Xenia Ryschowa: «Ich weiss nicht, ob sich unsere Lippen berührten»
Aktualisiert

Xenia Ryschowa«Ich weiss nicht, ob sich unsere Lippen berührten»

Die russischen WM-Küsserinnen schäumen vor Wut. Es passt ihnen gar nicht in den Kram, dass ihre Geste auf dem Siegerpodest als Protest gegen Putins Homosexuellengesetz gewertet wird.

von
heg

Was ein Siegerkuss nach einer gewonnenen Goldmedaille auslösen kann: Als sich Xenia Ryschowa und Julia Guschina nach dem WM-Erfolg mit Russlands 4x400-Meter-Staffel über den Triumph freuten, küssten sie sich. Die Medien verstanden diese Geste als Protest gegen das Homosexuellengesetz von Präsident Wladimir Putin und berichteten in dieser Art darüber. Dies macht Ryschowa gemäss der Nachrichtenagentur Itar-Tass stinksauer. «Am Montag wurde ich von 20 Publikationen angerufen. Statt mir zur Goldmedaille zu gratulieren, wurde ich durch Fragen beleidigt.»

Ryschowa stritt sogar vehement ab, dass sie sich auf den Mund geküsst haben. «Es war ein Sturm der Gefühle. Ob wir in diesem Moment die Lippen berührt haben, weiss ich nicht.» Die Bilder sprechen jedenfalls eine andere Sprache. Die russische Staffel-Weltmeisterin stellt aber noch etwas klar. «Ich und Julia Guschina sind mit Männern verheiratet. Wir sind nicht in irgendeiner Art von Beziehung.» Sie seien nach acht Jahren gemeinsamen Trainings «gute Freunde».

Russland beschuldigt Westen

Das neue umstrittene Gesetz gilt in Russland seit Ende Juni. Positive Äusserungen in der Öffentlichkeit über Homosexualität sind seither verboten. Nebst Athleten-Protesten während der WM gab es auch internationale Kritik. Sogar Forderungen nach einem Boykott der Olympischen Winterspiele in Sotschi im nächsten Februar wurden laut. Der Gastgeber will das Gesetz bei Olympia jedoch ausser Kraft setzen und beschuldigte westliche Medien der Stimmungsmache.

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