Terror: «Ich werde heute Blumen niederlegen»

Aktualisiert

Terror«Ich werde heute Blumen niederlegen»

Reisebüros bieten kostenlose Stornierungen für Barcelona-Reisende an, doch Schweizer Touristen lassen sich nicht beirren.

von
ehs
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Zehntausende nahmen an einem Marsch gegen Terrorismus in Barcelona teil. König Felipe VI (Mitte) steht zwischen dem Premierminister Mariano Rajoy (links) und dem Präsidenten Kataloniens, Carles Puigdemont (rechts). (26. August 2017)

Zehntausende nahmen an einem Marsch gegen Terrorismus in Barcelona teil. König Felipe VI (Mitte) steht zwischen dem Premierminister Mariano Rajoy (links) und dem Präsidenten Kataloniens, Carles Puigdemont (rechts). (26. August 2017)

AFP/Luis Gene
Menschen haben Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Blumen zugedeckt. Auf dem Plakat steht «Recht und Friede». (26. August 2017)

Menschen haben Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Blumen zugedeckt. Auf dem Plakat steht «Recht und Friede». (26. August 2017)

AFP/Quique Garcia/EPA
Polizisten zünden in Cambrils Kerzen für die Opfer an. (25. August 2017)

Polizisten zünden in Cambrils Kerzen für die Opfer an. (25. August 2017)

Keystone/Manu Fernandez/AP

Richi W. macht mit seiner Frau Ferien in Barcelona. «Es hätte genauso gut uns treffen können», sagt er zu 20 Minuten. «Heute werden wir Blumen am Anschlagsort niederlegen.» Seine Frau war am Strand, als der Anschlag geschah, bei dem ein Van in die Menge raste und 13 Personen getötet wurden. Das Handy hatte seine Frau im Hotel gelassen. Die Suche nach ihr gestaltete sich schwierig: «Ich wollte mit dem Bus an den Strand», sagt W. Mit dem Bus sei das nicht mehr möglich gewesen.

Die Stimmung in der Stadt sei gedrückt, Panik habe er aber nicht miterlebt. Noch lange seien Helikopter herumgeflogen. Dennoch seien die Menschen bereits am Abend wieder draussen gesessen. Ein anderer 20-Minuten-Leser, der in der Nähe des Anschlagsorts arbeitete und die verletzten und verstorbenen Menschen am Boden liegen sah, spricht davon, der Anschlagsort habe «wie ein Schlachtfeld» ausgesehen.

Niemand will annullieren

Reisebüros haben zurzeit Dutzende Kunden vor Ort. Bei Hotelplan sind es 32 in Barcelona und 8 in Salou, einem Ort, der direkt an Cambrils grenzt, in dem der zweite Anschlag stattfand. Bis jetzt habe sich niemand gemeldet, der seine Reise frühzeitig beenden wolle, sagt Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin.

Ein Kunde habe seine heutige Barcelona-Städtereise annulliert. Hotelplan sei bei Annullationen von Barcelona-Reisen heute kulant. Sie gehe davon aus, dass es in den nächsten Tagen weniger Neubuchungen geben werde, sagt Huguenin. Barcelona sei eine der Top-3-Städtedestinationen bei Hotelplan. Bisher habe die Stadt als sehr sicher gegolten.

Auch der Reiseveranstalter DER Touristik mit seinen Marken Hotelplan und Helvetic hat rund zwei Dutzend Kunden in Barcelona. Sie sind alle wohlauf, wie Sprecher Marcel Schlatter sagt. Barcelona-Gästen mit Anreise am 18. August werde eine kostenlose Umbuchung und Stornierung angeboten. Bisher gebe es keine Annullationen, so Schlatter. Ähnlich tönt es bei TUI Suisse. Die Firma hat 7 Kunden in Barcelona und will bis nächsten Montag bei Barcelona-Reisen Kulanz walten lassen.

Trauerkundgebung für Terroropfer in Barcelona

(Video: Tamedia/AFP)

Die Schweigeminute für die Terroropfer endet im Applaus. (Video: Tamedia/AFP)

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