Xherdan Shaqiri: «Ich werde den Ball in Ehren halten»
Aktualisiert

Xherdan Shaqiri«Ich werde den Ball in Ehren halten»

Drei Tore in einem WM-Spiel schiesst man nicht alle Tage. Xherdan Shaqiri hat einen Matchball in Manaus als Souvenir mitgenommen.

von
E. Tedesco
S. Compagno
Manaus

Drei Tore gegen Honduras. Drei Tore, welche die Nati in den WM-Achtelfinal bringen. Doch in der Mixed Zone der Arena de Amazônia war Xherdan Shaqiri nicht nach reden zumute. Noch immer verärgert über die teilweise überzogene Kritik nach den Spielen gegen Ecuador (2:1) und Frankreich (2:5) ging er wortlos an den wartenden Journalisten vorbei.

Da er jedoch zum zweiten Mal an dieser WM - und diesmal völlig zu Recht - als «Man of the Match» ausgezeichnet wurde, hatte er an der Pressekonferenz zu erscheinen. «Es war ein Sieg der Mannschaft», sagte der Mann des Spiels. Es habe eine gewisse Anspannung vor dem Anpfiff gegeben, gab der 22-Jährige zu Protokoll. «Aber wir sind als Mannschaft aufgetreten. Wir haben etwas Grosses geschafft und stehen im WM-Achtelfinal. Die Schweiz darf stolz auf uns sein.»

«Wir wissen, dass Xherdan den Unterschied ausmachen kann. Die Mannschaft hat sich in seinen Dienst gestellt, ihm die Bälle zugespielt und die Räume hinter ihm zugemacht. So sind wir auch gut gestanden, wenn er den Ball mal verlor», erklärte Stephan Lichtsteiner. «Es war wichtig, dass wir Xherdan so ins Spiel bringen konnten und ein taktischer Geniestreich des Trainers, ihn auf die ?10? reinzunehmen», sagte Stephan Lichtsteiner über die reife Leistung von XS, der in Manaus in XXL-Manier aufgespielt hat.

Vorgenommenes gut umgesetzt

«Aber auch Granit (Xhaka, Anm. d. Red.) hat auf rechts einen hervorragenden Match gemacht. Toll war auch, wie sich die erfahrenen Spieler für die Mannschaft eingesetzt und sich in Offensivaktionen zurückgehalten haben.»

Man habe die Dinge, die man sich nach der Niederlage gegen Frankreich vorgenommen hatte, sehr gut umgesetzt, so der Juve-Söldner nach dem 3:0-Sieg gegen Honduras. «Ich bin extrem stolz, dass wir das Schiff so steuern konnten», so Lichtsteiner über die Routiniers, die in der Nati die Aufgabe übernommen hatten, die Jungen noch intensiver zu führen.

Der Schatten des 2:5 gegen die Franzosen vor sechs Tagen lässt sich aber nicht vollends vertreiben. Hat die Nati ihre Lehren aus dieser Niederlage ziehen können? Lichtsteiner: «Auf jeden Fall! Wir lassen uns nicht mehr als Favorit abstempeln. Wir haben in der Qualifikation gegen gute Gegner gespielt und gut ausgesehen. Wir haben vor Argentinien keine Angst, denn wir wissen, dass wir eine Top-Verteidigung haben. Es gilt auch da miteinander zu verteidigen, miteinander zu verschieben und gut zu stehen.»

«Wir müssen noch besser verteidigen»

Eine Top-Verteidigung wird es gegen Messi und Co. brauchen. Das wissen auch Diego Benaglio, der in Manaus eine Klasseleistung gezeigt hat, und Haris Seferovic, der bereits das eine oder andere Mal mit Real Sociedad San Sebastián auf den kleinen Barça-Star getroffen ist. Der WM-Torschütze gegen Ecuador: «Wir können jetzt, wo wir unser Ziel erreicht haben, ohne Druck spielen. Wir müssen noch besser verteidigen und schauen, dass wir Messi in den Griff kriegen. Aber wir haben nichts zu verlieren und wissen, dass an dieser WM alles möglich ist.»

Auch der Wolfsburg-Keeper: «Argentinien ist eine der besten Mannschaften der Welt, mit einem oder mehreren Spielern mit enormer Qualität. Die Favoritenrolle wird in diesem Spiel klar sein, da sind wir uns wohl alle einig, aber wir werden alles daran setzen, es ihnen so schwer wie möglich zu machen. Im Fussball ist schon vieles passiert, was nicht vorhersehbar war. Im Fussball weiss man nie.»

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