Australian Open: «Ich verfügte über die totale Kontrolle»
Aktualisiert

Australian Open«Ich verfügte über die totale Kontrolle»

Roger Federer startet in Down Under mit einem überzeugenden
Auftritt. Entsprechend zufrieden war der vierfache Australian-Open-Sieger nach dem 6:2, 6:4 und 6:1 über Benoit Paire.

Neun spielfreie Wochen lagen für Federer zwischen dem verlorenen Masters-Final gegen Novak Djokovic in London und dem Erstrundenspiel in Melbourne. Federer erinnerte sich nach kurzem Studieren nur an eine vergleichbare Wettkampfpause: Vor zwölf Jahren spielte er nach einer Erstrundenniederlage in Gstaad gegen Ivan Ljubicic bis zum US Open nicht mehr. Dazwischen lagen damals aber bloss sieben spielfreie Wochen.

Die 83-minütige Darbietung gegen Benoit Paire zeigte auf, dass sich bei Federer seit dem November nirgends Rost angesetzt hat. Federer begann die Partie mit einem Break und verfügte danach über «die totale Kontrolle» (Zitat Federer). Er schlug drei Asse und 25 Gewinnschläge bei bloss 18 unerzwungenen Fehlern. Ausserdem rückte er 31 Mal ans Netz vor und gewann 25 dieser Ballwechsel. Federer: «Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung gegen einen Gegner, der sehr unbequem sein kann.»

«Ich verstehe den Frust des Gegners»

Gegen Federer präsentierte sich Paire indes alles andere als unbequem. Ihm unterliefen acht Doppelfehler. Nach dem zweiten Satz resignierte er vorzeitig. Er spielte wie ein schmollender Knirps und schüttelte selbst nach Gewinnschlägen unzufrieden den Kopf. Federer störte sich nicht an Paires Benehmen. «Ich habe eine derartige Reaktion sogar früher erwartet», meinte er. «Ähnliches haben wir schon vor drei Monaten in Basel (beim 2:6, 2:6) von ihm gesehen.» Paire habe offensichtlich nicht mehr an den Sieg geglaubt. Federer: «Eigentlich müsste man bis zum letzten Punkt alles versuchen. Aber manchmal verstehe ich den Frust beim Gegner, wenn es nicht läuft.»

Aber vermittelte die Partie denn auch Aufschlüsse über den Formstand? Federer: «Ja, ich weiss jetzt, wo ich stehe. Es kehrt nun Ruhe ein, denn alle haben gesehen, dass weiter mit mir zu rechnen ist. Die lange Pause wurde überbewertet. In Australien werden Hopman Cup und Kooyong Classic beachtet wie richtige Turniere, meine Partien in Südamerika zählen hingegen nicht. Ich kann mir nach dem gelungenen Auftakt Gedanken darüber machen, wie ich in den nächsten Runden spielen will. Ich habe das Gefühl, die Plätze spielen sich etwas schneller als in den letzten Jahren. Das sollte mir eigentlich entgegen kommen.»

Starker Dawydenko erwartet

Wie erwartet trifft Federer am Donnerstag auf Nikolai Dawydenko (ATP 40), der den Israeli Dudi Sela in vier Sätzen eliminierte. Der Russe gewann diese Saison schon fünf Partien und stand in Doha nach einem Sieg über David Ferrer im Final. «Es ist schön zu sehen, dass Nikolai (Dawydenko) wieder an seine guten Zeiten anknüpfen kann», so Federer. «Wir sind beide gleich alt und spielen seit den Junioren gegeneinander. Ich erwarte, am Donnerstag auf den starken Dawydenko von früher zu treffen, und nicht auf den etwas schwächeren Dawydenko der letzten Jahre.»

Und Federer erwartet auch, dass er sich öfter in der Defensive befinden wird als im Startspiel gegen Paire. Die Direktbegegnungen sprechen klar zu Gunsten Federers. 17 der 19 Duelle gingen an den Schweizer. Aber Dawydenkos Siege liegen noch nicht allzulange zurück: 2009 am Masters in London im Halbfinal und 2010 in Doha im Halbfinal. Gut erinnert sich Federer an das letzte Duell vor einem Jahr in Rotterdam: «Ich hätte in zwei Sätzen gewinnen müssen, aber plötzlich stand es im dritten Satz 4:4 und bei meinem Aufschlag 0:40. Aber dann gewann ich das Turnier, reihte in der Folge Sieg an Sieg, und von Nikolai sprach niemand mehr.»

Zu einem Faktor könnte die Hitze werden. Für den Donnerstag sind über 40 Grad angekündigt. «Aber vielleicht spiele ich ja während der Night-Session», meinte Federer. Für Unruhe sorgt die angekündigte Hitzewelle bei Federer auf jeden Fall nicht: «Ich gehe eigentlich immer davon aus, dass die Hitze eher mich als den Gegner bevorteilt.»

