Alex «Doppelpack» Frei: «Ich weiss auch als Papi, wo das Tor steht»
Aktualisiert

Alex «Doppelpack» Frei«Ich weiss auch als Papi, wo das Tor steht»

Alex Frei eröffnet sein Champions-League-Skore beim 2:0-Sieg gegen Flora Tallinn mit zwei Treffern. Der Doppeltorschütze kann sich nach dem Spiel das Scherzen nicht verkneifen.

von
Eva Tedesco
Tallinn

FCB-Torjäger Alex Frei schiesst Flora Tallin im ersten von drei Qualifikationsrunden im Alleingang ab. (Video: 20 Minuten Online)

Entspannt stellt sich Alex Frei nach dem 2:0-Sieg gegen Flora Tallinn den Fragen der wenigen mitgereisten Journalisten. Der Basler Torjäger hat mit seinen zwei Treffern seinem FCB eine komfortable Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche geschaffen. Offensichtlich ist es bei Frei nicht so wie in der Formel 1, wo ein Pilot, der Vater geworden ist, mit jedem Kind zehn Prozent langsamer wird. Der Biel-Benkener trifft trotz – oder dank – Töchterchen Lia.

Alex Frei, setzen Sie gleich wieder dort an, wo Sie in der letzten Saison aufgehört haben?

Alex Frei: Je mehr Spiele ich in den Beinen habe, desto besser läuft es mir. Das ist okay, aber nicht irgendein Vorzeichen oder sowas. Man nimmt das gern mit und wenn ich es nicht bin, dann trifft ein anderer und das wird hoffentlich auch in Zukunft so sein.

Weniger Tore schiessen Sie als junger Vater offensichtlich auch nicht.

Ich weiss auch als Vater, wo das Tor steht, glaube ich. (lacht)

Allerdings ist Ihre Tochter Lia noch zu klein, um dem Papi vor dem TV zuzujubeln, nicht wahr?

Ich glaube nicht, dass ein drei Wochen altes Mädchen versteht, was der Papi macht. Vielleicht später einmal. Aber Sie merkt, dass der Papi nicht daheim ist – oder zumindest sagt mir meine Frau das.

Zurück zum Spiel: Ist das Spiel aus Ihrer Sicht so verlaufen, wie es sich der FCB vorgestellt hat?

Bei einer optimalen Chancenauswertung hätten es ein oder zwei Tore mehr sein können. Aber das 2:0 ist okay. Sagen wir so: Wir haben die Pflichtaufgabe erledigt.

Der FCB kann dem Rückspiel getrost entgegenschauen.

Man wird im Rückspiel mit Sicherheit einen dominanteren FCB sehen, egal wie die Mannschaft aussehen wird – viel dominanter. Es mögen vielleicht Floskeln sein, aber in einem grossen Stadion ist das Raumgefühl ganz anders als in so einem kleinen Stadion. Das Joggeli mit seinem Superplatz und dem leicht nassen Rasen kommt unserer Spielweise mehr entgegen. Im Normalfall wird das Ergebnis im Rückspiel etwas höher ausfallen – ohne, dass ich gegenüber Tallin despektierlich sein will.

Am Freitag geht die Auslosung für die 3. Qualifikationsrunde über die Bühne. Haben Sie sich schon mit den möglichen Gegnern auseinandergesetzt?

Ich befasse mich nicht damit. Man hat keine Wahl und kann auch nicht jammern, wenn es weit weg ist. Man muss nehmen, was man bekommt. Wir müssen sowieso drei Qualifikationsrunden spielen. Ob das gerechtfertigt ist, ist eine andere Geschichte. Wenn man mich später einmal fragen sollte, hätte ich schon gewisse Reformen für die Champions League. Ich glaube nämlich, dass ich auch gerne einem Spiel zwischen dem mazedonischen Meister und – zum Beispiel – dem Meister aus Litauen zuschauen würde – aber wenigstens sehe ich da zwei Meister spielen. Ich will keine Polemik entfachen. Wirklich nicht. Aber wenn man schon Financial Fair Play fordert, muss man ein bisschen aufpassen, ob es legitim oder gerechtfertigt ist, dass der Vierte aus England nur eine Qualifikationsrunde austragen muss oder gar direkt für die Champions League qualifiziert ist.

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