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Jetzt spricht Lorenzo V.«Ich will Weihnachten mit der Familie verbringen»

Nach fast drei Jahren ist Lorenzo V. aus den Fängen der Abu Sayyaf geflohen. Er telefonierte bereits mit Bundesrat Didier Burkhalter.

von
woz
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Lorenzo V. trat am Freitagmorgen 12.12.2014 kurz nach seiner Ankunft vor die Medien.

Lorenzo V. trat am Freitagmorgen 12.12.2014 kurz nach seiner Ankunft vor die Medien.

Keystone/Walter Bieri
Der Schweizer erzählte von seiner Flucht im Kugelhagel, vom Einzelkampf mit seinem Bewacher und dem aufkommenden Wirbelsturm.

Der Schweizer erzählte von seiner Flucht im Kugelhagel, vom Einzelkampf mit seinem Bewacher und dem aufkommenden Wirbelsturm.

Keystone/Walter Bieri
Er sei sehr erleichtert, wieder in der Schweiz zu sein, sagte er.

Er sei sehr erleichtert, wieder in der Schweiz zu sein, sagte er.

Keystone/Walter Bieri

Nach mehr als zwei Jahren in der Gewalt der islamistischen Extremistengruppe Abu Sayyaf ist dem Schweizer Lorenzo V.* auf den Philippinen die Flucht gelungen. Er hat einen Rebellen mit einer Machete getötet. Bei seiner Befreiung wurde der 49-Jährige zwar verletzt, er ist aber in stabilem Zustand.

V. dankte allen, die ihm geholfen haben. Er sei glücklich, nicht mehr im Dschungel zu sein, sagte er in einem Militärspital, wo er zurzeit behandelt wird. «Ich möchte Weihnachten mit meiner Familie verbringen, das ist mein grösster Wunsch. Ich weiss, dass ich hier in guten Händen bin», sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Niederländer war für die Flucht zu schwach

V.s Wunsch dürfte in Erfüllung gehen. Gemäss dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist die Ausreise des Schweizers noch vor den Weihnachtstagen geplant. Lorenzo V.s Frau ist überglücklich. «Ich freue mich, dass er zurückkommt.»

Bundesrat Didier Burkhalter konnte bereits ein telefonisches Gespräch mit dem Schweizer führen, teilte das EDA am Samstag mit. Dessen Familie sandte der Bundespräsident ein persönliches Schreiben.

Gegenüber dem Mann drückte Burkhalter seine Freude und Erleichterung aus. Er erkundigte sich nach dessen Gesundheit und wünschte ihm und seinen Angehörigen viel Kraft und Glück für die Zukunft. Dieser dankte für die Unterstützung während der ganzen Zeit der Geiselnahme.

Schweiz will Niederlande unterstützen

Noch immer in den Fängen der Extremisten ist ein heute 52-jähriger Niederländer. Er wurde mit V. im Februar 2012 als Geisel genommen. Er sei für die Flucht zu schwach gewesen – er habe Rücken- und Zahnprobleme gehabt, sagt V. «Ein paar Minuten vorher hatte ich ihn noch einmal gefragt, aber er wollte nicht mitkommen. Ich weiss aber, dass sie ihn gut behandeln werden, denn er ist jetzt der einzige, den sie noch haben.»

In einem Gespräch mit Bert Koenders, dem Aussenminister der Niederlande, versicherte Burkhalter am Samstag, dass die Schweiz weiterhin bereit bleibe, die Niederlande bei den Anstrengungen zur Freilassung der niederländischen Geisel zu unterstützen. Gegenüber dem philippinischen Präsidenten Benigno Aquino äusserte Burkhalter den Wunsch, dass weiterhin alles für die Befreiung der niederländischen Geisel getan würde.

*Name der Redaktion bekannt (woz/sda)

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