Aktualisiert 25.03.2018 17:49

Fotos löschen gegen Blowjob«Ich will nur, dass du mir nochmals einen bläst»

Nach kurzem Kontakt via Snapchat traf sich ein 23-Jähriger mit einer 14-Jährigen, wobei es auch zum Sex gekommen sein soll. Danach soll er sie mit Fotos davon erpresst haben.

von
taw
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Der Beschuldigte und sein mutmassliches Opfer kommunizierten im Frühjahr 2017 während kurzer Zeit via Snapchat.

Der Beschuldigte und sein mutmassliches Opfer kommunizierten im Frühjahr 2017 während kurzer Zeit via Snapchat.

Keystone/Christian Beutler
Danach kam es zu einem Treffen der beiden.

Danach kam es zu einem Treffen der beiden.

Keystone/Christian Beutler
Nun muss sich der Beschuldigte (24) vor dem Kreisgericht Rorschach verantworten.

Nun muss sich der Beschuldigte (24) vor dem Kreisgericht Rorschach verantworten.

20M

Der Beschuldigte (heute 24) und das mutmassliche Opfer kommunizierten im Frühjahr 2017 während kurzer Zeit via Snapchat. Sie tauschten sich über verschiedene Themen aus, unter anderem über Beziehungen und über die Einstellung zu Sex, wie es in der Anklageschrift heisst. Auch ihr Alter war Thema, sie war zu diesem Zeitpunkt erst 14 Jahre alt.

Weil sie angeblich über einen gemeinsamen «Bekannten» reden wollte, was sie ihm jedoch nicht so sagte, und ihm stattdessen Sex in Aussicht gestellt haben soll, lud sie ihn auf den 29. Mai 2017 spontan zu sich nach Hause ein. Zudem soll sie ihn aufgefordert haben, Kondome mitzubringen. Er ging also, in der Absicht, mit ihr Sex zu haben. Als er bei ihr, habe er dann von ihr verlangt, ihn oral zu befriedigen, was sie auch tat. «Weil er halt ein Mann ist und ich ziemlich Respekt vor Männern habe, vor allem vor Männern, die viel grösser sind wie ich. Habe ich halt besser das gemacht und es hinter mich gebracht, als mich zu wehren, weil eben, wir waren allein. Man weiss nie, was hätte deswegen passieren können», zitiert die Anklageschrift ihre Aussage. Danach kam es noch zu Geschlechtsverkehr.

Mit Veröffentlichung von Videos gedroht

Nach dem Treffen teilte sie ihm mit, dass sie keinen Kontakt mehr wolle. In der Folge kam zu einem längeren schriftlichen Hin und Her, in dem er gesagt haben soll, dass er Aufnahmen vom Treffen gemacht habe. Er soll ihr gedroht haben, diese weiterzuverbreiten, wenn sie ihn nicht nochmals oral befriedige. So schrieb er etwa: «I wötts eigentlich würkli nöd witter shicke. Oder dir was böses ahtue. Ha di no recht herzig gfunde.» Und weiter: «I will nur das mo nomel eis blosisch, meh nöd.»

Sie bot ihm laut Anklage 100 Franken, um die Aufnahmen zu löschen. «Mit Geld chasch dir Sache kaufe. Oder in Puff goh. Mit blose chasch nix mache», versuchte sie ihn zu überreden. Darauf ging er jedoch nicht ein. Er soll sogar damit gedroht haben, bei ihr vorbei zu kommen und die Aufnahmen ihrer Mutter zu zeigen. Zudem drohte er ihr an, zu ihrer Schule zu kommen. «Damit drohte er ihr an, Bilder an ihre Mitschüler zu senden, falls sie ihn nicht oral befriedige», so die Anklage. Die 14-Jährige ging allerdings nicht auf die Forderungen ein.

Landesverweisung beantragt

Am Montag muss sich der 24-Jährige vor dem Kreisgericht Rorschach verantworten. Dabei wird es wohl auch um die Frage gehen, ob es denn tatsächlich Bilder von den sexuellen Handlungen gegeben hat. Das Handy des Beschuldigten konnte weder sichergestellt noch ausgewertet werden. Auch das Handy des mutmasslichen Opfers konnte offenbar nicht vollständig ausgewertet werden, da sie es wegen eines Defekts entsorgt hatte.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verurteilung wegen sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher versuchter sexueller Nötigung, versuchter Nötigung und Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes. Ihm droht eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten und eine Landesverweisung von fünf Jahren. Zudem droht ihm eine Busse in Höhe von 300 Franken.

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