Grosjean nach Inferno-Crash: «Ich war bereit zu sterben, doch dann dachte ich an meine drei Kinder»
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Grosjean nach Inferno-Crash«Ich war bereit zu sterben, doch dann dachte ich an meine drei Kinder»

Romain Grosjeans Horror-Unfall im November schockierte die Formel-1-Welt. In Bahrain entkam der Schweiz-Franzose nur knapp dem Feuer-Tod. Nun schildert er jenen Moment.

von
Alpcan Özkul

So knallte Romain Grosjean im November in Bahrain in die Leitplanke.

Es sind Bilder des Grauens: Kurz nach dem Start verunfallte der schweizerisch-französische Rennfahrer Romain Grosjean letzten November am GP Bahrain und knallte in die Leitplanke. Sein Wagen ging sofort in Flammen auf und ganze 27 Sekunden war der 34-Jährige gefangen im Inferno, bevor er sich selbst befreien konnte. Die Bilder gingen um die Welt, Grosjean blieb beinahe unverletzt – lediglich seine Hände trugen Verbrennungen davon.

Nun war der ehemalige Formel-1-Pilot, der sich ab Februar für die Indycar-Serie in den USA vorbereitet, zu Gast bei «Gredig direkt» im SRF und sprach darüber, was ihm im Moment des Crashs durch den Kopf ging: «Ich war in Frieden mit mir selbst und wirklich bereit zu sterben. Ich fragte mich sogar, wo ich zuerst brennen würde. An meinen Händen oder den Beinen, wie wird es ablaufen? Und dann dachte ich an meine drei Kinder und sagte mir: Nein, sie sollen nicht ohne ihren Vater leben», so Grosjean.

Romain Grosjean war zu Gast bei «Gredig direkt».

SRF

«Ich weiss bis heute nicht, warum ich bei diesem heftigen Aufprall nicht das Bewusstsein verloren habe», sagt Grosjean weiter, «das hat mir das Leben gerettet, sonst wäre ich verbrannt.» Er habe nach dem Aufprall instinktiv den Sicherheitsgurt gelöst und wollte aus dem Auto springen: «Doch dann wurde mir bewusst, dass ich feststeckte. Ich hatte keine Ahnung, wo oben und unten ist. Also dachte ich, ich warte, bis jemand zu Hilfe kommt. Doch dann sah ich plötzlich all das Orange und Gelb um mich herum.»

«Kurioserweise war es nicht heiss»

Grosjean hatte keine Zeit zu warten: «Ich merkte: Okay, ich brenne! Also versuchte ich erneut, mich zu befreien. Mein Gehirn hat irgendwie die Hitze verdrängt, denn es war nicht heiss.» Als Grosjean nach weiteren Versuchen gemerkt habe, dass er sich nicht befreien könne, sei er ganz ruhig geworden und habe an seine Kinder gedacht. Daraus habe er neue Energie geschöpft und konnte sich schliesslich befreien und aus dem Auto steigen: «Ich wusste, dass meine Hände brannten. Ich konnte den Schmerz fühlen. Aber das war alles unwichtig.»

Deine Meinung

3 Kommentare
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Markus Lörtscher

19.02.2021, 14:45

Alle diese Sportarten sind gefährlich. Auch Radrennen, Skirennen, Springreiten, Klettern, Kunstflug, ... usw. Es ist ein Fieber und ein Feuer für Ihren Sport den alle diese Leute begleiten bei Ihrem Hobby im Grenzbereich! Diese Stärke welche diese Leute haben soll ein Ansporn sein für alle Anderen! Genauso wie es Romain Grosjean beschrieben hat! Dieses starke Denken „es zu schaffen“ hat ihm das Leben gerettet und vielen Anderen zuvor! 60-fache Erdbeschleunigung auszuhalten ist physikalisch am Menschen kaum möglich! Aber mit einem starken Unterbewusstsein wohl doch. Alle Achtung! Grossartig! Das soll uns Beispiel für starkes positives Denken sein. Also nicht verachten, sondern bewundern und für sich selbst davon etwas abschneiden! „Starkes positives Denken“! Danke Romain Grosjean für deine Vorbildfunktion und dein toller Auftritt bei GredigDirekt!

DNX

19.02.2021, 13:24

Wow! So schöne Worte und inspirierend! So schön zu lesen, dass er dies überlebt hatte!

Nie wieder

19.02.2021, 11:41

Freut mich dass es ihm wieder gut geht. Aber er sollte nie wieder in ein Cockpit eines Rennautos steigen. Fahrende Abrissbirnen braucht der Motorsport nicht.