Fehldiagnose?: «Ich will wissen, woran meine Tochter starb»
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Fehldiagnose?«Ich will wissen, woran meine Tochter starb»

Die 18-jährige Genferin Barbara starb während der Familienferien in Portugal. Ihr Vater glaubt an eine Fehldiagnose und gibt dem Spital in Cascais die Schuld.

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20minutes/mon
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Die 18-jährige Barbara aus Genf starb 2017 während Familienferien in Portugal.

Die 18-jährige Barbara aus Genf starb 2017 während Familienferien in Portugal.

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Die junge Frau hatte 39 Grad Fieber und begab sie sich in die Notaufnahme des Spitals in Cascais.

Die junge Frau hatte 39 Grad Fieber und begab sie sich in die Notaufnahme des Spitals in Cascais.

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Dort diagnostizierte das Personal Mononukleose, auch Pfeiffersches Drüsenfieber genannt. (Symbolbild)

Dort diagnostizierte das Personal Mononukleose, auch Pfeiffersches Drüsenfieber genannt. (Symbolbild)

Keystone/Jean-christophe Bott

Während der Familienferien in Portugal verlor ein Genfer Ehepaar 2017 seine 18-jährige Tochter Barbara. Weil die junge Frau 39 Grad Fieber hatte, begab sie sich in die Notaufnahme. Im Spital in Cascais diagnostizierte das Personal Mononukleose, auch Pfeiffersches Drüsenfieber genannt.

Behandelt wurde die Frau nicht richtig, sagt ihr Vater José: «Das Personal hielt den Fall nicht für dringend.» Am nächsten Tag war die 18-Jährige tot. Im Autopsiebericht wurden neben Mononukleose auch Streptokokken-Bakteriämie genannt. Diese Kombination könne einen toxischen Schock auslösen.

«Ich bin schockiert»

Seitdem glaubt der Vater an eine Fehldiagnose: «Ich will wissen, woran meine Tochter starb. Solange wir die Wahrheit nicht kennen, werden wir nicht in der Lage sein, damit abzuschliessen», sagt er. Er reichte letztes Jahr eine Beschwerde gegen das Spital ein: «Es hat sich nichts geändert. Ich bin schockiert», sagt der 50-Jährige.

Zudem holte sich der Genfer Fachwissen in der Schweiz ein. Beim Institut für Rechtsmedizin in Genf heisst es: «Das Vorhandensein einer infektiösen Mononukleose kann als prädisponierender Faktor für das Auftreten dieser tödlichen Infektion angesehen werden.» Sie könnte also dadurch begünstigt werden. Man könne die Todesursache aber nicht mit Sicherheit bestimmen.

Skandal um Spital

Laut dem «Correio da Manha» ist sich das Spital in Cascais keiner Schuld bewusst. «Eine interne Untersuchung hat jede klinische Fahrlässigkeit ausgeschlossen», so die Klinikverantwortlichen. Die Untersuchung sei aber noch nicht abgeschlossen. Der Bericht stehe den Gerichten zur Verfügung.

Zwischenzeitlich ist um das Spital ein nationaler Skandal entbrannt. Ehemalige Mitarbeiter berichten dem «Observador», dass sie von ihren Vorgesetzten gezwungen worden seien, Diagnosen bei der Aufnahme von Patienten zu fälschen.

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