Nati-Star Kevin Mbabu im Interview - «Ich warte mein Leben lang darauf, für die Schweiz an der EM zu spielen»
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Nati-Star Kevin Mbabu im Interview«Ich warte mein Leben lang darauf, für die Schweiz an der EM zu spielen»

Der 26-jährige Kevin Mbabu spielt mit dem VfL Wolfsburg eine überragende Saison. Im Interview spricht der Nati-Star über die mögliche Champions-League-Quali und seine Ziele mit der Schweiz an der EM.

von
Tobias Wedermann
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Mbabu darf happy sein: Der Schweizer zeigt in dieser Saison wunderbare Leistungen. 

Mbabu darf happy sein: Der Schweizer zeigt in dieser Saison wunderbare Leistungen.

imago images/regios24
Der VfL Wolfsburg steht sehr gut da derzeit. Momentan kämpfen die Wolfsburger um einen Platz in der Champions League. 

Der VfL Wolfsburg steht sehr gut da derzeit. Momentan kämpfen die Wolfsburger um einen Platz in der Champions League.

AFP
Seit einiger Zeit trägt der Nati-Star eine Schiene um den Arm. Dazu meint er im Interview: «Ich bin ein Kämpfer auf dem Feld und nutze meine Arme. Ich musste meine Spielweise deshalb anpassen. Hinzu kommt noch, dass ich Muskeln verloren habe im linken Arm, die ich nun wieder aufbauen muss.»

Seit einiger Zeit trägt der Nati-Star eine Schiene um den Arm. Dazu meint er im Interview: «Ich bin ein Kämpfer auf dem Feld und nutze meine Arme. Ich musste meine Spielweise deshalb anpassen. Hinzu kommt noch, dass ich Muskeln verloren habe im linken Arm, die ich nun wieder aufbauen muss.»

Swen Pförtner/dpa

Darum gehts

  • Nati-Star und Wolfsburg-Verteidiger Kevin Mbabu steht mit seinem Club kurz vor der Quali für die Champions League.

  • Im Interview spricht der 26-Jährige über seine Saison, das neue Nati-Trikot und seine Ziele für die EM.

  • Ausserdem erzählt der Rechtsverteidiger, dass er seine Spielweise angepasst hat, weil er seit Monaten mit einem verletzten Arm spielt.

Kevin Mbabu, Sie sind aktuell im Quarantäne-Trainingslager im Ritz Carlton Hotel. Wie ist der Alltag?

Kevin Mbabu: Wir können nicht viel machen, wir bewegen uns aktuell nur zwischen dem Hotel und dem Stadion. Damit mir nicht langweilig ist, schaue ich Dokus, Serien oder wir spielen Darts und Ping Pong.

Darf man Ihnen schon zur Champions-League-Qualifikation gratulieren?

Nein, lieber nicht. Das könnte Unglück bringen. Wir brauchen noch drei Punkte und darauf liegt nun unser Fokus.

Ihr könntet theoretisch auch noch Vizemeister werden. Ist das euer Ziel?

Unser Saisonziel war mindestens die Top 6 und wir sind bis jetzt viel besser. Es wird schwierig, Leipzig noch einzuholen. Aber, wenn wir den dritten Platz holen, können wir sehr glücklich sein mit der Saison.

Sie haben selber die ersten zehn Spiele verpasst wegen einer Verletzung. Dann wurden Sie schnell zum Stammspieler. Bei Ihnen läuft es. Wie beurteilen Sie Ihre persönliche Saison?

Ja, es war kein einfacher Start. Es war frustrierend und es war nach der Verletzung schwierig, in die Stammelf zu kommen. Ich wartete auf meine Chance und habe sie genutzt. Nun spiele ich fast jedes Spiel in der Stammelf und ich bin glücklich mit meiner Leistung. Ich hoffe, ich kann mein aktuelles Selbstvertrauen positiv für den Saisonendspurt und die EM nutzen.

