Aktualisiert 10.04.2020 14:19

Corona-Fragebogen

«Ich werde schon fast zur Hausfrau»

Heute mit der Aargauerin Stefanie Vögele (30), Nummer 109 der Tennis-Weltrangliste.

von
kai
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Raoul Petretta, Fussball:«Mir bricht es das Herz zu sehen, welch schwere Zeiten Italienerinnen und Italiener derzeit durchmachen.»

Raoul Petretta, Fussball:«Mir bricht es das Herz zu sehen, welch schwere Zeiten Italienerinnen und Italiener derzeit durchmachen.»

epa/Katia Christodoulou
Stefanie Vögele, Tennis:«Ich habe im Januar am Flughafen in Hongkong zum ersten Mal etwas über das Virus gelesen. Ich hätte aber niemals gedacht, dass es so schnell zu uns kommt und zwei Monate später alles lahmlegt.»

Stefanie Vögele, Tennis:«Ich habe im Januar am Flughafen in Hongkong zum ersten Mal etwas über das Virus gelesen. Ich hätte aber niemals gedacht, dass es so schnell zu uns kommt und zwei Monate später alles lahmlegt.»

FreshFocus/urs Lindt
Thomas Bickel, Fussball:«Zurzeit lassen sich Dinge tun, für die man sich sonst keine oder wenig Zeit genommen hat, wie zum Beispiel Kochen oder Lesen.»

Thomas Bickel, Fussball:«Zurzeit lassen sich Dinge tun, für die man sich sonst keine oder wenig Zeit genommen hat, wie zum Beispiel Kochen oder Lesen.»

Keystone/Ennio Leanza

Wie sehr macht Ihnen das Coronavirus Angst?

Angst habe ich eigentlich nicht, einfach sehr grossen Respekt, weil man sich extrem schnell anstecken kann. Im Januar war ich noch in China, am Turnier in Shenzhen. Auf der Weiterreise nach Australien habe ich am Flughafen in Hongkong zum ersten Mal etwas über das Virus gelesen. Ich hätte aber niemals gedacht, dass es so schnell zu uns kommt und zwei Monate später alles lahmlegt.

Welchen Einfluss hat die aktuelle Lage auf Ihren Alltag?

Mein Leben ist komplett anders. Normalerweise bin ich so viel unterwegs – und jetzt bin ich so lange zu Hause wie sonst eigentlich nie. Das hat aber auch seine guten Seiten. Ich verbringe viel Zeit mit meiner Mutter, wir putzen oft zusammen. Ich werde schon fast zur Hausfrau (lacht).

Halten Sie sich an die Verordnungen und Empfehlungen der Behörden?

Auf jeden Fall.

Für welche Tätigkeiten gehen Sie noch aus dem Haus?

Um Sport zu treiben und die nötigen Erledigungen zu machen. Ich kaufe zum Beispiel für uns ein, da meine Mutter über 65 ist.

Wie trainieren Sie derzeit?

Ich mache Kniebeugen und andere Übungen zu Hause, brauche oft mein TRX-Band. Dazu gehe ich joggen und absolviere mein Konditionsprogramm im Freien. Manchmal fahre ich zur Ballwand in der Nähe, mit dem Auto bin ich in fünf Minuten dort.

Wie verbringen Sie in diesen Tagen Ihre Freizeit?

Neben dem Putzen und Aufräumen lese ich viel, Romane, Sachbücher, alles Mögliche. Zudem schaue ich viel fern. Mein Netflix-Konto ist momentan allerdings inaktiv.

Was fehlt Ihnen derzeit am meisten?

In Cafés, Restaurants oder Läden zu gehen, Kollegen zu treffen. Aber eigentlich halte ich es noch ganz gut aus, weil ich ja sonst viel weg bin. Es ist schön, mal nicht aus dem Koffer zu leben. Wenn das aber noch ewig andauert, verliere ich irgendwann die Nerven (lacht).

Haben Sie wegen der Corona-Krise Existenzängste?

Nein. Finanziell sieht es momentan zwar nicht gerade rosig aus, weil ich derzeit keine Sponsoren habe und ausschliesslich von Preisgeldern lebe, aber ich konnte etwas ansparen in den letzten Jahren. Und dadurch, dass ich bei meiner Mutter wohne, fällt ein grosser Posten weg. Als selbstständig Erwerbende habe ich mich zudem bei der AHV-Ausgleichskasse angemeldet und schon etwas bekommen. Solange wir gesund sind, ist es aber okay für mich, wenn es einmal ein schlechteres Jahr gibt.

Wie schöpfen Sie in solchen Zeiten Zuversicht?

Ich glaube einfach daran, dass wieder bessere Zeiten kommen, sich alles normalisiert und meine Turniere bald wieder stattfinden. Man muss die Situation jetzt einfach akzeptieren.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Verbote aufgehoben werden?

Auf das alte Leben. Wieder rauszugehen, an meine Turniere zu reisen, meine Kolleginnen auf der Tour zu treffen.

Welche Botschaft haben Sie an Ihre Fans?

Bleibt zu Hause, bleibt ruhig. Nach einer schlechten Zeit kommt immer eine gute.

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