Paulo Sousa: «Ich verspreche, Deutsch zu lernen»

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Paulo Sousa«Ich verspreche, Deutsch zu lernen»

Seit letztem Mittwoch ist der Name des neuen FCB-Trainers und Nachfolger von Murat Yakin bekannt. Am Montag sprach Paulo Sousa erstmals an einer Pressekonferenz zu den Schweizer Medien.

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ete

Paulo Sousa wird Nachfolger von Trainer Murat Yakin beim FCB. Am 2. Juni wird der Portugiese den Schweizer Medien vorgestellt. (Video: 20 Minuten)

Smart, gutaussehend und redegewandt (auf Englisch) präsentierte sich Paulo Sousa den rund 30 anwesenden Journalisten und ergriff das Wort zum Auftakt der rund 45-minütigen Fragerunde.

Paulo Sousa: Ein solcher Klub ist fantastisch für mich. Ich glaube, nein, ich bin sicher, dass wir zusammen aus einem grossen Klub einen noch grösseren machen können. Ich fühle mich praktisch schon wie Zuhause, so häufig war ich in den vergangenen drei Jahren Gast hier.

Welche Ideen verfolgen Sie?

Ich passe mich immer den Spielern meiner Mannschaft an, an die unterschiedlichen Typen, und versuche, das Maximum im Sinne eines Kollektivs aus ihnen herauszuholen. Wir wollen der Favorit sein, Druck auf unsere Gegner ausüben, ihn zu Fehlern zwingen. Ich bin sicher, dass ich auch in Basel der Mannschaft helfen kann, sich zu entwickeln, Spass zu haben, weiter zu gewinnen und auch Spass am Training zu haben. Die Resultate sind dann die Folge. Es beginnt eine neue Ära in Basel mit einem neuen Chef und ich glaube, dass die Spieler intelligent genug sind, das zu verstehen.

Mit Ihnen kommt ein Trainer nach Basel, der nicht Deutsch spricht. Welche Sprachen beherrschen Sie?

Mein Portugiesisch ist ganz leidlich (lacht), Spanisch, Französisch und Italienisch verstehe ich praktisch alles und kann ein Gespräch führen. Deutsch kann ich nur einige Worte, aber mein Weg mich zu integrieren, Land und Leute zu verstehen, führt über die Sprache und um den Klub zu repräsentieren, werde ich mich bemühen, so schnell wie möglich Deutsch zu lernen. Das verspreche ich.

Sie kennen das FCB-Kader aus sechs Begegnungen in den letzten drei Jahren. Haben Sie Spielerwünsche?

Das ist eine Frage der Haltung, aber wir wollen immer stärker werden. Das ist klar. Wenn wir uns intern entschieden haben, werden wir informieren. (lacht) Wir müssen uns auf dem Transfermarkt ruhig verhalten, sonst kommen andere Klubs und schnappen uns die besten Spieler weg.

Captain Marco Streller hat sehr viele Einfluss auf die Spieler und den Klub. Haben Sie mit ihm gesprochen?

Ich kenne Streller aus unseren Begegnungen. Er ist ein spezieller Spieler, der viel Erfahrung und Qualität hat. Ich bin froh, dass ich ihn nun nicht mehr gegen mich, sondern in meiner Mannschaft habe. Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen, aber wir müssen ihm Sorge tragen, ihn weiterbringen und hoffen, dass wir ihn noch lange hier behalten können.

Sie waren in Ihrer Karriere bisher bei keinem Klub länger im Amt als eineinhalb Jahre. Werden Sie den Vertrag beim FCB erfüllen?

Ich kann eine positive Antwort geben: Instinktiv spüre ich, das ist der Klub, bei dem ich länger sein werde.

Wird Ihre Familie Ihnen nach Basel folgen?

Ja, denn die Familie ist mir wichtig. Allerdings ist meine Tochter in England auf dem College und wird da bleiben.

Als Spieler haben sie die Champions League gewonnen. Träumen Sie auch als Trainer vom Sieg?

Der ist in meinem Kopf. Wieso auch nicht? Dennoch dürfen wir die Realität nicht aus den Augen verlieren. Aber ich bin überzeugt, eines Tages wird er nicht nur in meinem Kopf sein und nicht nur ein Traum. Um über Ziele mit dem FC Basel zu reden, ist es aber noch zu früh.

Wann werden Sie Ihre Arbeit in Basel aufnehmen?

Ich fliege zurück nach Portugal und werde danach auch noch einmal nach Tel Aviv fliegen, um einige Dinge zu erledigen. Wir werden am 14. oder 15. Juni zurück sein. Aber selbstverständlich werde ich bis dahin immer mit dem Klub in Kontakt stehen, denn es gibt viel zu tun.

Paulo Sousa erhält in Basel einen 3-Jahres-Vertrag bis 2017 – auch auf Wunsch des Portugiesen, den man aus seinem bis 2015 gültigen Vertrag bei Maccabi Tel Aviv herausauslöst. Konkret sei am 17. Mai zum Besitzer des israelischen Meisters Kontakt aufgenommen worden. Obwohl Sousa eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag hatte, «sei das eine Frage des Anstands», gewesen, so der FCB-Präsident Bernhard Heusler. Intensiviert wurden die Gespräche am 18 und 19. Mai und die einzelnen Konditionen geklärt. Die lange Vertragsdauer – Yakin bekam lediglich einen Vertrag über ein Jahr – sei auch ein Ausdruck des Vertrauens. Sousas Vertrag beinhaltet in Basel keine Ausstiegsklausel «und auf dieser Basis arbeiten wir zusammen», so Heusler. (ete)

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