Aktualisiert 18.07.2012 16:35

Heinz Barmettler in Baku«Ich war auch skeptisch und habe gezögert»

Heinz Barmettler wechselt für zwei Jahre zu Inter Baku nach Aserbeidschan. Beim FC Zürich hatte er nach fünf Jahren keinen neuen Vertrag mehr erhalten.

von
Eva Tedesco

Heinz Barmettler spielte seit 2006 beim FCZ und holte 2007 und 2009 mit den Stadtzürchern den Meistertitel. Unter Trainer Ottmar Hitzfeld kam der Verteidiger sogar zu einem Länderspiel. Nach fünf Jahren wurde sein Vertrag bei FCZ nicht mehr verlängert. Jetzt versucht der Verteidiger sein Glück in der Fremde: Die abenteuerliche Destination: Aserbeidschan. Am Dienstag unterschrieb Barmettler, der am Samstag 25 Jahre alt wird, nach einem dreistündigen Medizin-Check bei Inter Baku einen Vertrag über 2 Jahre.

Heinz Barmettler, wie wurden Sie in Baku empfangen?

Die Begrüssung war sehr herzlich und ich werde seit meiner Ankunft sehr gut und professionell betreut. Am Dienstag musste ich die medizinischen Untersuchungen absolvieren und habe danach meinen Vertrag unterschrieben.

Die Destination ist für einen Schweizer – sagen wir – ungewöhnlich. Wie kam der Kontakt zustande?

Wie der erste Kontakt genau abgelaufen ist, kann ich Ihnen gar nicht sagen. Das ist alles über meinen Berater geschehen, der mich dann informiert hat.

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie davon gehört haben?

Ich war ziemlich überrascht und skeptisch und habe lange gezögert. Dann hatte ich aber Gelegenheit mir den Klub und die Stadt anzuschauen und alles kennenzulernen. Auch die intensiven Bemühungen seitens des Vereins haben die Skepsis langsam schwinden lassen. Und natürlich habe ich mir noch von ausserhalb Informationen eingeholt.

Wie hat Ihr Umfeld Ihr Vorhaben aufgenommen?

Das war anfänglich natürlich genauso skeptisch.

Ich nehme an, dass Sie sich zuvor die Stadt und den Klub angesehen haben. Wie muss man sich Baku vorstellen und beschreiben Sie den Klub etwas?

Baku könnte man mit Dubai vergleichen. Es liegt am Meer, das Klima ist sehr angenehm. Ich war wirklich überrascht über die Stadt, ehrlich. Der Verein wird professionell geführt und die Mitspieler sind sofort offen und freundlich auf mich zugekommen. Zudem wird gerade das Stadion umgebaut und modernisiert und sollte in einem Monat fertig sein.

Was erwartet Sie sportlich in der Liga von Aserbeidschan?

Inter Baku wurde in der abgelaufenen Saison Dritter in der Premyer Liga und will 2012/13 Meister werden. Die Meisterschaft geht am 4. August los. Als Tabellendritter spielen sie aber in der Qualifikation für die Europa League und wollen in die Gruppenphase einziehen. Das sagt schon alles, nicht?

Wann Sind Sie spielberechtigt?

Schon diese Woche, aber weil ich keine Vorbereitung mitmachen konnte, weiss ich noch nicht genau, wann ich spielen werde. Denn das Hinspiel in der Europa-League-Quali ist schon am Donnerstag gegen Asteras Tripolis aus Griechenland.

Haben Sie keine Bedenken, dass Sie in der Schweiz in Vergessenheit geraten werden? Sie sind ja noch jung und nicht auf einen Rentenvertrag angewiesen?

Ich sehe diesen Transfer nicht als Rentenvertrag an, vielmehr ist es für mich eine Chance mich persönlich und sportlich weiterzuentwickeln. Schliesslich hat Trainer Kakhaber Tskhadadze - ein Georgier - in der Bundesliga bei Frankfurt gespielt, bei Manchester City, Spartak und Dynamo Moskau. Mit diesem Schritt tun sich andere Türen für mich auf.

Hatten Sie keine andere Offerte eines anderen Klubs?

Doch, die gab es. Jedoch war dieses Angebot sportlich und finanziell das interessanteste.


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