Gemma Arterton: «Ich wollte nicht für immer die Hübsche spielen»
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Gemma Arterton«Ich wollte nicht für immer die Hübsche spielen»

Als Bond-Girl wurde sie zum Star. Im Locarno-Opener «The Girl With All The Gifts» zeigt Gemma Arterton, dass eine taffe Zombie-Jägerin in ihr steckt.

von
C. Steiner
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An der Seite von Daniel Craig wurde Gemma Arterton in der Rolle von Agentin Strawberry Fields 2008 auf einen Schlag weltbekannt.

An der Seite von Daniel Craig wurde Gemma Arterton in der Rolle von Agentin Strawberry Fields 2008 auf einen Schlag weltbekannt.

Karen Ballard
Die damals 21-Jährige zeigte sich in «Quantum of Solace» von ihrer sexy Seite.

Die damals 21-Jährige zeigte sich in «Quantum of Solace» von ihrer sexy Seite.

Ihre Figur nahm allerdings ein ziemlich groteskes Ende. Dafür verantwortlich: der Schweizer Bond-Regisseur Marc Forster.

Ihre Figur nahm allerdings ein ziemlich groteskes Ende. Dafür verantwortlich: der Schweizer Bond-Regisseur Marc Forster.

Ein Schweizer hat Sie berühmt gemacht. Welche Erinnerungen haben Sie an den Bond-Dreh mit Marc Forster?

Ich erinnere mich, dass er sehr ernsthaft war. Aber er hat auch einen guten Sinn für Humor. Und er sagte etwas sehr Nettes zu mir: Du wirst immer arbeiten, bis du eine alte Dame bist. Ich war damals erst 21, das war also ein sehr schönes Kompliment.

Ist es wahr, dass es eine Art Bond-Girl-Club gibt und ihr euch regelmässig trefft?

Nein, das stimmt leider nicht. Das ist ein Mythos. Aber ich bin immer noch eng mit Olga Kurylenko befreundet, die auch in «Quantum of Solace» dabei war.

Seit Bond sind Sie oft in düsteren Rollen zu sehen. Was reizt Sie daran?

Ich bin im echten Leben überhaupt keine glamouröse Person. Deswegen spiele ich gern Menschen, die nicht perfekt sind. Ich suche nach ehrlichen Darstellungen von Frauen.

Stand Ihnen Ihr Bond-Girl-Image dabei im Weg?

Das denke ich nicht. Ich hatte nur einen kleinen Part, und danach traf ich drastische Entscheidungen, spielte viel Theater. Ich wollte nicht für immer die Rolle der hübschen Freundin spielen.

Wollten Sie sich mit so krassen Filmen wie «The Disappearance of Alice Creed» vom Bond-Universum distanzieren?

Unbewusst wahrscheinlich schon. Ich hatte gerade zwei grosse Hollywoodfilme gedreht, und sass jeden Tag stundenlang in der Maske. «Alice Creed» war so, als würde man in ein Kopfkissen schreien, weil man wütend ist. Ich habe mit diesem Film alles losgelassen. Und danach habe ich mich besser gefühlt.

In Ihrem neuen Film «The Girl With All the Gifts» zeigen Sie sich total uneitel, ungeschminkt und im Wollpulli. Braucht das Mut oder ist es eine Befreiung?

Definitiv eine Befreiung. Ich hasse es, Make-up zu tragen. Ich denke, Schauspieler verstecken sich oft hinter einer Maske. Man sieht ihre Haut nicht, ihre Imperfektionen. Oder wenn sie erröten oder schwitzen. Körperfunktionen sind doch etwas Schönes! Ich liebe es natürlich zu sein, aber die Leute wollen mich immer in etwas anderes verwandeln.

Wollten Sie schon mal Ihren Job hinschmeissen?

Ja, es gab einen Punkt, an dem ich genug hatte von Filmdrehs. Es kann sehr ermüdend sein und dir deine Illusionen rauben. Da überlegte ich mir, vielleicht nur noch Theater zu spielen. Aber ich liebe die Abwechslung in meinem Job. Projekte sind wie Boyfriends: Sie sind richtig für den Moment.

Wann «The Girl With All The Gifts» in den Schweizer Kinos startet, ist noch nicht bekannt.

Quelle: Youtube.com

«The Girl With All The Gifts» eröffnete im Beisein von Gemma Arterton das diesjährige Filmfestival Locarno. In wunderschönen Bildern erzählt Regisseur Colm McCarthy von einer dystopischen Zukunft, in der eine Seuche die Menschen in Zombies verwandelt hat. Nur eine Handvoll Überlebender kämpft sich durch das menschenleere Grossbritannien. Ihre letzte Hoffnung ist ein Impfstoff, den die Forscherin Dr. Caldwell (Glenn Close) aus dem infizierten Mädchen Melanie gewinnen will. Doch eine junge Lehrerin (Gemma Arterton) sieht den Mensch hinter dem Monster und kämpft bis zum bitteren Ende um ihre Lieblingsschülerin.

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