01.10.2020 18:32

Pay to Win«Ich werde Hunderte Franken in ‹Fifa 21› investieren»

Der deutsche «Fifa»-Pro Tim «Tim Latka» Schwartmann hat genug vom Geldausgeben und verzichtet im neuen «Fifa 21» darauf, Punkte zu kaufen, und wird es dadurch schwer haben, mit der Konkurrenz mitzuhalten. Die Schweizer Profis werden aber auch weiterhin Geld in die Finger nehmen.

von
Marc Gerber
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Das neue «Fifa 21» ist kurz vor dem Release, am 6. Oktober  geht es los. Schon jetzt macht eine Meldung in der E-Sport-Szene Schlagzeilen.

Das neue «Fifa 21» ist kurz vor dem Release, am 6. Oktober geht es los. Schon jetzt macht eine Meldung in der E-Sport-Szene Schlagzeilen.

EA
Auch in diesem Jahr ist der beliebteste Modus im E-Sport das Ultimate Team. Um sein Traumteam zu erstellen braucht mal aber viel Glück oder Geld.

Auch in diesem Jahr ist der beliebteste Modus im E-Sport das Ultimate Team. Um sein Traumteam zu erstellen braucht mal aber viel Glück oder Geld.

EA
Der E-Sportler von FC Schalke 04 Tim «Tim Latka» Schwartmann will im neuen «FIFA 21» kein Geld ausgeben und wird es schwer haben, so mit seiner Konkurrenz mitzuhalten. Ohne gute Spieler ist er klar im Nachteil.

Der E-Sportler von FC Schalke 04 Tim «Tim Latka» Schwartmann will im neuen «FIFA 21» kein Geld ausgeben und wird es schwer haben, so mit seiner Konkurrenz mitzuhalten. Ohne gute Spieler ist er klar im Nachteil.

Schalke

Darum gehts

  • Tim «Tim Latka» Schwartmann hat genug vom Geldausgeben.
  • Der «Fifa»-Pro investiert kein Geld mehr in sein Ultimate Team.
  • Wer vorne dabei sein will, der muss mehrere Hundert Schweizer Franken in die Finger nehmen.
  • Der ehemalige «Fifa»-Schweizer Meister Gentjan Zuta hat im «Fifa 20» 1500 Franken investiert.
  • Das Geld, das «Tim Latka» investieren würde, wird gespendet.

Der beliebteste Modus in der «Fifa»-Spielreihe ist seit Jahren der Ultimate-Team-Modus. In diesem Modus stellst du dir deine eigenes Team zusammen. Spieler kann man entweder in Packs erwerben oder direkt vom Markt kaufen, die Währung: «Fifa»-Points. Und diese gibt es entweder durch vieles Spielen, oder wer schneller konkurrenzfähig werden will, durch Geld. Diese Praktik vom Entwickler «Electronic Arts» wird seit Jahren von der ganzen Szene kritisiert. Geändert hat sich bis jetzt nichts.

Der E-Sportler von FC Schalke 04 Tim «Tim Latka» Schwartmann hat genug und hat sich dazu entschieden, in der nächsten Saison kein Geld zu investieren. In einem Statement sagt der Deutsche: «Geld sollte die Spieleerfahrung nicht beeinflussen.» Normalerweise unterstützt der Verein seine E-Sportler beim Kauf der «Fifa»-Points, dieses Geld spendet der Verein jetzt einem gemeinnützigen Zweck und unterstützt die Entscheidung seines Spielers voll und ganz.

Doch wie wird sich diese Entscheidung, kein Geld in «Fifa 21» zu investieren, den deutschen E-Sportler behindern? Für den ehemaligen Schweizer Meister im «Fifa», Gentjan Zuta, ist klar: Der Deutsche wird es schwer haben. 20 Minuten erzählt er: «Gerade am Anfang werden Tim wichtige Spieler im Ultimate Team fehlen. Er muss viel Zeit investieren, um genug ‹Fifa›-Points zu sammeln. Das wäre es mir nicht wert. Die ersten zwei Monate werden der Horror für ihn.»

Für Gentjan «Genti» Zuta wäre es eine Überraschung, wenn der deutsche E-Sportler ohne «Fifa»-Points konkurrenzfähig wäre. «Natürlich braucht es auch Glück beim Öffnen der Packs, aber Leute, die Geld investieren, haben klare Vorteile über die ganze Saison.»

Gentjan «Genti» Zuta ist ehemaliger Profifussballer für den FC Thun und «Fifa 18»-Schweizer Meister.

Gentjan «Genti» Zuta ist ehemaliger Profifussballer für den FC Thun und «Fifa 18»-Schweizer Meister.

Angesprochen auf seine Investitionen im aktuellen «Fifa 20», in dem sich Genti für das Final der Schweizer Meisterschaft qualifiziert hat, sagt der Berner: «Ich musste 1500 Franken für ‹Fifa 20› investieren, sonst hätte ich nicht so ein gutes Team gehabt. Bei ‹Fifa 20› wird es ähnlich aussehen.» Dies gefällt dem ehemaligen Schweizer Meister nicht. «Das ist eine Frechheit, dass du so viel Geld ausgeben musst, aber es ist die Praktik von Entwickler EA, und die Ausgaben kommen jedes Jahr aufs Neue.»

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8 Kommentare
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Keinen Rappen

02.10.2020, 14:12

Habe es nicht vorbestellt als langjähriger Spieler.

Pascal_MJ23

02.10.2020, 12:27

Ein richtiger Fifa Spieler braucht kein Geld um sich ein Team aufzubauen! Klar braucht es Zeit und Geduld um ein richtig krasses Team zu erspielen aber als Spieler aus Leidenschaft nimmt man sich diese Zeit 💪 Und ein Spieler der sich als Profi bezeichnet sollte in der Lage sein auch mit etwas schlechteren Teams zu gewinnen sonst ist er kein Profi. Nein zu Pay to Win!!!

Martial

02.10.2020, 11:00

Tolle Einstellung von dem Jungen, auch wenn er kompetitiv zwangsläufig abfallen wird. Spiele welche Mikrotransaktionen enthalten, sollten meiner Meinung nach erst ab 18 Jahren freigegeben werden (nach staatlichem Recht, nicht irgendwelche Lobby-unterwanderten "unabhängigen" Kontrollstellen wie PEGI oder ESRB). MTX in dieser Form sind eine Art des Glücksspiels und für Minderjährige (und Erwachsene) extrem gefährlich, das Suchtpotenzial ist enorm gross.