Sie spielen seit Monaten mit einem verletzten Arm, den Sie sich gebrochen haben. Hat Sie das nicht gehemmt? Hatten Sie keine Angst?

Die ersten Spiele waren sehr schwierig. Ich bin ein Kämpfer auf dem Feld und nutze meine Arme. Ich musste meine Spielweise deshalb anpassen. Hinzu kommt noch, dass ich Muskeln verloren habe im linken Arm, die ich nun wieder aufbauen muss. Aktuell ist es besser, aber ich muss bis zum Ende der Saison mit einem Schutz spielen.

Es wird spekuliert, dass Ihr Trainer Oliver Glasner den Club verlassen wird nach der Saison. Er setzt voll auf Sie. Machen Sie sich Sorgen?

Natürlich wurde in der Mannschaft auch schon darüber gesprochen. Der Trainer sagte uns aber, dass wir den Fokus nur auf die Champions-League-Quali legen sollen. Er hat in zwei Saisons ein grossartiges Team aufgebaut und wenn du etwas aufgebaut hast, willst du es auch behalten, denke ich.

Was wird mit Ihnen nach dem Sommer passieren? Mit Wolfsburg in die Champions League oder hat Ihr Traumverein Manchester United schon ein Angebot gemacht?

Nein, ich warte immer noch auf den Anruf von Manchester United (lacht). Ich bin glücklich in Wolfsburg, ich bin Teil der Schlüsselspieler und habe noch zwei Jahre einen Vertrag. Normalerweise sollte ich also in Wolfsburg spielen in der kommenden Saison.

Während Sie bei Wolfsburg Stammspieler sind und viel Lob bekommen, haben Sie in der Nati einen Konkurrenzkampf mit Silvan Widmer. Wie gehen Sie damit um?

Es ist ein Konkurrenzkampf und ich liebe Herausforderungen. Sie machen dich besser. Ich sehe mich aber als Nummer eins und muss nun einfach meine guten Leistungen sowie mein Selbstvertrauen in die Nati mitnehmen und beweisen, dass ich auf dieser Position gesetzt sein möchte für die kommenden Jahre.

Die EM wird Ihr erstes grosses Turnier mit der Schweizer Nati.

Ich wartete mein Leben lang darauf. Es war immer mein Traum, mein Land in einem grossen Turnier zu vertreten. Als ich jünger war und die Spiele in der Fanzone schaute, sagte ich mir immer: Eines Tages will ich auf diesem Bildschirm zu sehen sein.

Was sind die Ziele bei der EM?

Wir haben noch nicht wirklich darüber gesprochen. Wir wollen trotz der starken Gruppe in die K.O.-Phase kommen. Ich weiss, wozu das Team fähig sein kann und ich glaube, dass wir für eine Überraschung sorgen können. Wir wollen natürlich die ganze Schweiz stolz machen.

Die Impfungen machen es auch möglich, dass ihr schon an der EM wieder mehrere Tausend Fans in einigen Stadien haben werdet. Wie sehr freuen Sie sich darauf?

Wir vermissen die Fans alle so sehr. Ich kann es kaum erwarten, wieder vor Fans zu spielen. Wir Spieler brauchen diese Atmosphäre.

Ist Impfen auch ein Thema bei euch Spielern? Wie man aus Nati-Kreisen erfährt, wird euch vielleicht vor der EM eine erste Dosis angeboten.

Ich mache mir natürlich auch Gedanken zu diesem Thema, habe dazu aber noch nichts gehört.

Sie interessieren sich auch für Mode. Wie gefällt Ihnen das neue Nati-Trikot?

Das Weisse? Ich liebe es! Das Design gefällt mir und ich kann es nicht erwarten, damit auf dem Rasen zu spielen.

Was haben Sie sich gedacht, als Sie gesehen haben, dass Tschechien und Italien fast das gleiche Trikot haben?

Ich habe die Diskussion auch mitbekommen. Aber wir haben halt alle den gleichen Ausrüster. Es ist normal, dass es dann zu Ähnlichkeiten kommen kann.

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