Neuer Uni-Rektor : «Ich will begeisterte Studenten»
Aktualisiert

Neuer Uni-Rektor «Ich will begeisterte Studenten»

Michael Hengartner ist der neue Rektor der Universität Zürich. Warum er auch deutsche Professoren anstellen will, verrät er im Interview.

von
Maja Sommerhalder
Michael Hengartner: «Wir müssen die besten Köpfe rekrutieren»

Michael Hengartner: «Wir müssen die besten Köpfe rekrutieren»

Herr Hengartner*, bei Rankings ist die Uni Zürich weit vorne. Doch es droht asiatische Konkurrenz.

Michael Hengartner: Wir müssen die besten Köpfe rekrutieren und diese sollten hier optimale Bedingungen vorfinden. Dazu müssen wir noch mehr finanzielle Mittel beschaffen und Geldgeber für unsere Projekte gewinnen. Glücklicherweise ist der Kanton Zürich im internationalen Vergleich grosszügig.

Sie sind auch das Geld von Sponsoren angewiesen. Die Geldspritze der UBS sorgte für heftige Kritik.

Ich begrüsse das UBS-Sponsoring, man hätte es aber transparenter aufgleisen können. Sponsoring ist grundsätzlich eine gute Sache. Ein Sponsor darf jedoch keinen Einfluss auf die Forschung und Lehre nehmen.

Werden in nächster Zeit die Studiengebühren ansteigen?

Ich bin gegen einen Anstieg. Die Studiengebühren machen nur drei Prozent unseres Budgets aus und wir sollten es auch dabei belassen.Ich habe in den USA gearbeitet, wo die Studenten 30'000 Franken pro Jahr zahlen müssen. Es ist nicht gut für eine Gesellschaft, wenn sich nur gewisse Schichten ein Studium leisten können.

Trotzdem ist auch Zürich keine günstige Studentenstadt.

Das ist richtig. Wer sich hier ein Studium nicht leisten kann, kann aber Stipendien beantragen. Dafür gibt es an unserer Universität Stiftungen.

Einige Fachrichtungen werden an der Universität mit Anmeldungen überschwemmt. Wird es deshalb bald Zulassungsbeschränkungen geben?

Nein. Für mich ist vor allem wichtig, dass man mit Begeisterung studiert. Man lernt in allen Fachrichtungen kritisch zu denken und sich mit komplexen Fragen auseinanderzusetzen. Das ist das Hauptziel eines Universitätsstudiums.

Viele Studiengänge sind aber sehr theoretisch. Sollten die Studenten nicht besser auf die Praxis vorbereitet werden?

Es gibt Studienrichtungen wie das Medizinstudium, die sehr praxisorientiert sind. Grundsätzlich ist das Studium aber eine akademische Ausbildung. Es ist nicht das Ziel, die Studenten für einen bestimmten Job fit zu machen.

Trotzdem hat man auch den Eindruck, dass es Ihnen an akademischen Nachwuchs aus den eigenen Reihen mangelt. Sie werden immer wieder dafür kritisiert, weil sie die Professoren aus dem Ausland – namentlich aus Deutschland – rekrutieren.

Ich erlebe das als Anti-Deutschen-Reflex. Als internationale Forschungsuniversität rekrutieren wir aber nicht nur Deutsche, sondern die besten Leute aus der ganzen Welt. Nur so können wir die beste Ausbildung und den Forschungsplatz Zürich aufrecht erhalten. Dies stärkt mittelfristig auch die Wirtschaft dieser Stadt.

*Michael Hengartner wurde am Montag zum Rektor der Universität Zürich gewählt. Der 46-Jährige ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. Er ist schweizerisch-kanadischer Doppelbürger und hat an der Université Laval in Québec Biochemie und Molekularbiologie studiert und 1994 am MIT in Cambridge, USA, promoviert. Danach forschte er am Cold Spring Harbor Laboratory in den USA, ab 1999 als Associate Professor. 2001 wechselte er als Professor für Molekularbiologie an die Uni Zürich, seit 2009 ist er Dekan der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät.som

*Michael Hengartner wurde am Montag zum Rektor der Universität Zürich gewählt. Der 46-Jährige ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. Er ist schweizerisch-kanadischer Doppelbürger und hat an der Université Laval in Québec Biochemie und Molekularbiologie studiert und 1994 am MIT in Cambridge, USA, promoviert. Danach forschte er am Cold Spring Harbor Laboratory in den USA, ab 1999 als Associate Professor. 2001 wechselte er als Professor für Molekularbiologie an die Uni Zürich, seit 2009 ist er Dekan der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät.som

*Michael Hengartner wurde am Montag zum Rektor der Universität Zürich gewählt. Der 46-Jährige ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. Er ist schweizerisch-kanadischer Doppelbürger und hat an der Université Laval in Québec Biochemie und Molekularbiologie studiert und 1994 am MIT in Cambridge, USA, promoviert. Danach forschte er am Cold Spring Harbor Laboratory in den USA, ab 1999 als Associate Professor. 2001 wechselte er als Professor für Molekularbiologie an die Uni Zürich, seit 2009 ist er Dekan der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät.som

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