Melbourne. Australian Open. Grand-Slam-Turnier (30 Mio. Franken/Hart). Männer-Einzel, 1. Runde: Roger Federer (Sz/2) s. Benoit Paire (Fr) 6:2, 6:4, 6:1. Andy Murray (Gb/3) s. Robin Haase (Ho) 6:3, 6:1, 6:3. Juan Martin Del Potro (Arg/6) s. Adrian Mannarino (Fr) 6:1, 6:2, 6:2. Jo-Wilfried Tsonga (Fr/7) s. Michael Llodra (Fr) 6:4, 7:5, 6:2. Richard Gasquet (Fr/9) s. Albert Montanes (Sp) 7:5, 6:2, 6:1. Marin Cilic (Kro/12) s. Marinko Matosevic (Au) 6:2, 7:5, 6:2. Milos Raonic (Ka/13) s. Jan Hajek (Tsch) 3:6, 6:1, 6:2, 7:6 (7:0). Gilles Simon (Fr/14) s. Filippo Volandri (It) 2:6, 6:3, 6:2, 6:2. Philipp Kohlschreiber (De/17) s. Steve Darcis (Be) 6:2, 6:3, 6:4. Gael Monfils (Fr) s. Alexander Dolgopolow (Ukr/18) 6:7 (7:9), 7:6 (7:4), 6:3, 6:3. Andreas Seppi (It/21) s. Horacio Zeballos (Arg) 6:2, 6:4, 6:2. Florian Mayer (De/25) s. Rhyne Williams (USA) 2:6, 3:6, 6:2, 7:6 (14:12), 6:1. Blaz Kavcic (Sln) s. Thomaz Bellucci (Br/29) 6:3, 6:1, 6:3. Marcel Granollers (Sp/30) s. Grega Zemlja (Sln) 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 1:0 w.o. James Duckworth (Au) s. Benjamin Mitchell (Au) 6:4, 7:6 (10:8), 4:6, 5:7, 8:6. Go Soeda (Jap) s. Luke Saville (Au) 6:7 (4:7), 6:3, 6:2, 6:3. João Sousa (Por) s. John-Patrick Smith (Au) 6:4, 6:1, 6:4. Jesse Levine (Ka) s. Tommy Robredo (Sp) 7:6 (7:5), 6:7 (2:7), 6:4, 6:4. Jérémy Chardy (Fr) s. Adrian Menendez-Maceiras (Sp) 7:6 (7:5), 6:7 (3:7), 6:2, 6:1. Ricardas Berankis (Lit) s. Sergej Stachowski (Ukr) 6:2, 7:6 (7:4), 7:5. Amir Weintraub (Isr) s. Guido Pella (Arg) 7:6 (7:2), 7:5, 6:2. Alejandro Falla (Kol) s. Josselin Ouanna (Fr) 6:4, 7:5, 6:4. Lukas Rosol (Tsch) s. Jamie Baker (GB) 7:6 (7:5), 7:5, 6:2. Denis Istomin (Usb) s. Igor Sijsling (Ho) 4:6, 6:3, 6:4, 6:2. Ivan Dodig (Kro) s. Wu Di (China) 7:5, 4:6, 6:3, 6:3. Lu Yen-Hsun (Taiwan) s. Ruben Ramirez Hidalgo (Sp) 6:2, 6:1, 4:6, 6:1. Benjamin Becker (De) s. Aljaz Bedene (Sln) 4:6, 6:3, 7:5, 7:6 (7:1).

Frauen-Einzel, 1. Runde: Victoria Asarenka (WRuss/1) s. Monica Niculescu (Rum) 6:1, 6:4. Serena Williams (USA/3) s. Edina Gallovits-Hall (Rum) 6:0, 6:0. Carla Suarez Navarro (Sp) s. Sara Errani (It/7) 6:4, 6:4. Petra Kvitova (Tsch/8) s. Francesca Schiavone (It) 6:4, 2:6, 6:2. Caroline Wozniacki (Dä/10) s. Sabine Lisicki (De) 2:6, 6:3, 6:3. Kimiko Date-Krumm (Jap) s. Nadia Petrowa (Russ/12) 6:2, 6:0. Maria Kirilenko (Russ/14) s. Vania King (USA) 6:4, 6:2. Roberta Vinci (It/16) s. Silvia Soler-Espinosa (Sp) 6:3, 7:5. Lucie Safarova (Tsch/17) s. Mirjana Lucic-Baroni (Kro) 7:6 (7:4), 6:4. Yanina Wickmayer (Be/20) s. Jarmila Gajdosova (Au) 6:1, 7:5. Varvara Lepchenko (USA/21) s. Polona Hercog (Sln) 6:4, 6:1. Hsieh Su-Wei (Taiwan/26) s. Lara Arruabarrena-Vecino (Sp) 7:6 (7:5), 6:2. Annika Beck (De) s. Jaroslawa Schwedowa (Kas/28) 6:2, 6:7 (7:9), 6:3. Sloane Stephens (USA/29) s. Simona Halep (Rum) 6:1, 6:1. Swetlana Kusnezowa (Russ) s. Lourdes Dominguez Lino (Sp) 6:2, 6:1. Laura Robson (Gb) s. Melanie Oudin (USA) 6:2, 6:3. Ayuma Morita (Jap) s. Anna Tatischwili (Geo) 6:3, 6:3. Julia Putinzewa (Kas) s. Christina McHale (USA) 6:1, 6:7 (0:7), 6:2. Peng Shuai (China) s. Rebecca Marino (Ka) 6:3, 6:0. Jelena Wesnina (Russ) s. Caroline Garcia (Fr) 3:6, 6:3, 6:1. Bojana Jovanovski (Ser) s. Maria-Teresa Torro-Flor (Sp) 2:6, 6:4, 6:3. Daria Gawrilowa (Russ) s. Lauren Davis (USA) 6:3, 6:7 (2:7), 6:4. Garbine Muguruza (Sp) s. Magdalena Rybarikova (Slk) 4:6, 6:1, 14:12. Shahar Peer (Isr) s. Alexandra Panowa (Russ) 6:4, 1:6, 6:3. Akgul Amanmuradowa (Usb) s. Mathilde Johansson (Fr) 6:4, 6:2. Eleni Daniilidou (Grie) s. Karolina Pliskova (Tsch) 7:5, 5:7, 6:4. Donna Vekic (Kro) s. Andrea Hlavackova (Tsch) 6:1, 6:2. Kristina Mladenovic (Fr) s. Timea Babos (Un) 6:3, 4:6, 11:9. Jana Cepelova (Slk) s. Greta Arn (Un) 6:2, 6:2. (si)

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