Schweizer Cool Running: «Ich will den Bob nicht ins Ziel tragen müssen»
Aktualisiert

Schweizer Cool Running«Ich will den Bob nicht ins Ziel tragen müssen»

Ganz im Stil von «Cool Runnings» will ein Schweizer nach Jamaika, um dort für seine Bobkarriere zu trainieren. Michael Lussambos Traum: Eine Medaille an Olympia 2018.

von
Vroni Fehlmann

Eigentlich könnte man meinen, dass ein angehender Profi-Bobfahrer in der Schweiz am richtigen Ort ist. Der 27-jährige Michael Lussambo sieht das anders. Der Winterthurer will als Anschieber – also als hinterster Mann im Bob – in die Schweizer Nationalmannschaft kommen. Um dieses Ziel zu erreichen, will er nach Jamaika reisen und dort mit den besten Athleten der Welt trainieren.

Dafür hat der Schweizer mit kongolesischen Wurzeln, der sich selbst als Swiss Cool Running bezeichnet, ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Insgesamt 6500 Franken muss er bis im Oktober zusammenbekommen, um mithilfe von Glen Mills – dem Trainer von Usain Bolt und Yohan Blake – zum Topathleten aufsteigen zu können. «Die Jamaikaner sind die schnellsten Sprinter der Welt», erklärt der junge Bobfahrer. In seiner Position als Anschieber sei die Schnelligkeit ein wichtiges Element, deshalb will er in Jamaika von den Besten profitieren. Denn in der Schweiz wäre ein solches Training für ihn kaum bezahlbar.

Tipps von Bolt und Blake

Mit dem Bobsport angefangen hat der ursprüngliche Leichtathlet im letzten Jahr. Zurzeit trainiert er meist im Eiskanal in St. Moritz. Bisher hat er schon an verschiedenen Wettkämpfen teilgenommen. An der Schweizermeisterschaft fuhr er in der Kategorie B zusammen mit seinem Bobpiloten auf Rang 2. Im nächsten Jahr misst sich das Team dann mit den besten Mannschaften der Schweiz. «Ich würde sagen, ich gehöre zum steigenden Mittelfeld», sagt Lussambo über sich selbst. In Jamaika will er sich jetzt zu einem Topfavoriten entwickeln.

Lussambo hofft, dass er sich auf der karibischen Insel von Bolt und Blake ein paar Tipps holen kann. «Sie werden in der gleichen Gruppe trainieren. Für Gespräche wird es sicher Zeit und Raum geben», erklärt der ehrgeizige Sportler. So will er in vier Jahren an der Winterolympiade dann mit der Schweizer Nationalmannschaft eine Goldmedaille holen. Dafür hat Lussambo noch weitere Trainings geplant. «Das Jamaika-Projekt habe ich Swiss Cool Running 1.0 genannt. 2.0 und 3.0 stehen schon in der Pipeline.» Damit will er seine Vorbilder aus dem Filmklassiker überbieten: «Ich will den Bob am Schluss nicht ins Ziel tragen müssen.»

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