natürlich völlig aus dem Häuschen. «Ich bin fassungslos, dass es passiert ist», sagte der Ukrainer. «Ich spielte mein bestes Tennis, das ich je gespielt habe und es war fast nicht genug, um Roger zu schlagen. Ich bin unglaublich glücklich.» Stachowski glaubte teilweise sogar, dass er es mit zwei Gegnern zu tun hatte. «Wenn man in Wimbledon gegen Federer spielt, ist es, wie wenn du gegen zwei Personen spielst: Federer und sein Ego auf dem Centre Court, wo er historisch ist. Es war Magie und ein fantastischer Tag für mich.» (heg/si)

Deine Meinung