Wattwil SG: «Ich will mit Instagram kein Geld verdienen»
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Wattwil SG«Ich will mit Instagram kein Geld verdienen»

Über 45'000 Follower hat der Ostschweizer Silvan Widmer für seinen Instagram-Account. Er begeistert mit Landschaftsbildern und Wildtieren.

von
lad
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Silvan Widmer fasziniert seine Follower mit Landschaftsbildern und Wildtieren.

Silvan Widmer fasziniert seine Follower mit Landschaftsbildern und Wildtieren.

Silvan Widmer
Der atemberaubende Caumasse in Graubünden, fotografiert mit der Drohne.

Der atemberaubende Caumasse in Graubünden, fotografiert mit der Drohne.

Silvan Widmer
Der Schwägalp-Pass im Appenzell mit herbstlichen Farben.

Der Schwägalp-Pass im Appenzell mit herbstlichen Farben.

Silvan Widmer

Erst seit rund eineinhalb Jahren teilt Silvan Widmer aus Wattwil SG seine Landschaftsbilder auf der Social-Media-Plattform Instagram. Mittlerweile erreicht er bereits über 45'000 Follower. Als «Maler unter den Schweizer Landschafts-Instagrammern» gehört der 26-Jährige damit laut swissinfo.ch zu den 20 einflussreichsten Schweizer Instagrammern der Tourismusbranche.

Das Wandern bleibt im Vordergund

Dabei begann seine Geschichte auf Instagram relativ unspektakulär. Als er das erste Mal eine Kamera auf seine Wanderung mitgenommen habe, habe er zuhause gedacht: «Das sah einfach so cool aus, das wollte ich veröffentlichen», erzählt Widmer am Sonntag gegenüber 20 Minuten. Der gelernte Mediamatiker, der unterdessen seine eigene Werbeagentur Nordwand AG führt, nimmt die gesamte Schweizer Berg- und Wanderwelt in seinen Fokus. «Am liebsten bin ich jedoch in meiner Heimat unterwegs», so Widmer. Wegen der Nähe sei vor allem das Toggenburg, der Alpstein oder der Säntis seine Hauptregion.

Im Alpstein im letzten Sommer erlebte er auch sein bisheriges persönliches Wander-Highlight. «Ich habe mich für eine ziemlich lange Tour entschieden und war unsicher, ob ich das schwere Teleobjektiv wirklich mitnehmen wollte», erzählt Widmer. Glücklicherweise habe er sich dafür entschieden, denn in der Nähe eines Gasthauses sei er dann einer Herde Steinböcke begegnet: «Sie waren so friedlich und bei jedem Klick der Kamera haben sie noch neugieriger geschaut.» Das sei so besonders gewesen, so etwas könne man gar nicht planen.

«Instagram soll ein Hobby bleiben»

Doch Widmer gehe nicht explizit zum Fotografieren auf Wanderungen. «Wenn ich an einem Ort bin, bleibe ich den ganzen Tag dort und nehme mir Zeit für das Wandern und die Region», sagt der 26-Jährige. Er wolle die Natur erleben und nicht von einem Hotspot zum nächsten rennen, nur um später davon ein Bild zu veröffentlichen.

Genau darin sieht der Ostschweizer auch den Erfolg seiner Bilder. Widmer: «Ich muss nicht am Morgen gehen und liefern – ich poste, wenn ich Lust habe.» Da könne es auch sein, dass es eine Woche lang mal kein neues Bild gebe. Doch dafür würden seine Bilder authentisch bleiben. Und: «Durch meinen eigenen Stil erkennen die Leute meine Bilder», sagt Widmer.

Profit will der junge Wattwiler aus seinen Bildern nicht schlagen: «Instagram ist für mich ein Hobby und soll das auch bleiben», sagt er. Geld verdiene er mit seinem Profil nicht und das wolle er auch gar nicht. Für ihn sei das grosse Netzwerk auf Instagram spannend: «Man trifft sich Online, weil man einander folgt, und dann wieder auf dem Berg, offline sozusagen». Dennoch sei es schön, dass er durch seinen Account schon viele Anfragen für seine Werbeagentur einholen konnte. «Es ist wahnsinnig, was für eine Ausstrahlung Instagram hat.»

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