3 mit Sex - «Ich war voll verknallt, aber er wollte nur Sex von mir»
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3 mit Sex«Ich war voll verknallt, aber er wollte nur Sex von mir»

Abfuhren austeilen und kassieren gehört beim Daten dazu. Auch wenns unverständlich ist, dass ihn einer zurückweist: Unser Lars kennt beide Seiten.

von
Lars
Zora Schaad
Deborah Gonzalez
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Lars musste schon einige Abfuhren erteilen, aber auch einige einstecken. Beides ist nicht schön, wie er findet.

Lars musste schon einige Abfuhren erteilen, aber auch einige einstecken. Beides ist nicht schön, wie er findet.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Jeder hat mal eine Abfuhr erteilt oder eben kassiert. Auch Lars.

  • Er teilt die Abfuhren in drei Kategorien ein: Die Notlüge, die Selbsttäuschung und die Wahrheit.

  • Lars erzählt von seinen Erfahrungen – wie er jemandem einen Korb gegeben hat und wie er selbst gekorbt wurde.

  • Sein Fazit: Egal welche Kategorie, Abfuhren sind scheisse. Immer.

Letztens hat Bruce von seinen Flirt-Techniken erzählt. Vielleicht habt ihr es ja nach der Lektüre wirklich geschafft, dank Anglertechnik und Co. mit einem Schatz unter der Decke zu verschwinden. Doch was, wenn nicht? Eine Abfuhr ist für beide Seiten unangenehm. Vor allem, wenn ihr euch schon länger dated. Hier ein paar Abfuhren, die ich erteilt oder kassiert habe: Die Notlüge, die Selbsttäuschung und, am schmerzhaftesten: die Wahrheit.

Die Selbsttäuschung: «Ich will grundsätzlich keine Beziehung»

Es war mein erstes Date mit Dominic. Viel Alkohol floss und in einem unerwarteten, aber sehr richtigen Moment kam es zum ersten Kuss: Nach dem Apéro, als wir aufs Essen warteten, beugte sich Dominic zu mir rüber und küsste mich. Einfach so. Dominics ungestüme Art schmeichelte nebst meinem Ego Körperzonen, von denen ich nicht mal wusste, dass sie erogen sind.

Wir dateten uns einen Sommer lang. Dominic hat mir alles gegeben, ohne dass ich fragen musste: Kuscheln beim Einschlafen, mich mit Nachtessen überraschen, mir sagen, dass ich schön bin. Nur war ich überhaupt nicht in Dominic verliebt. Er war ein Freund, mit dem ich Sex hatte. Mehr nicht. Aber Dominic aufgeben, wollte ich nicht. Deshalb hat er von mir immer denselben Satz gehört: «Ich will keine Beziehung führen». Er reagierte verständnisvoll: «Ok, Babe, nimm dir die Zeit, die du brauchst.» Am Ende des Sommers mit Dominic lernte ich Simon kennen. Nach wenigen Dates wurden wir ein Paar. Offenbar wollte ich eben doch eine Beziehung. Einfach nicht mit Dominic. Als er erfuhr, dass ich nun doch in einer Beziehung bin, war er enttäuscht.

Die Notlüge: «Ich bin noch nicht über meine letzte Beziehung hinweg»

David. Gross, blauäugig mit dunklen Haaren und der Kopfform einer griechischen Marmorskulptur. David ist ein «Schuss». (Bruce) und Ella sagt, sie würde mit David «sofort ***eln». Ich habe David über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt. Ja, es war Verkupplung. David und ich haben uns danach mehrmals getroffen: Zum Tanzen im El Paso, zum Knutschen im Hamam, zum Katerbrunch. Doch bei unseren weiteren Dates habe ich seine zunehmende Zurückhaltung gespürt. Meine Nachrichten wurden weniger beantwortet, unsere Dates kürzer, unsere Gespräche flacher.

Und eines Abends schrieb mir David «... ich will ehrlich zu dir sein. Ich bin einfach noch nicht über meinen Ex hinweg. Ich hoffe, deine Gefühle damit nicht zu verletzen. Blablabla.». Warum David mich daten musste, um zu merken, dass er noch an seinem Ex-Freund hängt, war mir schon damals suspekt. Kurze Zeit später traf ich unseren gemeinsamen Bekannten wieder und erfuhr, dass David schon seit fünf Jahren Single war. Autsch! David wollte also bloss mein Ego schonen. Natürlich mache ich ihm die Lüge bis heute zum Vorwurf. Aber was, wenn er die Wahrheit gesagt hätte?

Die Wahrheit: «Du bist nicht mein Typ»

Das hat Marc zu mir gesagt – und ich war voll in Marc verknallt. Eigentlich hätte Marc nur ein Bums-Date sein sollen, das ich mir auf Tinder für ein bisschen Fun beschafft hatte. Nach dem Match tauschten wir ein paar schlüpfrige Bilder aus und trafen uns noch am selben Abend. Marc öffnete mir die Türe, führte mich aufs Sofa und bot mir ein Glas Hahnenwasser an. «Eigentlich habe ich keine Sexdates, aber du hast mir so gut gefallen», sagte er noch, bevor wir auf der Couch miteinander schliefen.

Danach übernachtete ich bei ihm. Es folgten ein paar Dates und zufällige Begegnungen, bei denen ich jedes Mal rot anlief. Plötzlich hatte ich Beine aus Gummi. Marc war definitiv mehr als Sex für mich. Aber ich nicht für ihn. Wenn ich mich in den darauffolgenden Monaten bei Bruce wegen Marc ausheulte, meinte er: «Immerhin war Marc ehrlich zu dir.» Aber wäre Marc etwas mehr ein Arsch zu mir gewesen, hätte ich einfacher abschliessen können. Wer will schon mit einem Arsch zusammen sein?

Eigentlich war das Fazit für diese Geschichte bereits vorbereitet: Je mehr Gefühle bei einem Date mitschwingen, desto weniger Platz gibt es für Flunkereien. Aber jetzt, wo ich euch alles erzählt habe, bin ich mir nur noch bei etwas sicher: Abfuhren sind scheisse. Immer.

Wie werdet ihr Menschen, die sich einseitig in euch verliebt haben, wieder los? Wie seid ihr schon abserviert worden? Teilt eure schrecklichsten, peinlichsten und lustigsten Abfuhr-Storys mit mir unter: onelove@20minuten.ch. Vielleicht schreib ich dann darüber.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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