Talk mit Simonetta Sommaruga - «Ich verstehe die Ungeduld der Jungen wirklich gut»
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Talk mit Simonetta Sommaruga«Ich verstehe die Ungeduld der Jungen wirklich gut»

Wie blickt Bundesrätin Simonetta Sommaruga auf ihre denkwürdige Shutdown-Pressekonferenz vor einem Jahr zurück? Verzichtet sie in der Krise auf Lohn? Die Ex-Bundespräsidentin stellte sich im Gespräch mit 20 Minuten den Fragen der Community. Die Highlights.

von
Fabian Pöschl
Sandro Spaeth

Bundesrätin Simonetta Sommaruga stellt sich den Fragen von Sandro Spaeth.

20min/T. El Sayed/M. Temel

Darum gehts

  • Bundesrätin Simonetta Sommaruga stellte sich den Fragen der Community.

  • 20 Minuten besuchte Sommaruga im Rahmen der Reihe «Live aus dem Chefinnenbüro».

  • Die wichtigsten Fragen und Antworten siehst du hier in den Videos.

Simonetta Sommaruga war Bundespräsidentin, als die Corona-Pandemie begann. Sie musste vor rund einem Jahr den Shutdown ausrufen. Wie blickt sie auf die Zeit zurück? Und warum hat sie ihren Partei-Spezi Christian Levrat als Post-Chef auserkoren?

20 Minuten traf SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga zum Talk in Bern im Generalsekretariat ihres Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Im Rahmen der Reihe «Live aus dem Chefinnenbüro» nahm sie Stellung zu den Fragen der 20-Minuten-Community. Das Interview fand unter den Corona-Schutzmassnahmen inklusive Plexiglas-Scheibe statt.

Die wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Livechat siehst du hier in den Videos:

«Ich war in grosser Sorge»

Vor gut einem Jahr rief Simonetta Sommaruga damals noch als Bundespräsidentin an einer historischen Pressekonferenz den Notstand aus. Sommaruga könne sich noch gut daran erinnern. Die Bevölkerung habe erkannt, dass es wirklich ernst wird und alle braucht. «Das tschudert mich jetzt noch, wenn ich daran denke». sagt Sommaruga.

«Die Jungen haben sehr viel Solidarität gezeigt»

Die Anliegen der Jugendlichen seien jede Woche Thema in den Diskussionen des Bundesrats. Sommaruga zeigt Verständnis für den Unmut der Jugend, will sich aber noch nicht für Lockerungen aussprechen. Sie würde auch gerne mal wieder ins Kino gehen, sagte sie im Interview allerdings.

«Habe Verständnis für Lohnverzicht»

Selbständige und Kurzarbeitsbezüger müssen auf Lohn verzichten. Will der Bundesrat aus Solidarität auch verzichten? «Im Symbolbereich würde das der Bevölkerung nichts bringen», sagt Sommaruga.

«Das CO₂-Gesetz hilft Klima und Wirtschaft»

Am 13. Juni stimmt die Schweiz über das CO₂-Gesetz ab. Sommaruga zeigt sich zuversichtlich, dass das Gesetz angenommen wird, weil es eine breite Unterstützung geniesse. Ausser der SVP seien alle Parteien und auch die Wirtschaftsverbände dafür.

«Vielflieger zahlen mehr»

Leser Max wirft Sommaruga Schönfärberei vor. Er befürchtet, dass das CO₂-Gesetz hohe Kosten für Familien verursacht. «Das ist falsch», sagt Sommaruga, «Vielflieger zahlen mehr, aber ganz viele Leute zahlen danach weniger.»

«Christian Levrat steht für eine gute Grundversorgung»

Warum hat man nur Christian Levrat als Post-Chef angeschaut? – «Wir haben viele Personen angeschaut», sagt Sommaruga. Levrat erfülle das Profil sehr gut und alle Bundesräte seien sich darin einig gewesen.

Das ist Simonetta Sommaruga

Die Uvek-Vorsteherin Simonetta Sommaruga ist ausgebildete Konzertpianistin. Die SP-Politikerin war früher als Musikerin tätig und lehrte am Konservatorium Fribourg. Ab 1993 arbeitete sie als Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz. Vor rund zehn Jahren wurde Sommaruga als Vorsteherin des Justiz- und Polizeidepartements in den Bundesrat gewählt. 2015 wurde sie erstmals Bundespräsidentin, 2020 war ihr zweites Präsidium. Seit 2019 ist die 60-jährige fürs Uvek zuständig.

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