Martin Andermatt: «Ich werde Hakan Yakin nicht bevorzugen»
Aktualisiert

Martin Andermatt«Ich werde Hakan Yakin nicht bevorzugen»

Ex-YB-Trainer Martin Andermatt (51) kehrt ein halbes Jahr nach seiner Freistellung zu Bellinzona zurück. Seine Aufgabe bleibt die gleiche: Der Aufstieg mit dem Zweiten der Challenge League.

von
Andy Huber
Martin Andermatt will in seiner zweiten Amtszeit Routinier Hakan Yakin nicht anders behandeln als die anderen Teammitglieder.

Martin Andermatt will in seiner zweiten Amtszeit Routinier Hakan Yakin nicht anders behandeln als die anderen Teammitglieder.

Martin Andermatt, weshalb übernehmen Sie ein halbes Jahr nach Ihrer Freistellung wieder die AC Bellinzona?

Martin Andermatt: Gestatten Sie mir einen kurzen Rückblick: Die Saison 2011/12 war eine intensive Zeit. Sehr viele Spieler der ACB mussten den Verein verlassen. Gleichzeitig war es meine Aufgabe, eine kompetitive Mannschaft zusammenzustellen, welche auch den Anforderungen aller im Umfeld entsprach. Mir gelang einiges, aber offenbar war ich mit meiner Vorgehensweise oft zu fordernd. Ich habe die Situation die letzten Tage genau analysiert und bin zum Schluss gekommen, dass ich mich dieser neuen Herausforderung nochmals stellen will.

Aber es entspricht doch kaum Ihrem Charakter, an einen Ort zurückzukehren, wo Sie ihre Arbeit nicht beenden konnten?

Stolz ist meistens ein schlechter Wegbegleiter. Es gibt im Leben oft ein zweites Mal.

Sie waren ja offenbar der Wunschkandidat der Spieler und Fans ...

Das freut und ehrt mich. Aber machen wir uns nichts vor. Ein Trainer und eine Mannschaft werden an den Resultaten gemessen. Und mir ist klar, dass wir gemeinsam unsere Zielvorgaben erreichen müssen.

Weshalb hat sich Präsident Gabriele Giulini bei Ihnen wieder gemeldet?

Die genauen Hintergründe sind mir nicht bekannt. Aber es braucht viel Mut, wenn man als Präsident öffentlich erklärt, dass man einen Fehler begangen hat. Das empfand ich als ehrlich und hat mich sehr beeindruckt.

Ein Trainer der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt ist doch vorbelastet. Wie gehen Sie damit um?

Tatsächlich, das wird eine meiner schwierigsten Aufgaben. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass ich in den fünf Wochen Vorbereitung mir ein genaues Bild der Mannschaft machen und die nötigen Schlüsse daraus ziehen kann.

Welche Rolle spielt in Ihren Gedanken Altstar Hakan Yakin noch – er ist inzwischen 35 Jahre alt?

Die Qualitäten von Yakin sind allen bekannt. Ich finde nicht, dass ein Trainer ihn deswegen bevorzugen sollte. Im Gegenzug bin ich jedoch überzeugt davon, dass man ihn auch in keiner Weise benachteiligen sollte.

Was heisst das konkret?

Sofern Hakan gesund bleibt, will ich seine Qualitäten in jeder Hinsicht für das Team und den Erfolg nutzen. Er weiss selbst genau, an was er gemessen wird, nämlich an Toren und Assists.

Bellinzona liegt zwei Punkte hinter Leader Aarau – Ihr Ziel dürfte klar sein ...

Ich war noch nie ein Fan von Prognosen. Das wäre auch respektlos gegenüber den anderen Rivalen um den Aufstieg. Ich will eine perfekte Vorbereitung mit dem Team, und dann schauen wir von Spiel zu Spiel.

Und wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt?

Natürlich stellt sich diese Frage. Uns ist bewusst, dass wir sehr ernst zu nehmende Gegner haben. Nur einer steigt auf – einer ab. Es wird so oder so eine spannende Rückrunde.

Die letzte Frage liegt auf der Hand: Was haben Sie sich fürs neue Jahr vorgenommen?

Ich wünsche mir, wie allen anderen Menschen auch, beste Gesundheit und natürlich Erfolg – in welchem Bereich auch immer.

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