«Ich will nicht sterben!» - Gericht hört 9/11-Tape
Aktualisiert

«Ich will nicht sterben!» - Gericht hört 9/11-Tape

Im Prozess gegen Al-Kaida-Mitglied Zacarias Moussaoui haben die Geschworenen gestern die dramatischen letzten Szenen im Cockpit des Flugzeugs angehört, das am 11. September 2001 von Terroristen entführt worden und schliesslich in Pennsylvania abgestürzt ist.

Mit einem dramatischen Tondokument hat die Staatsanwaltschaft ihre Beweisführung im Terrorprozess gegen Zacarias Moussaoui abgeschlossen. Den Geschworenen wurde am Mittwoch das Tonband mit den letzten Aufnahmen aus dem Cockpit des Flugzeugs vorgespielt, das am 11. September 2001 von Terroristen entführt wurde und in Pennsylvania abstürzte. Die Staatsanwalt will mit dem Tonband ihre Forderung nach der Todesstrafe für Moussaoui bekräftigen.

«Meine Damen und Herren, hier spricht der Kapitan, ... wir haben eine Bombe an Bord, bitte bleiben Sie sitzen». Mit diesen Worten beginnt die Aufzeichnung von Flug 93 der United Airlines. Dann ist eine Stimme zu hören, die sagt: «Bitte tut mir nicht weh!» Ein paar Sekunden später sagt jemand drei Mal: «Ich will nicht sterben!» Einer der Entführer ist zu hören mit dem Satz: «Alles ist in Ordnung, ich habe es zu Ende gebracht.» Zu dieser Zeit wendete das Flugzeug und nahm einen Kurs Richtung Washington auf.

Offenbar planten die Entführer, die Maschine in das Gebäude des Washingtoner Kapitols zu steuern - ähnlich wie die zwei Flugzeuge, die in die Türme des World Trade Centers in New York rasten und das dritte Flugzeug, das auf das Pentagon in Washington stürzte. In den letzten Minuten von Flug 93 versuchten aber einige Passagiere, die Kontrolle über die Maschine zu übernehmen. Kurz danach stürzte das Flugzeug auf ein Feld ab.

Moussaoui ist die einzige Person, die in den USA in Zusammenhang mit den Anschlägen im Spätsommer 2001 angeklagt wurde. Die Geschworenen haben bereits entschieden, dass in seinem Fall die rechtlichen Voraussetzungen für eine Todesstrafe gegeben sind. In der zweiten Phase des Verfahrens geht es vor allem darum, ob der französische Staatsbürger marokkanischer Abstammung, der am 11. September 2001 bereits in Haft war, die Anschläge mit einer rechtzeitigen Aussage hätte verhindern können. Dabei wollen die Staatsanwälte den Geschworenen insgesamt 45 Zeugen präsentieren, die unter den Terroranschlägen gelitten haben. (dapd)

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