Aktualisiert 21.11.2016 08:16

Angela Merkel«Ich will Deutschland dienen»

Die amtierende Kanzlerin will es noch einmal wissen und im Herbst zum vierten Mal kandidieren. Das bestätigte Angela Merkel am Abend vor den Medien.

von
NXP
1 / 12
Im ersten Wahlgang zum vierten Mal als Kanzlerin gewählt: Applaus für Angela Merkel im Bundestag. (14. März 2018)

Im ersten Wahlgang zum vierten Mal als Kanzlerin gewählt: Applaus für Angela Merkel im Bundestag. (14. März 2018)

AP/Markus Schreiber
Für Merkel votierten 364 Abgeordnete, das sind 35 weniger Stimmen als die 399 Mandate, über die die grosse Koalition aus CDU, CSU und SPD verfügt. Gegen Merkel votierten 315 Abgeordnete, neun enthielten sich. Von den 702 anwesenden Abgeordneten gaben 692 ihre Stimme ab, davon waren vier Stimmen ungültig.

Für Merkel votierten 364 Abgeordnete, das sind 35 weniger Stimmen als die 399 Mandate, über die die grosse Koalition aus CDU, CSU und SPD verfügt. Gegen Merkel votierten 315 Abgeordnete, neun enthielten sich. Von den 702 anwesenden Abgeordneten gaben 692 ihre Stimme ab, davon waren vier Stimmen ungültig.

Gregor Fischer
Der CDU-CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzende Volker Kauder überreicht der frisch Wiedergewählten einen Blumenstrauss.

Der CDU-CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzende Volker Kauder überreicht der frisch Wiedergewählten einen Blumenstrauss.

AP/Michael Sohn

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich bei ihrer Kanzlerkandidatur erneut für die volle Amtszeit von vier Jahren bewerben. Merkel sagte am Sonntagabend in Berlin, es gehe nicht nur um eine Entscheidung für den Wahlkampf, sondern «für die vier vollen Jahre».

Die Kanzlerin hatte zuvor die CDU-Spitzengremien darüber unterrichtet, dass sie im kommenden Herbst zum vierten Mal antreten wolle.

Rund zehn Monate vor der Bundestagswahl und zwei Wochen vor dem CDU-Parteitag in Essen sei der «geeignete Zeitpunkt» für die Erklärung gekommen, sagte Merkel bei einer Medienkonferenz. Sie werde sich sowohl erneut für den Parteivorsitz der CDU als auch für die Kanzlerkandidatur bewerben - dies gehöre in ihrem Verständnis zusammen: «Ich will Deutschland nach wie vor dienen.»

Merkel sagte, sie habe lange über ihre politische Zukunft nachgedacht. «Die Entscheidung für eine vierte Kandidatur ist nach elf Amtsjahren alles andere als trivial. Weder für das Land, noch für die Partei noch - ich sage es ganz bewusst in dieser Reihenfolge - für mich persönlich.»

Ein schwieriger Wahlkampf

Angesichts der Krisen in Europa und der Welt sowie des wachsenden Populismus auch in Deutschland werde die Wahl wohl so schwierig wie keine zuvor seit der Wiedervereinigung, erklärte Merkel. «Wir werden es mit Anfechtungen von allen Seiten zu tun haben.» Sie sei in dieser Situation bereit, erneut zu kandidieren und dem Land zu dienen.

«Aber all das was damit, ganz besonders jetzt nach den Wahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika, verbunden wird, wie es auf mich ankommt, das ehrt mich zwar, aber ich empfinde es auch sehr stark als grotesk und geradezu absurd», sagte Merkel.

«Kein Mensch alleine, auch nicht mit grösster Erfahrung, kann die Dinge in Deutschland, Europa, in der Welt mehr oder weniger zum Guten wenden, und schon gar nicht eine Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.»

Kritische SPD

Kritische Töne über die Kandidatur kamen vom Koalitionspartner SPD. Nach Ansicht von SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat Merkel keine überzeugende Vision für Deutschlands Zukunft. «Nach dann zwölf Jahren im Amt ist die Luft wirklich raus», sagte Barley der Nachrichtenagentur dpa.

Bei der SPD ist offen, ob Parteichef Sigmar Gabriel oder EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) im nächsten Herbst Merkel herausfordern werden. Vieles spricht für Gabriel. (NXP/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.