Aktualisiert 26.06.2019 08:39

«Switzerländers»«Ich werde oft gefragt, wie sich das Fliegen anfühlt»

Das Lauterbrunnental gilt als Schweizer Mekka für Basejumper. Auch Flavio ist seit seiner Jugend dem Fliegen verfallen.

von
Noah Zygmont

Das ist Flavios «Switzerländers»-Beitrag – und wo ist deiner? (Video: Manuel Täuber / Tarek El Sayed)

Das Pub in Lauterbrunnen ist gut besucht, als wir es an einem Dienstag besuchen. Die Basejump-Szene sitzt hier gern zusammen. Zwei Männer unterhalten sich über ihre letzten Sprünge. Tipps und Tricks werden ausgetauscht. Basejumper, das sind die, die mit Fallschirmen von Klippen, Türmen, Häusern oder mit einem Wingsuit von Bergen springen.

Es sei ein gefährlicher Sport, erklärt Flavio Kunz (30): «Man hat weniger Höhe als zum Beispiel bei einem Fallschirmsprung und dementsprechend weniger Zeit, auf Komplikationen zu reagieren.» Er sitzt in der Bar auf einer Eckbank. «Ich werde oft gefragt, wie sich das Fliegen anfühlt, aber das zu beschreiben, ist unmöglich. Nur wer selber schon gesprungen ist, kann das Gefühl wirklich nachvollziehen», sagt er.

«Und dann willst du es immer wieder tun»

Jährlich finden etwa 20'000 Sprünge in Lauterbrunnen statt, viele der Springer kommen immer wieder: «Sobald du etwas routinierter bist, spürst du den Sprung noch viel stärker, und der ganze Flug wird intensiver. Dann willst du es immer wieder tun.»

Mit 16 absolvierte der heute 30-Jährige seinen ersten Fallschirmsprung. Sein Vater hatte zum 50. Geburtstag einen geschenkt bekommen, konnte diesen aber nie antreten. Stattdessen schnallte sich der Sohn den Fallschirm auf den Rücken. «Nach diesem Sprung war es um mich geschehen. Das Fliegen wurde zu einem Lebensinhalt für mich.» Nachdem er einige Erfahrung im klassischen Fallschirmspringen gesammelt hatte, wechselte er zum Basejumpen.

«Durch das Springen erlebt man die Schweiz abseits des Tourismus»

Flavio findet, dass viel mehr hinter dem Sport steckt, als viele Leute denken: «Wir bereiten uns vor, wandern bis zu drei Stunden zum Absprungpunkt, und zum Schluss fliegen wir zurück, statt die Bahn zu nehmen.» Ein Highlight sei es, wenn man bereits um fünf Uhr früh auf dem Berg stehe und dem Sonnenaufgang entgegenspringen könne. Oft trifft Flavio auf dem Weg nach oben Rehe, die seien sehr zutraulich und würden die Menschen manchmal sogar ein Stück begleiten. «Man erlebt dadurch die Schweiz abseits des Tourismus von Lauterbrunnen», schwärmt der Springer.

Nach einem Ausflug trifft sich die Gruppe in der Regel in einer Bar, um bei einem Bier die neuesten Erfahrungen auszutauschen. So lernen sie voneinander. Über 400 Sprünge hat Flavio gemacht. «Das ist im Vergleich zu anderen eher wenig. Es gibt Leute, die diese Anzahl in ein paar Monaten machen», sagt er.

Switzerländers - Videoaufruf

Switzerländers - Videoaufruf
(Video: M. Täuber / T. El Sayed)

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Lauterbrunnen gilt als Paradies für Basejumper. «Zum einen ist die Landschaft unvergleichlich schön hier, und zum anderen gibt es Regulierungen für einen Sport, der keine konkreten Regulierungen hat», erklärt Flavio. Der Sport sei in dieser Region akzeptiert. So hat es Schilder zur Erklärung des Sprungs, in gewissen Lokalen gibt es extra Räume, um den Schirm optimal vorzubereiten, und man muss sich anmelden, damit man das Feld eines Bauern als Landeplatz benutzen darf.

Doch allen Vorsichtsmassnahmen zum Trotz bleibt der Sport einer der gefährlichsten der Welt. «Das Springen basiert auf einer Null-Prozent-Fehlertoleranz. Man darf sich keine Fehler bei der Vorbereitung, beim Flug, bei der Landung oder sonst irgendwo erlauben.» Das Fliegen lässt ihn dennoch nicht los: «Wenn man einmal Flügel hat, wird man sie immer tragen.» Flavios ­Videobeitrag zu «Switzerländers» findest du auf: 20min.ch

Als Flavio Kunz von «Switzerländers» hörte, überlegte er nicht lange. Er wollte seine Sicht auf sein Land unbedingt einbringen. Jetzt hast du «seine Schweiz» kennen gelernt – und wie sieht deine aus? Teile dein Video auf switzerlanders.20min.ch mit uns!

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