Aktualisiert 03.06.2011 17:10

Den Haag «Ich will nicht, dass man mir die Anklage vorliest»

Der mutmassliche serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladic ist erstmals dem UNO-Tribunal vorgeführt worden. Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen wollte er nichts sagen.

Der frühere serbische General und mutmassliche Kriegsverbrecher Ratko Mladic ist erstmals vor seine Richter in Den Haag getreten. Die gegen ihm erhobenen Vorwürfe bezeichnete er als «abscheulich» und «monströs».

«Ich bin General Ratko Mladic», stellte er sich dem Vorsitzenden Richter, dem Niederländer Alphons Orie, am Freitag vor. 16 Jahre lang war er untergetaucht, erst vergangene Woche war er gefasst und danach von Belgrad an das UNO-Tribunal in Den Haag überstellt worden.

«Ich will nicht, dass man mir die Anklage vorliest», sagte der frühere Militärchef der bosnischen Serben im Bürgerkrieg (1992- 1995). Dennoch bestand Orie darauf, wenigstens eine Zusammenfassung der elf Anklagepunkte vorzulesen. Dem Angeklagten werden «Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstösse gegen die Gesetze und Regeln der Kriegsführung» vorgeworfen.

Ratko Mladic am Tag seiner Verhaftung

«Land verteidigt»

«Ich muss das gut durchlesen», reagierte Mladic auf die Vorwürfe. Es seien «monströse Worte» gefallen, «von denen ich noch nie gehört habe». «Ich habe mein Volk und mein Land verteidigt», beschrieb er seine Position. «Ich habe keine Muslime und keine Kroaten umgebracht.»

Der nach eigenen Angaben 68 Jahre alte Mladic wird vor allem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich gemacht. Dabei wurden im Juli 1995 bis zu 8000 muslimische Männer und Jungen getötet. Auch beim dreijährigen Beschuss der bosnischen Hauptstadt Sarajevo kamen Tausende ums Leben.

Während die serbische Regierung die Finanzierung der Mladic- Verteidigung ablehnt, hat die Regierung der bosnischen Serbenrepublik 50 000 Euro als Soforthilfe bereitgestellt. Als Pflichtverteidiger wurde ihm zunächst der Anwalt Aleksandar Aleksic zugewiesen, bis Mladic sein eigenes Verteidigerteam zusammengestellt hat.

Aleksic hatte vor dem Tribunal schon zwei andere serbische Angeklagte vertreten. Mladic zeigte sich überzeugt, seine Unschuld beweisen zu können: «Ich will noch meine Freiheit erleben», sagte er. Die Verhandlung wurde auf den 4. Juli vertagt.

Gesundheitszustand umstritten

«Ich bin ein schwer kranker Mann», berichtete der Ex-General zu Beginn des Prozesses mit schwerer Stimme. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit berichtete Mladic dem dreiköpfigen Richtergremium über seinen Gesundheitszustand.

Sein Belgrader Anwalt hatte behauptet, Mladic leide an Lymphdrüsenkrebs und könne die Verhandlung nicht überleben. Das Tribunal bestritt diese Angaben.

Mladic verlangte vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien mehr als die vorgesehenen 30 Tage, um seine Verteidigung vorzubereiten. «Ich habe noch nichts gelesen», begründete er seine Forderung.

Live-Übertragung im serbischen Fernsehen

Die erste Anhörung in Den Haag wurde von einem grossen Medieninteresse begleitet. Bereits am Donnerstag hatten Journalisten aus aller Welt Stellung vor dem Gericht bezogen. Um zudem einen Andrang von Besuchern zu bewältigen, mietete das Gericht einen Raum in einem benachbarten Kongresszentrum und stellte dort Videoleinwände auf.

Vor dem Gericht stand ein Mann mit einem weissen Plakat, auf dem in roten Buchstaben «Mladic, Schlächter von Srebrenica» geschrieben stand. Unter den zahlreichen Menschen auf der Galerie waren Mütter und Witwen aus Srebrenica. Die Vorsitzender der Vereinigung Mütter von Srebrenica, Munira Subasic, erklärte, einerseits freue sie sich darüber, Mladic endlich vor Gericht zu sehen.

Andererseits sei sie traurig, weil viele Mütter diesen Moment nicht mehr erlebten, «Mütter, die Knochen ihrer Kinder fanden und sie beerdigten, ohne Köpfe und Hände und das einzige, was sie sich wünschten, war seine Festnahme.» Aber sie haben das nicht mehr erlebt.» (sda)

Der ahndet Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er ist zuständig für Verbrechen während der Kriege auf dem Gebiet des einstigen Jugoslawien zwischen 1991 und 1999. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen schuf das Sondertribunal 1993 durch die Resolution 827. Das Tribunal hat mehr als 1100 Mitarbeiter. Bislang hat das Tribunal Darunter war der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic, der 2006 vor dem Ende seines Prozesses im Gefängnis starb. Mehr als 60 Angeklagte wurden verurteilt, rund 40 Verfahren laufen noch – darunter das gegen den politischen Serbenführer in Bosnien Radovan Karadzic. Die Höchststrafe des Gerichts ist lebenslange Haft. (sda)

Der ahndet Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er ist zuständig für Verbrechen während der Kriege auf dem Gebiet des einstigen Jugoslawien zwischen 1991 und 1999. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen schuf das Sondertribunal 1993 durch die Resolution 827. Das Tribunal hat mehr als 1100 Mitarbeiter. Bislang hat das Tribunal Darunter war der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic, der 2006 vor dem Ende seines Prozesses im Gefängnis starb. Mehr als 60 Angeklagte wurden verurteilt, rund 40 Verfahren laufen noch – darunter das gegen den politischen Serbenführer in Bosnien Radovan Karadzic. Die Höchststrafe des Gerichts ist lebenslange Haft. (sda)

Der ahndet Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er ist zuständig für Verbrechen während der Kriege auf dem Gebiet des einstigen Jugoslawien zwischen 1991 und 1999. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen schuf das Sondertribunal 1993 durch die Resolution 827. Das Tribunal hat mehr als 1100 Mitarbeiter. Bislang hat das Tribunal Darunter war der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic, der 2006 vor dem Ende seines Prozesses im Gefängnis starb. Mehr als 60 Angeklagte wurden verurteilt, rund 40 Verfahren laufen noch – darunter das gegen den politischen Serbenführer in Bosnien Radovan Karadzic. Die Höchststrafe des Gerichts ist lebenslange Haft. (sda)

Der ahndet Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er ist zuständig für Verbrechen während der Kriege auf dem Gebiet des einstigen Jugoslawien zwischen 1991 und 1999. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen schuf das Sondertribunal 1993 durch die Resolution 827. Das Tribunal hat mehr als 1100 Mitarbeiter. Bislang hat das Tribunal Darunter war der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic, der 2006 vor dem Ende seines Prozesses im Gefängnis starb. Mehr als 60 Angeklagte wurden verurteilt, rund 40 Verfahren laufen noch – darunter das gegen den politischen Serbenführer in Bosnien Radovan Karadzic. Die Höchststrafe des Gerichts ist lebenslange Haft. (sda)

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