Laetitia Guarino: «Ich war fast ein bisschen schockiert!»
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Laetitia Guarino«Ich war fast ein bisschen schockiert!»

Seit Samstag ist sie die neue Miss Schweiz. Im Interview mit 20 Minuten spricht Laetitia Guarino über Liebe, Religion und was sie als Erstes tut, wenn sie aufsteht.

von
Yves Schott

Laetitia, wie geht es dir?

Ganz gut, ich realisiere noch nicht wirklich, was passiert ist, sondern erst nach und nach. Am Samstagabend war ich wirklich sehr überrascht, wie man gesehen hat. Fast ein bisschen schockiert.

Aber du wusstest ja, dass du unter Umständen gewinnen kannst?

Schon, ja. Aber andere wurden vor der Show viel mehr favorisiert als ich. Darum bin ich das Ganze auch mit einer gewissen Leichtigkeit angegangen. Und als dann mein Name aufgerufen wurde (macht eine Pause) - meine Familie hat jedenfalls geweint.

Du auch?

Ich erinnere mich ehrlich gesagt nicht mehr (lacht).

Was hat dein Freund gesagt?

Er ist sehr zufrieden. Und sicher auch stolz.

Hast du Angst, dass die Beziehung mit deinem Freund nun in die Brüche gehen könnte, wie das schon vielen anderen Missen vor dir passiert ist?

Nein, gar nicht. Paare, die sich wegen dieses Titels trennen, hatten es wohl vorher schon nicht gut zusammen.

Welche Ziele hast du dir gesteckt? Gerade jetzt, wo der Fokus der Miss Schweiz auf karitativen Zwecken basiert?

Nun, die Stiftung Corelina liegt mir sehr am Herzen, wir haben da noch ein Projekt in Kambodscha. Ich werde mich auch gegen Pelze engagieren. Zudem will ich ja auch Kinderärztin werden.

Du sagst, du bist religiös. Was bedeutet dir die Religion?

Ich glaube an Gott, ja. Ich denke, es braucht etwas im Leben, woran man glauben kann. Ich gehe aber nicht oft in die Kirche, meistens an Ostern oder Weihnachten.

Worauf freust du dich in deinem Amtsjahr am meisten?

Ich habe überhaupt noch keine Ahnung. Der Abend der Wahl ist schon schwierig zu übertreffen (lacht laut). Wir werden sehen.

Wieso hast du dich eigentlich für die Wahl angemeldet?

Mein Coiffeur meinte, ich solle doch mitmachen. Schon seit mehreren Jahren. Ich sagte immer nein. Ich ging zuvor auch noch nie an andere Wahlen. Deshalb waren das jetzt meine ersten Auftritte und Shootings. Ausserdem habe ich gesehen, dass in diesem Jahr der Fokus viel mehr auf der karitativen Ebene liegt.

Vor dem Swiss Dome gab es einen Sitzstreik der Juso, die gegen den Event protestierten, weil sie ihn sexistisch finden. Was sagst du dazu?

Ich möchte diesen Leuten sagen, dass das einfach nicht stimmt. Mir macht es soviel Freude, mich schön anzuziehen, solche Kleider zu tragen. Ich bin überhaupt nicht feministisch - für die Gleichstellung der Geschlechter, da bin ich dafür, klar. Zudem geht es ja nun nicht mehr ausschliesslich um die Schönheit, sondern auch um die Persönlichkeit.

Während der Sendung auf Sat1 hat man nicht wirklich viel von euch gesehen. Dafür wurden lange Interviews geführt. Wie findest du das?

Nun, dafür gab es ja die Pre-Shows. Dort hat man gesehen, was für Frauen wir sind und wie wir ticken.

Ab sofort verdient die Miss Schweiz nur noch 10'000 Franken im Monat, deine Vorgängerin Dominique Rinderknecht hat einiges mehr bekommen. Bist du eifersüchtig?

Gar nicht, nein. Ich finde das sogar gut und viel korrekter als zuvor.

Was macht dich glücklich?

Menschen, die grosszügig sind. Auch die Unterstützung von Menschen am Samstag, die mich gar nicht gekannt haben - das macht mich extrem stolz.

Vervollständige folgende Sätze:

Nie verzichten könnte ich auf ...

Schokolade.

Das erste, was ich mache, wenn ich aufstehe ...

Meine Linsen fixieren, sonst sehe ich nämlich nichts.

Völlig untalentiert bin ich ..

Im Klettern, wie man im Fernsehen gesehen hat (lacht).

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