26.06.2020 19:21

3 mit Sex

«Ich wollte seine heterosexuelle Schale durchbrechen»

Bruce und Rafael kennen sich schon seit fast zehn Jahren. Sie waren zusammen reisen, spielen in derselben Band und wissen alles voneinander – eine richtige Bromance halt. Bis sich eines Abends etwas ändert.

von
Bruce
1 / 4
Bruce und Rafael sind schon seit mehreren Jahren dicke Freunde. Bis der Alkohol eines Tages etwas ändert und ihre Bromance upgradet – zumindest über Nacht.

Bruce und Rafael sind schon seit mehreren Jahren dicke Freunde. Bis der Alkohol eines Tages etwas ändert und ihre Bromance upgradet – zumindest über Nacht.

Anna Deér
Lars
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau. WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, in und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Anna Deér
Ella
Ella

Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Anna Deér

Darum gehts

  • Bruce und Rafael sind seit mehreren Jahren dicke Freunde.
  • Eines Abends wurde aus der Bromance allerdings mehr.
  • Angeregt von Alkohol, Wärme und viel nackter Haut versuchte Bruce Rafael zu verführen.
  • Mit Erfolg: Unter dem Vorwand einer Massage wurde mehr massiert als nur der Rücken.
  • Am nächsten Morgen war der Spass bereits vorbei und die Beziehung der beiden wurde wieder «konsequent zu einer Bromance downgeratet.»

Endlich Sommerferien! Zu sechst waren wir – ganz bundesratskonform – an den Genfersee gefahren. Stefanos Eltern besitzen eine Zweitwohnung in Montreux, und so hatten wir uns entschlossen, mit Stand-up-Paddeln, Raven und Chillaxen die langen Tage zu begrüssen. Am Freitag begannen wir mit viel Bier und Gin Tonic in der Bar Bella Riviera, bevor wir uns in einer wenig authentischen Pizzeria den Bauch vollschlugen und vor dem Ausgang einen Abstecher in den Wellnessbereich des angrenzenden Hotels machten. Schon ziemlich beschwipst wechselten wir zwischen Jacuzzi, Liegestuhl und Wasserrutsche.

Ich kenne Rafael und die anderen Jungs schon lange, mit einigen ging ich schon zur Schule. Mit Rafael hatte ich schon alles erlebt – fast jedenfalls. Angeregt von Alkohol, Wärme und viel nackter Haut sass ich mit ihm am Pool und wollte plötzlich nichts mehr, als ihn zu berühren. Das ging in diesem Moment natürlich schlecht, aber ich fasste den Entschluss, dass ich heute seine heterosexuelle Schale durchbrechen und unsere Freundschaft auf das nächste Level heben wollte.

«Als wir uns auszogen, klagte ich über Rückenschmerzen»

Gegen 22.30 Uhr verliessen wir das Hotel-Wellness, um uns an einem Wald-Rave in den neuen Tag zu tanzen. Ich lachte und tanzte mit den anderen, warf Wasserballone und organisierte Shots für alle. Und behielt dabei Rafael immer im Auge. Wenn er nach Hause wollte, musste ich bereit sein. Da er nicht das grösste Party-Animal der Truppe war, wusste ich, dass das jederzeit der Fall sein konnte. Normalerweise überredete ich ihn dann, noch zu bleiben. Heute nicht. Als er sich um kurz nach 2 Uhr auf den Weg machen wollte – Stefanos Zunge steckte da bereits im Hals einer kleinen Genferin – schloss ich mich an. «Du willst schon heim?», wunderte er sich. «Ich bin ziemlich müde», log ich.

Die Übernachtungssituation kam mir entgegen. Die Wohnung verfügte über drei Zimmer. Rafael und ich schliefen in einem der beiden Schlafzimmer und nicht auf dem Bettsofa im Wohnzimmer, was alles ziemlich verkompliziert hätte. Und da ich ziemlich sicher war, dass die anderen mindestens noch zwei Stunden bleiben würden, schien mein Plan perfekt: Meine Bisexualität ausleben, ohne dass es jemand merkt. Nachdem wir uns bis auf die Boxershorts ausgezogen und ins Ehebett gelegt hatten, begann ich mich lautstark über Rückenschmerzen zu beklagen.

«Ob wir Sex hatten? So was Ähnliches auf jeden Fall»

«Scheiss Stand-up-Paddeln», meinte ich. «Da braucht man Muskeln, von denen man nicht mal weiss, dass man sie hat.» Ob er mich rasch etwas massieren könne, fragte ich. «Im Ernst?» «Please!» Etwas widerwillig begann Rafael meinen Rücken zu kneten. Ich stöhnte. Nachdem er fertig war, begann ich ihn zu massieren, das sei ja nichts als fair. Fand er auch. Nach dem Rücken widmete ich mich seinen Oberschenkeln und langsam wanderten meine Hände höher. Rafael reagierte nicht. Meine Hände waren inzwischen unter seinen Boxershorts und massierten Stellen, die definitiv nichts mit dem Paddeln zu tun hatten. Seinen Arsch und seinen Penis zu berühren, machte mich noch heisser. Ich begann ihn zu küssen. Keine Irritation. Mein Plan war aufgegangen und wir fielen in irgendwie grosser Vertrautheit übereinander her. Ob wir Sex hatten? So was Ähnliches auf jeden Fall.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich grauenhaft. Mein Kopf pulsierte von zehn Stunden trinken. Und mein so erfolgreicher Plan von gestern schien mir plötzlich nicht mehr so schlau. Rafael schien es ähnlich zu gehen. Wir beide taten so, als sei nichts geschehen und versuchten, uns so normal wie immer zu verhalten. Niemand schien etwas zu bemerken. Nachdem wir es am späten Nachmittag endlich geduscht und uns wieder in die pseudo-italienische Pizzeria gequält hatten, nahm mich Rafael kurz zur Seite. «Wir sollten das nicht mehr tun», meinte er. «Es war sehr schön. Aber du weisst, ich stehe nicht auf Männer.»

Ich nickte. Das wusste ich ja eigentlich. Aber offenbar stimmte meine oft verteidigte Theorie, dass halt doch viele Menschen etwas bi und neugierig sind. Vor allem unter Alkoholeinfluss. «Ja, natürlich. Ich weiss auch nicht, was in mich gefahren ist», antwortete ich. «Na, ich bin ja auch heiss», lachte er. Stimmt. Wir haben unsere Beziehung trotzdem wieder konsequent zu einer Bromance downgeratet.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.